1.
Einführung
Ende
Oktober 2003 bat mich das Team der Transmediale, eine Arbeit
für die Veröffentlichung des Festivals (1) 2004 zu
schreiben. Die Verantwortlichen dieses Events nahmen sich vor,
unter anderem eine Hommage für den Verstorbenen Micky Kwella,
einen ehemaliger Mitarbeiter dieses Events und des VideoFestes
zu erstellen. Bei der Ausschreibung wurde vorgeschlagen, seine
Person und seine Arbeit als Kurator des experimentellen Videos
einzubeziehen, sowie seine Suche nach Formen des Dokumentarfilms,
die sich mit alternativen Betrachtungsweise der Welt und des
Dokumentarfilms auseinandersetzten.
Ich
nahm diesen Vorschlag an, da es mir interessant erschien, diese
Thematik mit der aktuellen Situation der audiovisuellen Medien
und ebenso mit dem Konzept und den Äußerungen der
Medienkunst - wenn ich mir diese Verschönerung des Begriffs
erlauben darf - in Verbindung zu bringen.
Ich
nahm die Einladung an und schrieb die folgende Arbeit, ab Punkt
2., die für mich beinhaltete, die aktuelle Situation der
audiovisuellen Medien in Deutschland und Lateinamerika zu beschreiben.
Trotz meines guten Willens wurde diese Arbeit nach einer Entscheidung
des Teams der Transmediale nicht in die Veröffentlichung
eingefügt, was auf Meinungsverschiedenheiten und inakzeptable
Vorschläge bzgl. der Änderung des Inhalts dieses Artikels
zurückzuführen ist.
Zuerst
versuchte das Team der Transmediale, eine reduzierte Version
des Artikels zu veröffentlichen, aber letzten Endes entschieden
sie sich, diesen Text, seiner „Länge wegen“
und aufgrund von „Zeitproblemen“ nicht in das Buch
einzufügen. Ich verstehe dies als Bestätigung einiger
Ideen dieses Papers über die Krisensituation und die komplexe
Dekadenz einiger öffentlicher Institutionen, die sich der
Kunst und den audiovisuellen Medien widmen (2).
2. Las artes mediáticas interactivas corroer
alma – Interaktive Medienkunst essen Seele auf
Aufgrund
der Zusammenhänge, in denen sich diese Reflexionen bewegen,
möchte ich zeigen, wie audiovisuelle Events und deren kulturelles
Management sich als Orte der Krise darstellen angesichts der
umfassenden Änderungen in der Auffassung vom sogenannten
öffentlichen Raum. An die Funktionen von Micky Kwella erinnere
ich mich wie an eine interessante Kombination aus kulturellem
Stimmungsgeber und aktivem Kurator, zunächst tätig
auf dem VideoFest und danach in seiner Rückumwandlung zur
Transmediale. Angesichts der uniformen Unterhaltung, die das
System vorgibt, der Pseudo-Globalisierung des audiovisuellen
Marktes, der Konzentration von Mafia und Finanzmanagement in
der Wirtschaft und des Vorherrschens des digitalen Apparates
in allen Prozessen empfiehlt es sich, diese konfliktive Situation
etwas genauer zu betrachten.
Um
sich dieses Themas anzunehmen, sollte man die Wege Kwellas mit
bestimmten Ideen der Vergangenheit in Verbindung bringen, wie
dem VideoFest und anderen Organismen dieser Art auf der Welt,
die zu einer Zeit vorrangig waren, als das Hauptaugenmerk dem
Video galt. Der Bruch mit den guten alten Ideen und Utopien
in der vielschichtigen Gegenwart ist interessant anzusehen.
Ganz anders ist die Situation im Moment bei dem weiterbestehenden
VideoBrasil (3) und bei den Aktivitäten des Centro Cultural
Banco Itau4, die funktionell vergleichbar sind, aber eine völlig
andere, gegensätzliche Richtung verfolgen als die deutschen
oder argentinischen Institutionen.
Die
Transmediale wurde mit jeder weiteren Auflage für die lateinamerikanischen
Künstler zu einem zunehmend wichtigen Event in der internationalen
audiovisuellen Landschaft. Ebenso wie die Berlinale wurde sie
als Forum und Schauplatz gegründet, um in den unabhängigen
Medien eine Suche nach experimentellen und vom Autor geschaffenen
Werken zu ermöglichen. Es ist eine Tradition, dass Deutschland
in seiner neu gestalteten, vereinten und globalisierten Hauptsstadt
ein internationales Programm von Werken und Autoren der ganzen
Welt präsentiert. Diese Leinwände wurden außerhalb
der Massenmedien gezeigt. Aufgrund dieses Events, das eine Ausnahme
in der doch flachen europäischen und weltweiten Medienlandschaft
darstellt, hatte das Berliner Publikum Zugang zu einem Panorama
der weltweiten unabhängigen audiovisuellen Medien.
Ich
erinnere mich an die Emotionen im Jahr 1977, als ich der Aufführung
eines kubanischen Films während der Berlinale im Zoopalast
beiwohnte. Ich konnte sehen, was zu dieser Zeit während
des Festivals des Todes der argentinischen Militärdiktatur
verboten war. So überquerte ich zum ersten Mal die Mauer,
den Grenzübergang zwischen Ost- und West-Berlin, und plötzlich
sah ich einen „anderen Film“ auf dem Alexanderplatz
im sozialistischen Berlin. Es waren andere Zeiten. Die einerseits
von den Alliierten unterstützten Sozialdemokraten konfrontierten
Erich Honneker, das Oberhaupt der Deutschen Demokratischen Republik,
die ihrerseits von der Sowjetunion unterstützt wurde. In
Berlin gab es ein romantisches Zusammenleben, gestört nur
durch seine Grenzen, sein Niemandsland und seine russischen,
englischen und amerikanischen Check-Points,; das junge deutsche
Kino und die Brecht-Darstellungen entwarfen von dieser Situation
Schilderungen eines begeisternden und unschuldigen Standes der
Dinge.
Viele
vom Pinochet Regime verfolgte und im Exil lebende Chilenen wählten
ebenso Ostberlin wie Westberlin zu ihrer Zufluchtsstätte.
Niemals haben sie sich damals vorgestellt, dass eines Tages
der Generalsekretär der DDR Erich Honecker im chilenischen
Exil enden würde und sogar sein Haus, sein „Haus
der Lampen von Erich Honecker“ verwüstet würde.
Alle Beteiligten auf beiden Seiten waren politisch auf der linken
Seite und nicht alle wünschten den Fall der Mauer. Süsse
Jahre, die 70er. In Argentinien, Chile, Brasilien, Bolivien,
Kolumbien, Ecuador, Uruguay und Paraguay ging das Leben unter
den Militärdiktaturen weiter; und in Deutschland verfielen
Baader Meinhof und Freunde in den Wahnsinn, während wir
als exotische Trophäen des revolutionären Kampfes
im großzügigen europäischen Asyl gefeiert wurden.
25
Jahre später, im Februar 2002, nahm ich an dem Event Medio@rte
latino-Medienkunst aus Lateinamerika teil, das im Haus der Kulturen
der Welt von Micky Kwella organisiert wurde.
Ich schätze, dass es eine der wohl anthologisch wichtigsten
Retrospektiven der argentinischen, brasilianischen und mexikanischen
Videokunst und der elektronischen Kunst war (5).
Am
ersten Tag in Berlin kam ich am Haus der Kulturen der Welt an
und während ich darauf wartete, mit Micky Kwella und Michel
Thoss zu sprechen, machte ich einen Rundgang durch den animierten
Wald der „Autopoiesis” einer Installation von Kenneth
Rinaldo (6). Die anregende robotische Skulptur des amerikanischen
Künstlers nahm an der Transmediale 2002 teil, die kurz
zuvor zu Ende ging. Das Haus der Kulturen der Welt hat sich
in einer unterschiedlichen, konfliktiven und transversalen Verbindung
konfiguriert: zwei Events, verbunden nur durch die Anwesenheit
Micky Kwellas .
Die ausgestreckten Fühler der Strukturen Rinaldos, voll
mit Sensoren und Infrarottechnologie und Mikroprozessoren drohten
mich zu berühren, mit ihren Blättern zu streifen.
Ich dachte an das Verhältnis zwischen dieser weit entwickelten,
robotischen Skulptur und den Low tech Materialien, die ich in
diesen Tagen zeigen wollte.
Das
Thema der unabhängigen audiovisuellen Medien und deren
Verbindung von audiovisueller Maschinerie mit künstlerischer
Kreation bleibt weiterhin der Schlüssel in einer Zeit des
Konflikts, der durch die Änderungen des Materials, d. h.
der technischen Träger und der politischen und wirtschaftlichen
weltweiten Bewegungen verursacht wird. Das Vorherrschen des
digitalen Geräts in allen produktiven Prozessen –
in kriegerischen, in denen im Weltraum, in medienspezifischen
und medizinischen Prozessen - und die Pseudo-Globalisierung
der Märkte, inklusive des audiovisuellen, haben eine dramatische
Vereinheitlichung von bestimmten Parametern der Produktion und
künstlerischen Bewertung herbeigeführt. Viele wollen
nicht an die interessanten Beziehungen der Filmgeschichte, der
Geschichte des Fernsehens und des experimentellen Videos erinnert
werden. Diese stellen konzeptualisierend ein neues Universum
zum Beschreiben, ausgehend aus dem Big bang der so genannten
neuen Technologien dar.
Das
Video Arte hat von seiner großen Epoche bis heute bis
heute eine klare ideologische Position dem System der audiovisuellen
Kunst gegenüber behauptet, verändert hat sich nur
der Datenträger.
Wenn
wir vom experimentellen Video sprechen, meinen wir hauptsächlich
das alternative und vom Autor geschaffene, das von einer experimentellen
Suche und einer Änderung der Formen der Medien ausgeht.
Diese Idee konzipiert jene beeindruckenden Errungenschaften
in der künstlerischen Kreation mit den audiovisuellen Medien,
die nur in wenigen Fällen in der Geschichte der Medien
transzendent wurden. Die Formel Medien + Werk + Kunst + Experiment
+ Unabhängig bleibt weiterhin ein subversiver und wichtiger
Wert in einer Welt, die von wenigen Kooperationen außerhalb
des Bereiches der Gesetze von Staaten, öffentlichen Institutionen
und privaten Trägern in absoluter Dekadenz regiert wird.
Deren einziges Modell für den Einsatz audiovisueller Darstellung
ist es, ökonomischen Gewinn durch möglichst anspruchslose
Programme zu erzielen. Durch die vom Fernsehen ausgelöste
audiovisuelle Flut, vorangetrieben von zweifelhaften Staatsmännern,
Managern und Schauspielern, entsteht der neue Stolz der nördlichen
Hemisphäre, die neuen Technologien. ,.
Wir
können einige wenige Institutionen und Festivals anführen,
die um eine qualitative Vielfalt und um den Kompromiss mit den
audiovisuellen Medien kämpfen. Doch das sind immer seltener
vorkommende Einzelfälle, was insbesondere in Europa ganz
im Sinne von „per il cavaliere Berlusconi“ ist,
dessen Koalition sich in Italien aus Parteien der extremen Rechten
zusammensetzt. Unabhängige Zentren sind von Mal zu Mal
stärker bedroht von den Kürzungen der Förderungen
und von Funktionären aus privaten und halbstaatlichen Institutionen,
die ängstlich um ihre Arbeit bangend die audiovisuellen
Medien in den rein wirtschaftlichen Bereich drängen und
es immer wieder erreichen, die Neuigkeit vom Nutzen der neuen
Technologien im audiovisuellen Bereich zu verkaufen. So hat
sich unter dem Deckmantel der neuen interaktiven Technologien
eine ideologische Leere gebildet, die schwer auszugleichen ist.
Zu
ihrer Zeit entstanden in Europa Aufsehen erregende Institutionen,
wie das C.I.C.V., Centre International de Création Video
in Montbéliard (7) oder das ZKM - Zentrum für Kunst
und Medientechnologie (8) in Karlsruhe, die sich der Entwicklung
neuartiger Konzepte für Events, Festivals, Produktions-
und Forschungszentren der audiovisuellen Künste sowie der
elektronischen und digitalen Medien widmeten.
Im
Moment sind die beiden genannten Institutionen nicht gerade
auf dem Höhepunkt ihres Schaffens.
Ich
hebe jedoch hervor, das beide Zentren in Europa ein Forum der
Praxis und eine andere Ideologie gegenüber der Uniformität
in der Benutzung und des Konsums audiovisueller Medien geschaffen
haben. Das C.I.C.V., heute symbolisch umbenannt in Centre de
Recherche Pierre Schaeffer, hat für die Geschichte des
experimentellen Videos maßgebliche Werke produziert oder
bei deren Produktionen mitgewirkt (9).
Allerdings
kann man bei Erörterungen des digitalen Themas in jüngerer
Zeit im Hinblick auf das Erschaffen großer Werke nicht
mehr dasselbe sagen
Viel eher trifft das Gegenteil zu: eine totale Wüste. Trotzdem
möchte ich noch einmal erwähnen, dass sich das C.I.C.V.
durch seine Produktionen in der Geschichte des experimentellen
Videos hervorhebt, was unzweifelhaft schwer zu erreichen ist.
Ein
interessanter Fall, der das so zwiespältige Verhältnis
zwischen dem experimentellen Video und der interaktiven digitalen
Kunst aufzeigt, ist die Vergabe des Preises “Internationaler
Medien Kunst Preis 2003,“ (11) des ZKM im Bereich ses
experimentellen Videos an „Vacas“ (10) von Gabriela
Golder. Ein kurzes, einfaches und mit wenig Kostenaufwand produziertes
Video gewinnt den Preis einer Institution, die sich obzessiv
den audiovisuellen digitalen Technologien, dem Interaktiven,
der Biokunst, der Kunst des Siliziums (12) und der Robotertechnik
widmet. Ein paradoxer Entscheid, umso bemerkenswerter, wenn
wir in Betracht ziehen, dass Woody Vasulka, Vater des anthologischen
Films und des experimentellen Videos des 20. Jahrhunderts, eines
der Jury- Mitglieder dieser Preisvergabe war.
Ich denke, dass die oben genannte - und ich möchte glauben
gut gemeinte - Hommage an Micky Kwella es mir erlaubt, die Essenz,
die Existenz und den Geist einiger Institutionen und Events,
die das Audiovisuelle in seinen unterschiedlichen Formen in
Europa vorangetrieben haben, zu überdenken. Bedenken wir
jedoch, dass die Europäische Union heute eine nicht kohärente
Politik bezüglich der Unterstützung und Förderung
der „neuen Technologien“ betreibt, etwas, das in
den meisten Fällen weit entfernt ist vom klassischen Video
Arte sonder eher an die zweifelhaften Programme Media I und
II für die Förderung von Film, Video und TV erinnert.
Andererseits
wird die aktuelle institutionelle und ökonomische Situation
in Lateinamerika ständig komplizierter, was das Erhalten
von Medienzentren, Festivals oder der audiovisuellen Kunst im
Allgemeinen angeht. Das Ganze wird noch komplexer, wenn es um
unabhängiges Material geht. Die große Ausnahme bildet
Videobrasil, ein Beispiel des Überlebens des im Moment
vielleicht weltweit wichtigsten Festivals für Video und
elektronische Kunst. VideoBrasil ist eines der wenigen Beispiele
für anhaltende und beständige Arbeit im audiovisuellen
Bereich in Lateinamerika. Es zeichnet sich aus durch das Beibehalten
seiner konzeptuellen Essenz, die das Video als Essenz der elektronischen
Kunst sieht, und durch die intelligente Integration der digitalen
und interaktiven Künste in den letzten Jahren. Auch die
Forschungsarbeit und die Publikation „Made in Brazil“
(13) des Centro Cultural Banco Itaú zeichnen sich aus
durch die Beibehaltung des Gleichgewichts in der in Brasilen
fundamentalen Videokunst, die als Vorgänger der digitalen
Kunst angesehen wird. Made in Brazil ist das Resultat der Erforschung
der Geschichte der Videokunst in Brasilien.
Über
lange Zeit hinweg waren das VideoFest, danach die Transmediale
sowie das Forum des jungen Kinos der internationalen Filmfestspiele
Berlins neben anderen Festivals der nördlichen Hemisphäre
die Events, in denen die audiovisuellen und unabhängigen
Produktionen Lateinamerikas sich gerne zeigten. Für junge
Videokünstler und Filmemacher waren sie privilegierte Stätten
um ihre sich oft durch bemerkenswerte Freiheit und Kreativität
auszeichnenden, wegen des Mangels an Förderungen selbst
produzierten Werke zu zeigen. Aus diesem Zusammenfließen
verschiedener Energien entstand ein interessantes Kuratorium
von lateinamerikanischen und alternativen Kunstwerken.
Das
experimentelle Video fand in seiner technologischen Essenz einen
Rahmen zur Zerlegung aller allgemeinen Charakteristika, im Speziellen
derer des Dokumentarfilms, und erweiterte die Möglichkeit
der Verbindungen zwischen der Fotografie, dem Film, den Installationen
und dem digitalen Apparat, der sich von mal zu mal weiter von
der Uniformität der Filmsprache entfernte. Die Videokunst
zeigte uns wieder einmal im Bereich der Medien auf, dass die
Singularität sich niemals mit der Suche nach der Einigung
verstand (14). Wenn man die Wiederholung bestimmter Konzepte
der Massenmedien wie des Films und des Fernsehens betrachtet,
wird dies klar. Das Emotionsmodell des kommerziellen Films ist
durch das Ausschalten von jeglichem Einfluss eines Autors charakterisiert,
es basiert lediglich auf Formeln und Serienmodellen. Anstelle
dessen übernimmt die experimentelle Videokunst durch ihre
typischen Arbeitsprozesse, ihre autonome Kreativität und
formelle sowie intellektuelle Unabhängigkeit die Suche
nach Originalität.
Mit
den in den 80er Jahren auf dem Markt auftauchenden digitalen
Steuerungs- und Kontrolleinheiten für Videogeräte
begann ein unumkehrbarer Prozess der technologischen Innovation,
der ein Wegbereiter zur digitalen Gleichschaltung alle Träger
war, die fast immer von wenigen Firmen und Programmen ausgingen.
Die elektronischen und digitalen Manipulationsmaschinen und
deren Anwendung in den modernen Grafikrechnern drängten
auch in den Film, zuerst über das Video, dann über
den Computer. Aber es waren nur wenige, die sich zu dieser Zeit
eine vom digitalen audiovisuellen Prozess beherrschte Zukunft,
eine solche Verkrampfung der Mediengeschichte, vorstellen konnten.
Die Filmemacher und Videokünstler fanden sich zwanghaft
in der Situation, die Schnitt- und Postproduktionsprozesse im
Computer zu zentralisieren, jedoch ohne die Möglichkeit
zu sehen, diese Änderung als einen Innovationsprozess zu
benutzen. Ohne Zweifel gab es einige grenzüberschreitende
Werke, die aus diesem Zusammenlaufen zwischen Film, Video und
digitalen Prozessen entstanden sind, wie beispielsweise “Filmgeschichte(n)”
(15) von Jean-Luc Godard und “Die Bettlektüre”
(16) von Peter Greenaway, beides beeindruckende Werke. Die ersten
bedeutenden und gewagten Pionierarbeiten wurden jedoch von Autoren
produziert, die sich weitab von der Filmmaschinerie befanden,
wie “Art of Memory” (17) von Woody Vasulka, “Planetópolis”
(18) von Gianni Toti, die Arbeiten von Peter Greenaway für
das Fernsehen (19) und das gesamte Werk von David Larcher (20)
sind, um nur einige zu nennen, sehr gute Beispiele hierfür.
Das
Konzept der Videokunst lebt weiter und erneuert die Arbeitsprozesse,
die autonome Kreativität, die formelle Unabhängigkeit
und manchmal die Ideologie in diesem langweiligen System, das
inmitten der audiovisuellen Uniformität kaum mehr Ausnahmen
produziert. Die digitale und interaktive Kunst hat ihrerseits
noch einen langen Weg vor sich. Sie hat eine große Herausforderung
gegenüber der von Videokunst und experimentellem Film während
der ganzen Geschichte der audiovisuellen Medien geschaffenen
utopischen Welt zu bestehen.
Ausgehend
vom digitalen Informationsprozess und dem Computer in seiner
Eigenschaft als Apparat, entstand allmählich ein neues
Denken, das durch brilliante Texte, natürlich rein spekulativ,
die Möglichkeiten künstlerischen Schaffens zur Erneuerung
des audiovisuellen Diskurses sowie der gesamten Mediengeschichte
aufgezeigten. Diese verführerischen Prophezeiungen sind
bis heute weitaus interessanter als ihre Umsetzung in künstlerischen
Werken. In einigen Fällen stammte beides, Wort und Werk,
vom gleichen Autor (21).
“Jorge
Luis Borges wird immer wieder von allen Medientheoretikern zitiert,
ohne sie jemals zitiert zu haben. (Richard Key Valdez dixit
en la tumba del maestro argentino en Ginebra/Suiza)
So
wurde uns ein neuer Bereich von Möglichkeiten aufgezeigt,
die nicht nur das Spezielle des digitalen Apparates in Anspruch
nehmen, sondern direkt auf eine neue digitale und interaktive
Kultur der Medien und der Kunst hinweisen. Prozess, Programmierung,
Schnittstelle, Interconnectivity, Biokunst, künstliches
Leben sind einige der neuen, von Priestern und Gurus in Forschung,
Theorie und Kritik gepredigten Formen, die sich tief im Denken
von Funktionären, kulturellen Entscheidungsträgern
und Leitern von Events und Festivals verankert haben.
Der
Film in seiner fast 110-jährigen Geschichte hat nur eine
Hand voll großer Denker hervorgebracht, wie Gilles Deleuze,
Sergei Eisenstein, André Bazin, Jean-Louis Comolli. Je
nach Geschmack, in diesem Fall eher francophil. Klar ist jedoch,
dass wir noch eine Weile warten müssen, bis entscheidende
ontologische Theorien über dieses begeisternde Thema erscheinen
werden. Natürlich gibt es verschiedene Autoren und Künstler,
die bereits heute eine Pionierarbeit leisten, die ohne Zweifel
den rhetorischen Ausgangspunkt für eine Praxis der multimedialen
Kreation und der materiellen Verwirklichung der digitalen Medienkunst
liefert. Das vorherrschende Interesse, dem diese Tendenzen folgen,
ist die Suche nach, die Reflexion über die und die Darstellung
von ausschließlich künstlerischen Projekten, die
in der digitalen Maschinerie entstanden sind. Das Erschaffen
der Wettbewerbsbereiche Künstlerische Software und Interaktivität
der Transmediale ging in diese Richtung.
Vergessen
wir jedoch nicht die militärische und kommerzielle Benutzung
des digitalen Trägers in diesem System - einem System,
das uns anhand einer Propaganda, die sich weitestgehend auf
diese neuen Technologien stützt, die Illusion einer Demokratisierung
der finanziellen und kriegerischen Maschinerie verkauft. Im
Jahr 2001 während einer Tour durch die Forschungs- und
Medienzentren Deutschlands (22) zitierte Nils Röller, Professor
der Kunsthochschule für Medien Köln und des ZKM in
einem informellen Gespräch mit José Carlos Mariátegui
die Möglichkeit, echte künstlerische und avantguardistische
Forschung mit den neuen Technologien des Raum-Forschungszentrums
ausserhalb Kölns betreiben zu können. Erstaunlicherweise
war es Röller der am nächsten Tag eine brilliante
Darstellung im Flusser-Archiv (23) der Kunsthochschule für
Medien in Köln lieferte. Die bis heute gültigen Theorien
von Vilém Flusser spielen immer noch eine zentrale Rolle,
wenn es um einige bislang ungelöste Fragen der Medientheorie
geht. Unzählige Events, Treffen und Ausstellungen auf der
ganzen Welt versuchen, den wunderbaren künstlerischen,
erzählerischen und expressiven Gebrauch der neuen digitalen
Technologie zu verbreiten, und das in Zeiten von Kriegen, Geldgier
und der Intoleranz des Menschen. Diese recycelte Ideologie wird
bei den meisten der mit der digitalen Kunst verbundenen Institutionen,
Kongresse und anderen Aktivitäten sichtbar.
Der
deutsche Staat war während des 20. Jh.s. immer kohärent,
wenn er Produktionszentren für Medienkunst finanzierte
(24). Ein anderer bezeichnender Ort ist das Centre for Advanced
Studies, das zufällig im M.I.T errichtet wurde, das für
viele ein weiterer beispielhafter Ort für die Entfaltung
der Macht der Technologien und deren militärischer sowie
medizinischer Ableger ist. Hier wurden so bemerkenswerte Erfindungen
wie die Napalm-Bombe entworfen, und sein Prestige erhält
es immer wieder dadurch, dass es nährreiches Material für
Noam Chomsky und Nicholas Negroponte liefert, und unablässig
Werke und Forschungsergebnisse mit alternativem Inhalt provoziert,
die es jedoch nicht schaffen, die Beeinflussung durch den ideologischen
Apparat einer mächtigen Wirtschaftslobby und eines Staates,
gepredigt in präsidentialer evangelistischer Form mit seinen
nicht effizienten Kriegsspielen gegen de Islam zu verbergen.
Wir könnten, paraphrasierend und auf eine etwas elementarere
Weise Flusser (25) lesend, anfügen, dass es allgemein gesehen
nicht mehr als lediglich einen graduellen Unterschied zwischen
dem künstlerischen, dem Betrachter gefälligen (interaktiven)
Werk und einer Gewehrkugel, Bombe oder Missile gibt: In beiden
steckt das Dämonische. Nicht nur, dass beide funktionell
sind, sondern sie wurden auch in den gleichen Räumen bzw.
Institutionen entwickelt.
In
unserm armen Argentinien können wir als mediale Zentren
eigentlich nur die staatlichen Einrichtungen anführen,
in denen die picana electrica angewendet wurde, um die Gefangenen
der Militärdiktatur zum Reden zu bringen. Diese Foltermaschinerie,
Hersteller von Texten des Verrats und des Schmerzes, wurde mittelbar
von den Militärs und der Polizei benutzt. Klar ist, dass
sie dabei immer an das Mac‘Luhansche Konzept glaubten,
nach dem Elektrizität als Information im puren Stadium
anzusehen ist.
Der
Kontext dieses neuen Jahrtausends nach dem 2. Irakkrieg zeigt,
dass der Euphemismus der Globalisierung der 90er Jahre sich
in eine Gegenwart der Armut und Gewalt in vielen unserer Länder
verwandelt hat. Von der nördlichen Hemisphäre bis
zu Ländern wie Argentinien, dem tragischen Extremum, verschwindet
der beschützende Staat mit seinen grundsätzlichen,
demokratischen Funktionen in den Bereichen Gesundheit, Justiz,
Bildung oder ökonomischer und sozialer Gerechtigkeit für
seine Bürger. Dass dieses lokale und globale Panorama,
was den Verkauf von politischem Konsens und billiger Unterhaltung
angeht, von Massenmedien beherrscht wird, ist eigentlich überflüssig
zu erwähnen. Der Autorenfilm, das experimentelle Video
und die digitale Kunst als Medium und Ideologie des Alternativen
und Unabhängigen sind längst aus der Mode gekommen.
Nehmen wir als Beispiel die Retrospektive der diesjährigen
54. Berlinale, die sich dem New Hollywood Film widmete und die
„New Hollywood 1967 – 1976, Trouble in Wonderland“
betitelt war. Die andinen Sweater und die Cannabiszigaretten
des enthusiastischen Publikums der 70er des Berliner Festivals
haben allerdings Abendkleidern, Smokings und Ecstasy weichen
müssen. Ein geschminkter und müder Wim Wenders applaudierte
2003 dem Film „Good Bye, Lenin!“ von Wolfgang Becker,
ausgezeichnet als bester Film der europäischen Film Akademie.
Dieser Mode zu folgen scheint die einzige Richtlinie für
die nächsten elektronischen Medienkunst-Festivals zu sein.
Als Beispiel diene die Forderung nach Interaktion/Interphase
für künstlerische Werke innerhalb des Rechners, wie
sie von einem der Kuratoren öffentlich auf der Emoçao
art.ficial (26) vorgestellt wurde, der dabei die geringe Interaktivität
der meisten elektronischen Werk Lateinamerikas kritisierte.
Diese Vorgaben geben perfekt die aktuellen ideologischen und
formellen Aspekte der Geschichte und der Realität des Audiovisuellen
wieder, Insbesondere bei der Suche nach transzendenten und neuen
Werken.
Ein
gutes Beispiel hierfür ist die interessante Ausstellung
Future Cinema, The Cinematic Imaginary After Film die zwischen
2002 und 2003 im ZKM realisiert wurde, und wo verschiedene Werke
gute Zeitzeugen für den Stand der Dinge der Medienkunst
mit all seinen Paradoxa abgaben. Das eloquenteste Werk Illuminated
Average # 1 Hitchcock Psycho, stammt von Jim Campbell, der ein
einfaches Diapositiv an eine Wand projezierte, ohne jeglichen
Vorsatz der Interaktivität. Dieses Icon zeigt uns „Die
DNA des Werkes Hitchcocks“ und ist ein verdichtetes Bild
aller Einzelbilder des Films und ist mit seiner auf den ersten
Blick großen Einfachheit konzeptuell wohl eines der komplexesten
Werke der Ausstellung. Die universelle interaktive Installation
SI POTERIS NARRARE (27) LICET von Jean-Michel Bruyère
war vermutlich das innerhalb des technologischen Bereichs der
Ausstellung am weitesten entwickelte, avantgardistischste und
kostspieligste. Ein Werk, das es nicht schafft, eine minimale
einfache Erzählstruktur erkennen zu lassen , und das kein
Interesse und keine künstlerischen Energien erzeugt, wenn
wir es mit den vorherigen einfachen und klaren Videos des gleichen
Autors und seiner „Troupe“ (28) vergleichen. So
bleibt einem nur die Idee, dass sie effektiv mittels der digitalen
Maschinerie weder erzählen noch emotional begeistern können.
Eines
der wenigen deutschen Werke auf der Ausstellung, jedoch eins
der besten, war “The Invisible Shape of Things Past”
(29), wo in der digitalen Auflösung Lektüren von Raum
und Zeit, zwischen Architektur und Film möglich sind, wo
das Virtuelle sich in den einzig möglichen Ort verwandelt,
indem es möglich ist, ein historisches audiovisuelles urbanes
Gedächtnis zu rekonstruieren. Dieses bewundernswerte Werk,
herausstechend auf der Ausstellung, wäre vielleicht besser
von anderen Arbeiten der Firma ArtCom (30) aus Berlin begleitet
gewesen. Ich beziehe mich auf die Aufträge, die ArtCom
für Mercedes Benz produziert hat und thematisch sehr gut
in die Ausstellung gepasst hätten. Erinnern wir uns, dass
diese Marke, Emblem und Symbol für Deutschland, mittlerweile
für ihre Autos multifunktionelle Flüssigkristall-Bildschirme
mit Online-Verbindung, GPS sowie Windschutzscheiben aus Flüssigkristall
designed.
Verschiedene
Denker versuchen, Aufklärung in das unglaubliche, von den
Medien inszenierte Event des in Kassel verurteilten Kannibalen
zu bringen. Gleichzeitig ist Kassel Ausstellungsort der Dokumenta,
dem wichtigsten künstlerischen Event Europas. Dieses traurige
Schauspiel um diesen Fall herum, dargestellt von dem Computer-Techniker
Armin Meiwes, und sein Mord an dem Ingenieur Bernd Jürgen
Brandes sind eine Folge der systematisch pathologischen Modelle
der entwickelten Gesellschaft. Eine Warnung vor einer Gefahr,
die wenige mit all ihren Konsequenzen wahrhaben wollen. Der
Akt an sich und die folgende Darstellung der Medien lassen dieses
grausame Verbrechen in einem Besorgnis erregenden Licht erscheinen,
ein einzigartiger Fall in der europäische Geschichte, der
uns zu einer extremen Ausartung führt, unsere Aufmerksamkeit
auf den Stand der Dinge, den niemand wahrhaben will, zieht,
und den deshalb auch niemand analysieren kann bezüglich
seiner Ursachen, Symbole und Auswirkungen.
“Deutschland
schreitet voran” deklarierte der euphorische Gerhard Schröder
Ende des Jahres 2003, als das Parlament die neuen Einschneidungen
des öffentlichen Haushalts beschloss, zugeschnitten auf
die Arbeitslosigkeit und das soziale „Gutgehen“,
die explizit die nächsten Einschnitte in der Bildung, der
Kunst und Kultur beinhalteten.
“Die
Politik als Fortsetzung der Kunst mit anderen Medien”
gab der Künstel Ingo Günther (31) als mögliche
Antwort. Andere Persönlichkeiten, die eng an Institutionen
der audiovisuellen Förderung gebunden sind und staatliche
finanzielle Hilfen erhalten, blieben bei ihrer Politik des Schweigens,
bangend um ihre Stellen und Gehälter.
Diese
Überlegungen sollen hier nicht weiter vertieft werden,
aber in diesem Kontext drängt sich auch die Frage auf:
Wo sind die Erben von Joseph Beuys, Wolf Vostell, Klaus vom
Bruch und Michael Klier (32)? Also jene Mystiker der künstlerischen
Suche, des Nonkonformismus, der überzeugenden Kreativität,
und der Unabhängigkeit gegenüber dem System.
Paradoxerweise
sind zwei der besten experimentellen Werke der 90er Jahre, bewundernswert
für ihre ontologische und neue Lektüre Deutschlands,
Deutschland Neu(n) Null und Berlin 10/90, beides Projekte von
ausländischen Künstlern (33).
Gegenüber
der Grundsatzfrage des Verschwindens der Singularität der
Medien fragen wir uns weiterhin: Wie verteidigt man das Wichtige
und Originale der bedeutenden Werke in den audiovisuellen Medien.
Dieses Millenium wird spannend durch die Herausforderung der
kompletten Digitalisierung des audiovisuellen Apparates, das
konfuse Gemisch, das entsteht bei der Verbindung des Computers,
der neuen Medien, der traditionellen Maschinerie, alles im Bereich
einer totalen Hybridisation von Materialien und deren Trägern.
Wenig
können wir erwarten von der Politik und den multimedialen
Kooperationen. Es ist auch nicht ihre Aufgabe, audiovisuelle
Produkte von Qualität, von einem Autor kreiert und mit
experimentellem Charakter und künstlerischen Zielen und
Nutzen, zu fördern, zu produzieren und zu verbreiten. Ohne
Zweifel ist dies ein politisches Problem, das durch die aktuell
Regierenden wohl kaum gelöst wird und dem gegenüber
die Funktionäre und kulturellen Verwalter machtlos sind.
Überflüssig
zu sagen, dass der Fall in Argentinien verloren scheint.
Ich
glaube, dass wir versuchen müssen, auf der Suche und Förderung
nach Autoren und wichtigen Medienkünstlern in allen Bereichen
einen radikalen und konzeptuellen Geist zu erhalten. Eine derzeit
gefährliche Einstellung, wenn nicht sogar subversiv, die
sich gegen den Konsens der Spektakels und die unerträgliche
Banalität von verschiedenen Konzepten, die die Neuen Technologien
per se umgeben, stellt.
Die
Verteidigung gegenüber diesen Veränderungen wird von
Mal zu Mal schwerer und gefährlicher, aber sie ist es wert
und braucht sich nicht vor Uneinigkeit und Diskussion zu fürchten.
Vermutlich
verschiedene Faktoren haben zu dem Fehlen des Publikums auf
dem letzten von Micky Kwella fast allein organisierten Event
medio@arte latino im Februar 2002 kurz vor seinem Tod geführt.
(34)
-
It was my biggest flop, sagte Kwella, während er rauchte
und einen doppelten Kaffee trank, im Haus der Kulturen der Welt.
Ich
dachte genau das Gegenteil. Mal abgesehen von der nicht vorhandenen
massiven Anwesenheit des Publikums, verteidigte dieses Event
ein hervorragendes Konzept und Kriterium der Kuratorie. Die
gute Organisation, die niedrigen Kosten und die Vorgaben entsprachen
einer Mystik und Ideologie, die schon viele vergessen oder für
immer verloren haben in Deutschland, in Europa und im globalen
audiovisuellen Kontext.
Die
Aufgabe muss es sein, diese wiederzuerlangen.
(1)
transmediale
Veröffentlichtes Buch für die Auflage 2004. Von Rudolf
Frieling, Eckart Lottmann und anderer, in Zusammenarbeit mit
dem Team der Transmediale Andreas Broeckmann, Susanne Jaschko,
Thomas Munz und finanziert durch den Hauptstadtkulturfonds.
(2) ----- Original Message ----- From: "Thomas Munz"
<tm@transmediale.de> To: "JLF" <jlf@elsitio.net>Sent:
Tuesday, December 09, 2003 11:09 AM Subject: Re: Transmediale
publicationDear Jorge, sorry for the delay, but it took me a
while to go through your text due to me not speaking Spanish.
I was doing this now together with a colleague and now we would
like to dicuss this with you. It seems, that there are two main
lines in your text. One which is more general and one which
talks more about personal experiences and relationships. I think
as for the book as it developed in the meantime, it would be
good if we could focus on one line. We were marking in coloured
segments the text which we would propose to shorten, also for
length reasons, since quite a few friends and former participants
of Videofest/transmediale were willing to contribute in the
end. In general, what we were trying to do, too, was to make
Micky as a person visible through the themes and contents we
were focusing on, and not so much through the many personal
sides all of the contributors and team have, because we are
also trying to make the backgrounds accessible to readers who
haven't come across Videofest and transmediale so far. So best
thing now probably is, that I will now just add the document
and then we can think about how we are going to proceed. Please
let me know what you think.
Thank you and best wishes, Thomas----- Original Message -----
From: "Rudolf Frieling" <frieling@zkm.de> To:
"JLF" <jlf@elsitio.net>; "Andreas Broeckmann"
<abroeck@transmediale.de>; "Thomas Munz" <tm@transmediale.de>
Sent: Wednesday, January 07, 2004 3:19 PM Subject: Re: JLF Text
“dear Jorge, what an unfortunate timing. you on your summer
break, i was away for two weeks over Xmas, and your text in
the middle. it did take some time to find a translator and eventually
get the German version. that explains some of the time problem,
but now it seems there was not enough time for discussion left
(and again the translation...) we are sorry for the distress.
we decided to take your final version for the website and not
include it in the book (which would have meant a somewhat more
detailed editorial process). hoping that this won't leave hard
feelings. we will send the book anyway to you, if you wish!
(although being in German) with my best wishes. rudolf”
(3) videobrasil
(4) itaucultural
(5) medio@rte latino ist eine Veranstaltung des Hauses der Kulturen
der Welt. Verantwortlich, Michael Thoss, Head of Visual Arts
Departments, Micky Kwella, Media Art Curator. Curators: Solange
Oliveira Farkas, Asociación Cultural Videobrasil, Priamo
de Lozada, Laboratorio Arte Alameda, waren die brasilianischen
und mexikanischen Kuratoren. Judith Moreno hat das mexikanische
Programm vorgestellt und Karl Johnson war Asistent des Events.
Auf dem Event stellte Marcello Mercado eine Auswahl seiner Arbeiten
vor.
(6)
Vergessen wir jedoch nicht, dass Rinaldo zusammen mit Lucia
Santaela an der ersten Konferenz “interactividades”,
organisiert von Rejane Cantoni und Daniela Kutschat im Centro
Cultural Banco Itaú in San Pablo im September 2003, teilnahm.
http://www.itaucultural.org.br/interatividades2003/