



“o.T. (wos kost die wöld)”: “Tausende Preisaufkleber bilden den Überzug über vermeintlich öffentliche Güter. Die beklebten Objekte wirken aus einer gewissen Entfernung pointillistisch verfremdet und sehen aus als wären sie von einer Krankheit befallen – der Gebrauchswert eines zur Ware mutierten Produkts wird hinter seinen Tauschwert gedrängt. Selbst vor dem Körper nimmt der Ausverkauf nicht halt.”


“noneventeventmonument IV”: „I AM A MONUMENT“ verwendet Robert Venturis Slogan in Reinform: Als Behauptung, die die Wahrnehmung des Gewöhnlichen untersucht, wenn über einen „geläutertem“ Blick auch ein grauer Schuppen ästhetische Formen anzunehmen vermag. Ist dieser Satz nur ironisch affichiert oder doch objektimmanente Bestimmung des Bauwerks? Ähnlich der konstruktivistischen Anti-Aufforderung „Ignore This Sign“ stellt sich schließlich auch für den öffentlichen Raum die Frage, wer oder was die Bedeutungen generiert. Mächtige Schriftformen preisen meist nur noch Konsumadressen an. Hier werden sie zur Fassade und lassen aus ihrer Behauptung neue Gedanken-Gebäude erstehen. Venturis Empfehlung des dekorierten Schuppens als simples schützendes Gehäuse, das nur über ein Schild seine Berufung kundtut, wird hier am Bestand vorgeführt: Wenn Wirklichkeiten nicht auf Gegebenheiten, sondern auf der Kreativität persönlicher Interpretationen bestehen, denen hier und da ein wenig auf die Sprünge geholfen werden muss.”

Neunhochneunquer (Stiege), 2010
Neue Arbeiten im öffentlichen Raum: Zweintopf alias Gerhard und Eva Pichler haben mir mal wieder ein fantastisches Update geschickt. Onlineportfolie hier, mehr auch hier und hier. Via: Mail, danke!




Comments
Die Preisschilder wirken auf den ersten Blick wirklich sehr befremdlich und ich musste den Text erst lesen, bevor ich es verstanden habe – gelungene Aktion, besonders spannend ist die Tatsache, dass nicht nur Gegenstände, sondern auch Menschen beklebt wurden.