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0100101110101101.ORG: “Internet cornucopia vs. high art constipation”, 2010

Fake-Cattelan-Skulptur von 0100101110101101.ORG: “In spite of an immediate and enthusiastic reception by the art world, a new sculpture by Italian art-star Maurizio Cattelan currently featured at Inman Gallery Annex in Houston, TX, is actually the work of artist-provocateurs Eva and Franco Mattes—also know as 0100101110101101.org—created by adopting the famous artist’s style and materials. “I was never very good at making art. But, modestly speaking, I’m pretty good at copying,” declared Franco Mattes, “so I thought, let’s wear the mask of a famous artist and see what happens: Will people realize it immediately? Will they say ‘this is his worst work ever?’ Or will they love it?”
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Yolanda Dominguez: “Fake Your Orgasm”, 2010

Die neue Aktion von Yolanda Dominguez – Fake-Orgasmus-Fake-Propaganda: “A Living carried out via national radio and which, using an ironic plot, considers an aspect of women’s sexuality that is never talked about: faking orgasms. A famous Spanish sexologist has collaborated on this project, providing real data about this matter and an actress represents the role of a teacher of interpretation who advertises “classes to learn how to fake orgasms” via a flyer she gives out to the passers-by in the city centre. A national radio station that is collaborating with Yolanda Domínguez interviews this odd teacher live to ask her about these classes – how they are, how many clients she has… – as if it were totally real and a space is left for the public to intervene. Both men and women react leaving various messages according to their criteria and their experiences and different reactions are gathered. (Surprisingly, the female majority openly confess faking to be something normal). At the end of the programme, it is revealed that the teacher is not real and that it has all been a living carried out by Yolanda Domínguez who presents the spectators with this question and invites them to reflect upon it.” Mehr hier, via: Mail, thx!

Fake-Türen: Graffiti-Opt-Art

Via: Mail, danke Patrick!

Schotter & Söhne: Fake zum Thema “Castor”

Schotter & Söhne – Gleisabbau und Rückbau” – schöner Fake zum Thema “Castor”. Via: Mail, danke Metronaut!

Fake: Horst-Köhler-Consulting

Skandal um die Fake-Webseite Horst-Köhler-Consulting: “Einen Tag nach dem Rücktritt von Horst Köhler aus dem Präsidentenamt verschwand eine Köhler-kritische Website unter dubiosen Umständen aus dem Web. Die taz hakte nach – und stieß auf eine kuriose Geschichte, bei der die Fake-Homepage offenbar mit einem Fake bekämpft wurde. Das Pikante daran: Der gefakte Einschüchterungsversuch kam offenbar direkt aus einer Bundesbehörde. Überhaupt nicht lustig aber findet das das Bundesverwaltungsamt. Das will jetzt Ermittlungen aufnehmen. Aber der Reihe nach. Auf der Seite horst-koehler-consulting.de bot vermeintlich der Bundespräsident a.D. Horst Köhler Unternehmen Beratung auf Basis seiner militär- und außenhandelspolitischen Kompetenzen an. Zu seinem Kompetenzteam sollten unter anderem Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, verantwortlich für „Putin Relations“, Ex-Außenminister Joschka Fischer, verantwortlich für „Green Warfare“, sowie Ex-Bundeskanzler Kohl, als „Head of Secret Accountance“ zählen – die Seite mussten für jeden klar als Satire zu erkennen sein. Die Website schaffte es auf bis zu 2.000 Klicks pro Sekunde. Doch: Nur wenige Stunden nach Veröffentlichung verschwand sie wieder aus dem Netz. Unter der URL war sie zwischenzeitlich nicht mehr zu finden und selbst im Google Cache, dem Kurzzeitgedächtnis des Suchportals, war sie bereits nach wenigen Stunden verschwunden. Nach Recherchen der taz kam die Attacke auf die Satire-Website direkt aus einer staatlichen Behörde: Der taz liegt eine E-Mail vor, die darauf hindeutet, dass es ein Mitarbeiter des Bundesverwaltungsamtes selbst war, der beim Provider auf die schnelle Sperrung gedrungen hat. Denn die Mail stammt von einem Computer mit der IP-Adresse dieser Bundesbehörde. Weiter hier… ” Via: Martin Kaul/taz/Echo

Fake-Spot: BP – Bringing People together

Schöner Anti-BP-Spot von Andy Cobb and The Partisans. Mehr BP-Busting auch hier und hier. Via: Mail, danke Karsten!

Kleines Fazit zum Leipziger Fake-Kongress


Das Podium zur Eröffnung: Alain Bieber, Martin Büsser, Lizvlx (Ubermorgen.com) und Stefan Römer


Zwei Führer auf einer Bühne: Martin Sonneborn und Alf Thum


Der neue Stern am Leipziger Galeriehimmel: Die essential existence gallery


Zuerst gab’s skeptische Blicke beim Antipreneur-Vortrag – aber danach wollte doch jeder das “Kartenspiel “Kriege” gewinnen


Roger Behrens über Pop und Subversion. Fotos: Felix Schiemank.

Leipzig, sonst eher eine grundehrliche Stadt, in der Frisöre noch mit einem fröhlichen “Kamm in” grüßen und es sonst Informationsveranstaltungen zu Themen wie “Hund-Mensch / Mensch-Hund” gibt, hatte zum subversiven Stelldichein geladen: Vom 16. bis 18. April, fand dort der erste Brimboria Kongress statt – Thema war “Die subversive Strategie des Fake”. Eine Freundin schrieb mir daraufhin: “Was ist denn ein Fake-Kongress? Habt Ihr da so getan als wärt Ihr wahnsinnig wichtig und habt Podiumsdiskussionen über Nonsens-Themen gehalten? Oh, das stelle ich mir sehr sehr unterhaltsam vor. Darf ich beim nächsten Mal dabei sein und Frau Dr. Mustermann, Expertin für interterrestrisches Leben sein?”

Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Ja, stimmt, wahrscheinlich war der ganze Kongress doch ein Fake! Und all das Theoriegewichse von Lars Quadfasel, Martin Büsser, Stefan Römer, Roger Behrens und dem neostalinistischen Autorenkollektiv Biene Baumeister Zwi Negator (bei dem man Angst haben musste, bei jeder kritischen Nachfrage sofort im Gulag zu laden) war doch ein einziger Fake-Brainfuck? Aber wahrscheinlich ist dem leider doch nicht so, wahrscheinlich gehen linke Vordenker zum Lachen noch immer in den Keller. Am liebsten hätte ich jedem zugerufen: “Wenn ich nicht tanzen darf, möchte ich an Eurer Revolution nicht beteiligt sein.“ (frei nach Emma Goldman). Aber zum Glück brachen Vorträge, von Antipreneur und das Partei-Gipfeltreffen mit Martin Sonneborn und Alf Thum, dem Führer der Front Deutscher Äpfel, das kontersubversive Treiben. (“Humor ist konterrevolutionär”, so Herr Zwi Negator, wurde nach dem Kongress zu meinem neuen Lieblingsspruch.)

Das Grundproblem der Veranstaltung lag vor allem in der Annahme relativ verfeindete Gruppen an einen Tisch zu bekommen – und am Ende bleibt das schale Gefühl, dass sich “der/die PolitaktivistIn”, “der/die TheoretikerIn” und “der/die KünstlerIn” noch weniger zu sagen haben, als bisher befürchtet. Trotzdem: Das Bestreben einen solchen Kongress durchzuführen ist absolut bewunderns- und lobenswert. Was die Brimboria-Gründer Max und Tom da mit ein paar Euros auf die Beine gestellt haben, verdient wirklich einen dicken Applaus! Dass sich viele Debatten dann in typisch linken Grabenkämpfen verfaserten und die Praxis und der Spaß viel zu kurz kamen, kann man den Veranstaltern nicht ankreiden. Schon eher dem Publikum: Da kommen einmal rund 200 linke Aktivisten und Künstler zusammen – aber anstatt gemeinsam konstruktiv an der “Revolution” zu basteln, geht man sich gegenseitig an die Gurgel.

Ich für meinen Teil hatte trotzdem einen großen Spaß – das Wetter war traumhaft, es war schön alte Bekannte und neue Brüder/Schwestern im Geiste zu treffen. Besonders gespannt bin ich auf die geplante Ausstellung zum Thema “Subversion” im Leipziger Projekt- und Ausstellungsraum essential existence gallery! Zu dem Thema bald mehr. Und die Moral von der Geschicht: Kaum war ich zurück in Berlin, habe ich ein Plakat mit “Gelitin in Berlin” entdeckt. Ich also zur Galerie VW gepilgert – und vor Ort musste ich dann feststellen, dass nicht das österreichische Künsterkollektiv, sondern die Künstlerinnen Ina Viola Blasius, Jsem Tvoje Zrcadlo und Birgitt Fischer im Namen von “Gelitin” geladen hatte. Ätschibätschi – und dann fiel mir doch ein Stein vom Herzen, es funktioniert noch immer und wird immer funktionieren und es ist so verdammt einfach. Oh, welcome back, du wundervolle Fake-Praxis!

Fake-Bankomat in Rotterdam

Ja, es ist eindeutig zum neuen Volkssport geworden: Google Street View verarschen. Mehr auch hier und hier. Via

April, April! / UPDATE

* Art: Bei den Umbauarbeiten des Germanischen Nationalmuseum wurde Albrecht Dürers Hasenskelett geborgen

* Jürgen Trittin: Aussteigerprogramm und Resozialisierung für gemäßigte FDP-Mitglieder. “Wir dürfen nicht länger tatenlos zuschauen, wie immer mehr unschuldige FDP-Basismitglieder durch Äußerungen und Auftreten ihrer Parteiführung und ihrer Regierungsmitglieder an den Rand der Gesellschaft geraten.”

* Form: Grcic wird Design-Berater des FC Bayern München

* Mopo: Emirates: 100 Mio. für die Elbphilharmonie!

* Titanic: “titanic hat den Verlag gewechselt. Das Hamburger Verlagshaus Gruner+Jahr wird die Redaktion mit finanziellen Mitteln ausstatten, die es ermöglichen werden, titanic noch attraktiver für Sie zu machen. Kritik am aktuellen Titel, wie sie etwa das religiöse Onlinemagazin kath.net äußert, kann ab sofort telefonisch durchgegeben werden unter 040 – 37 03-0. Bitte lassen Sie sich direkt zu Thomas Osterkorn oder Andreas Petzold durchstellen.”

* Turi: Geheimprojekt “Burgle”: Der Internetgigant Google steht kurz davor, die Hubert Burda Media zu übernehmen

* Google: Google Translate for Animals. Video hier!

* Radio Sunshine: E-Mail-Porto

* Tagesschau: ICANN schaltet Rootserver ab

* Moviepilot: Nach ZweiOhrKüken kommt jetzt DreiArmNazi

* FAZ: iPad schmilzt bei exzessiver Benutzung

* Berliner Tagesspiegel: Merkel bringt aus Türkei türkischsprachige Straßenschilder für Berlin-Kreuzberg mit

* Rewe: Aus “Ja!” wird “Nö!”

* Spon: Training für Hartz-IV-Empfänger – Arbeitslose spielen Kaufmannsladen

* Wikipedia: Wife selling

* Peta: Außenminister zieht sich für Tierrechtsorganisation Peta aus

* Improv Everywhere: No Underwear Subway Ride

Kleine Sammlung aktueller Aprilscherze…

Hamburg: Fake-Ché verwirrt die FDP

Die FDP blamiert sich mal wieder: “Finn Ole Ritter, Vorsitzender der Jungen Liberalen Hamburg, fordert in einer ausführlichen Erklärung die sofortige Entfernung des “Stalin-Verehrers” vom Rathausmarkt. Er befürchtet gar, dass die Skulptur ohne offizielle Genehmigung von Fans der “linken Pop-Ikone” heimlich – in einer Art Guerilla-Aktion – in die Nähe des Rathauses gestellt wurde.” Dabei handelt es “sich um eine Skulptur des Berliner Künstlers Christian Jankowski. Von ihm stehen seit dem 13. Februar drei Bronze-Skulpturen auf dem Rathausmarkt: Die eine zeigt Che Guevara, die zweite Julius Cäsar und die dritte eine Frau mit Sonnenschirm, die ganz offensichtlich einem Dalí-Werk nachempfunden wurde. Die Skulpturen sollen auf die Ausstellung “Täuschend echt – Illusion und Wirklichkeit in der Kunst” aufmerksam machen – und für Gesprächsstoff sorgen. Zumindest letzteres hat ja nun bestens funktioniert. Die Skulpturen wurden vor fünf Wochen unter großem Aufwand des Bucerius Kunstforums auf den Rathausmarkt gestellt.” Tja, scheint irgendwie an der FDP vorbeigerauscht zu sein. Und der Witz an der Sache: “Jankowski hat sich für seine Living Sculptures drei Historien- oder Phantasiekostüme ausgesucht, wie er sie in der Fußgängerzone in Barcelona gesehen hat”, erklärt Ortrud Westheider, Direktorin des Bucerius Kunstforums. “Es geht ihm nicht darum, mit Che Guevara eine “linke Pop-Ikone zu stilisieren”, wie es die Jungen Liberalen vermuten, er hat Kostüme von Mimen ausgewählt und setzt deren Spiel mit der Illusion fort.” Via