REBEL:ART
   

 
 
     

DO IT YOURSELF!

Die Ausstellung über Fanzines

     
 

Fanzines in Bierbüchsen oder Filmdosen, eingenäht in aufwendige Stoffumschläge oder kunstvoll bedruckt – die Vielfalt dieses Mediums scheint unerschöpflich. Ihre Bezeichnung, die erstmals in den 1930er Jahren auftauchte, setzt sich aus den englischen Begriffen „Fan“ und „Magazine“ zusammen. Das erklärt bereits, um was es sich dabei handelt: Um selbst verlegte und vertriebene Publikationen von Fans für Fans, die gemeinsame Interessen haben oder der gleichen Szene angehören. Fanzines sind radikal subjektive Veröffentlichungen. In den letzten zwanzig Jahren löste sich ein Teil dieser Medien vom Kontext der Fankulturen, um noch stärker die eigenen Ansichten und Erlebnisse zum Thema zu machen. Gemeinsam ist all diesen Heften, Video-, Kassetten- oder Online-Zines, dass sie zuallererst aus Leidenschaft und nicht aus kommerziellen Gründen produziert werden. Do It Yourself, das Prinzip des Selbermachens, ist die zentrale Idee, die hinter diesen Medien steckt und sie zu einem autonomen Bereich der Presselandschaft macht. Sie gründet auf dem Gedanken, dass man selbst am besten über die Themen schreiben kann, die einen betreffen.

„Fanzines – Do It Yourself!“ - die Ausstellung mit Vortrag, organisiert von dem Berliner Archiv der Jugendkulturen e.V., tourte im Juni 2004 durch siebzehn deutsche Städte.

Das Berliner Archiv der Jugendkulturen e.V. existiert seit 1998, und es hat sich zur Aufgabe gemacht, Zeugnisse aus und über Jugendkulturen (Bücher, Diplomarbeiten, Medienberichte, Fanzines, Flyer, Musik etc.) zu sammeln, auszuwerten und der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen. Das Archiv unterhält zu diesem Zweck in Berlin-Kreuzberg eine rund 200qm umfassende Bibliothek, organisiert Fachtagungen und Diskussionsveranstaltungen in Schulen, Firmen, Jugendklubs oder Universitäten und gibt eine eigene Zeitschrift, das Journal der Jugendkulturen, sowie eine eigene Buchreihe heraus, in der sowohl sachkundige WissenschaftlerInnen, JournalistInnen u.a. als auch Szene-Angehörige zu Wort kommen.

Die kleine Fanzineschau wird die materielle und gestalterische Vielfalt dieser Publikationen präsentieren. Ähnlich dem Layout früherer Hefte wird der Vortrag verschiedene Schnipsel zusammentragen: Geschichte der Fanzines, kulturelle und politische Dimensionen dieser Medien, ihre veränderte Bedeutung in Zeiten des Internets, Fotos, Videos und O-Töne. Die Tour möchte Fanzines dabei nicht nur ausstellen, sondern dazu auffordern, selbst Initiative zu ergreifen und ein eigenes Heft heraus zu geben: Do It Yourself!

Auch online kann man das Archiv nach Fanzine-Publikationen durchstöbern, seit 2002 gibt es die Suchmaske, jedoch noch nicht das gesamte gesammelte Material archiviert.

Ein sehr schönes Projekt, Ausstellung und gleichzeitig praktische Anleitung, wie man ein eigenes Fanzine produziert. Eine Ausstellung als bunt zusammengewürfeltes Spielfeld, das zur Eigeninitiative motivieren möchte.

 
     
 
   

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