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Zweintopf: “Imagineering” – Kunst im Konsumtempel


zweintopf: “Vier Jahreszeiten – or the making of a public space lookalike”


0512: “Achtsamkeit”



Sylvia Winkelmayer: “o.T.”


Aldo Giannotti: “The Chase”



Simon Rulquin: “Where is Wally (Où est Charlie?)”


Anticool Company: “Anti-Shopping” – “Nicht mehr getragene Kleidungsstücke werden mit Etiketten versehen und zur�ück ins Geschäft gehängt.”


Michail Michailov: “Heimkino”. “Der Titel der Intervention ergibt sich durch die Wahl des Ortes, der Abteilung “Heimkino” des Elektrohandels Saturn, wo ich mein Video “private dancing” (01:45min.,loop) ohne um Erlaubnis zu fragen gleichzeitig auf mehreren Fernsehern mehrmals präsentierte.”

Yoga, Fange und ein illegales Video-Screening im Konsumtempel: Das Künstlerduo Eva Pichler und Gerhard Pichler alias Zweintopf hat Ende September die fantastische, illegale Gruppenausstellung “Imagineering” in einem Grazer Einkaufszentrum realisiert. (Vgl. auch Kunst im Baumarkt: PARASITES#1) Hier kann man sich alle künstlerischen Interventionen anschauen – lohnt sich! Und hier noch einmal das Konzept: “Norbert Bolz hat das Konzept des “Imagineerings” auf den Konsum übertragen und beschreibt damit den postmaterialistischen Kunden und seine Sehnsüchte. Gekauft werden heute keine Güter, sondern Geschichten, Gefühle, Träume und Werte. Und ist es nicht sehr viel leichter diese Phantasien in einer neu konstruierten, noch unbelasteten Welt zu verkaufen, als neue Werte der gewachsenen Stadt als Konstrukt überstülpen zu wollen? So entstand das Konzept “Einkaufszentrum”. Der leblosen Architektur in suburbanen Gegenden werden bekannte Versatzstücke aus allen Jahrhunderten der Architekturgeschichte entgegengesetzt. Regenfeste Gotik, Renaissance und Heimatstil in einem, Gemütlichkeit in kleinen Happen und ohne Verknüpfung zu mühsamer Geschichte. Ein sicherer, sauberer, hermetisch abgeriegelter Mikrokosmos, scheinöffentliche Flächen, Plätze und Gehsteige, nach innen orientierte “Straßencafes”, von Ladenzeilen umschlossen – die Mallarchitektur schützt nicht nur vor dem Wetter: dem falschen Menschenschlag ist der Zutritt via Hausordnung ebenfalls verweigert. Nach außen präsentiert sie sich als Kasten, ein abweisender Block, der Autos wie Blechmotten magisch anzieht. Das Einkaufszentrum als freiwillige innere Emigration, sein Kern ein Gesamtkunstwerk des Konsums: Kaufen, Essen, Amüsieren – die Welt als ästhetisches Phänomen. Soweit zur vorgefunden Situation, die wir nicht unkommentiert lassen wollten. Und so wurde die Möglichkeit geschaffen, sich dieser Erscheinungen anzunehmen: zweintopf konnte KünstlerInnen/ArchitektenInnen/Kollektive einladen sich am Shoppingcenter abzuarbeiten, konnte die Entlarvung der Scheinöffentlichkeit, insbesondere subversiv und ohne Erlaubnis der Shoppincenterleitung künstlerisch tätig zu werden, delegieren. Die öffentliche Hand lieferte das monetäre Rüstzeug. Wenn Sie also dieses Vorwort lesen, ist alles längst vorbei – diese Dokumentation bleibt als Imaginationshilfe für Szenarien unerlaubten Handelns, die geladenes Publikum nicht vorsehen.” Via

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