Am
Samstag, den 10. Juli wird um 18.00 Uhr auf dem Gelände
des Frankfurter Roll- und Eissportvereins das Projekt NIZZA
TRANSFER eröffnet. Über einen Zeitraum von drei Monaten
soll der zentrale aber kaum beachtete Ort am Mainufer zu einer
autonomen Zone städtischen Handelns definiert werden, in
der künstlerische Aktivitäten, urbaner Diskurs und
Jugendkultur aufeinander treffen.
Die
von den KünstlerInnen unter Berücksichtigung urbaner
Zusammenhänge gestaltete Anlage ist ihr eigenes Vermittlungsdisplay
mit einer Reihe von Funktionszusammenhängen. Franz Ackermann
übersetzte die reale Situation einer temporären „Hausbesetzung“
in ein typografisches Icon, welches, auf das Dach appliziert,
den BesucherInnen verborgen bleibt. Einen Blick auf diese Arbeit
ermöglichen nur die umliegenden Hochhäuser, startende
oder landende Flugzeuge oder eine Luftaufnahme, die im Rahmen
der Ausstellung erworben werden kann. Der Erlös geht an
Vereine und Initiativen der Hausbesetzerszene. Das monatlich
erscheinende Stadtteilmagazin “BANK“ von Wiebke
Grösch und Frank Metzger begleitet die Dauer der Projektphase
dokumentarisch und dient den Beteiligten gleichzeitig als interaktives
Kommunikationsmedium.
Die
Architektur der Gesamtanlage aufgreifend entwickelte Andreas
Schützenberger zusammen mit Stefan Lehnert einen Skatepark,
der vorhandene bauliche Elemente in eine funktionale Struktur
transformiert. So entstand auf dem Vordach – auf einer
Fläche von 19 m x 16 m – eine Miniramp, die teilweise
in das obere Stockwerk des Gebäudes hineinführt. Unter
dem Titel “2WD“ stellt das KünstlerInnenkollektiv
political.rhyme.practice. einen Projektbus zur Verfügung,
der SkaterInnen als Shuttle für Exkursionen dient und innerhalb
des Skateparks als Anlaufstelle und Informationsstand fungiert.
Eine Zeltkonstruktion mitintegrierter Lampe von Tobias Rehberger
verwandelt das Dach von „Bouhlous Bar“ in eine Terrasse,
die dramaturgisch den Innen- mit dem Außenraum verbindet.
Der Neonschriftzug “If you want to rock, you´ve
got to roll“ von Silke Wagner an der südlichen Außenfassade
bezieht sich auf die politische Diskussion um den Begriff der
Multitude, der als Kampfbegriff für eine vorhandene und
stärker werdende sozialkritische Bewegung verwendet wird.
Stefan Wieland realisierte an der Nordseite des Gebäudes
ein ornamentales Mural, das auf die Bildsprache verschiedener
Popkulturen verweist.
Darüber
hinaus werden Vorträge und Filmvorführungen zur Geschichte
und politischen Kultur des Skateboarding, zu Urbanismus, Stadttheorie
und Kunst angeboten. In Workshops haben die BesucherInnen die
Möglichkeit, eigene Inhalte zu produzieren und zusammenzustellen.
Dadurch entsteht eine öffentliche Struktur, die unterschiedliche
Beteiligungsangebote und urbane Gestaltungsmöglichkeiten
miteinander verbindet. Die Skateboard-Sammlungen von Patrick
Bruns und Donald Campell sowie die von Raymond Pettibon gestalteten
Konzertflyer der Sammlung Dave Scotts vermitteln einen Überblick
über die Bildsprache dieser Counter Culture. NIZZA TRANSFER
wird täglich geöffnet sein und bietet BesucherInnen
neben einer Video- und Bibliothek, integrierte Unterkunfts-
und Aufenthaltsmöglichkeiten, sowie „Bouhlous Bar“,
in der Gerichte der Maghrebinischen Küche angeboten werden.
Zur
Eröffnung am 10. Juli findet um 19.00 eine Skate-Demo mit
den Pro-SkaterInnen Lenni Burmeister, Jan Kliewer, Holger von
Krosigk, Stefan Lehnert, Steffi Weiss, Andi Welther, Andi Poberer
und Leo Leifert statt. Im Anschluss wird der englische Architektur-Professor
Iain Borden in seinem Vortrag die Entwicklung der Bildsprache
des Skateboarding und ihren Einfuß auf die verschiedensten
Bereiche der Kunst untersuchen. Ab 22.00 Uhr ist „Palärmo
Night“ mit den beiden Djs Palärmo Chris und Jay.