PARASITES #2: THE WA
Februar 3rd, 2010


Nicht verpassen: PARASITES#2 mit dem Berliner Künstler The Wa in der Hamburger HafenCity – am Samstag, 13. Februar 2010, 14 Uhr! Der genaue Ort wird wieder 24 vorher via Twitter, Facebook, Mail und SMS bekanntgegeben: Alle Infos bei www.para-sites.de! (Ein donnernder Applaus auch für die großartige neue Webseite und den zuckersüßen Diddl-Style-Flyer geht an: Gebrauchsgrafikundso!)
“Die moderne Großstadt ist zu einem konsumierbaren Produkt geworden, sie wird kontrolliert, inszeniert und instrumentalisiert. Der so genannte öffentliche Raum ist in Wirklichkeit scheinöffentlich und spiegelt allein die Realität der herrschenden Ideologie wieder. Eine traurige Realität in Hamburg: Am Hauptbahnhof werden Drogenabhängige durch eine Endlosschleife klassischer Musik vertrieben und im Frappant über 100 Künstler aus ihrem Atelier verdrängt, weil der Stadt ein Ikea-Kaufhaus wichtiger erscheint.
Gebrandete Multifunktionshallen, riesige Shopping-Malls, mondäne Wohnlofts und sperrige Bürotürme dominieren das heutige Stadtbild und wecken den Wunsch nach Freiräumen und Partizipation. Das beste Beispiel für die Hässlichkeit dieser hegemonialen Potenz: Die Hamburger HafenCity, ein Retorten-Stadtteil, sauber, leblos und grotesk. 1,3 Millarden Euro an öffentlichen Investitionen flossen bereits in die HafenCity – einmal abgesehen von den rund 450 Millionen Euro Baukosten für Hamburgs Prestigeprojekt Elbphilharmonie.
Künstler scheinen sich da zu sagen: Wenn unsere Stadt schon wie eine Mischung aus Disneyland, Dauerwerbesendung und Architekturzoo aussieht, dann lasst uns gefälligst auch dort herumtollen. Urbane Interventionen sind deshalb realisierte temporäre autonome Zonen. Eine solche spektakuläre Intervention plant der Berliner Künstler The Wa jetzt in der Hamburger HafenCity. Er wird dort eine paradoxe Situation inszenieren – zum ersten Mal in der Geschichte dieses Viertels.
Liebe Punks, Autonome, Obdachlose, Kanacken, Terroristen, Drogendealer, Parasiten, Asylbetrüger, Hütchenspieler, Arbeitslose, Studenten, Taugenichtse, Tagelöhner, Anarchisten, Rumstreuner – bitte lasst die Yuppies nicht alleine! Die Stadt gehört allen! Deshalb feiert am Samstag, den 13. Februar, 14 Uhr, mit The Wa in der HafenCity. Es gibt Vokü und Freibier für alle!
BIOGRAPHIE
The Wa ist ein Straßenguerillero, der mit den Mitteln der Kunst für mehr soziale Gerechtigkeit, für das Ideal eines herrschaftsfreien Raumes und gegen die kulturelle Hegemonisierung kämpft.
Er studierte in Frankreich Bildene Kunst, zog dann nach Berlin, und traf hier Gleichgesinnte wie Brad Downey, Akim, Jesus und FA, mit denen er gemeinsam viele Projekte realisierte. Seine illegalen Interventionen und Skulpturen sind Stolpersteine im öffentlichen Raum: Ob Lebensläufe von Arbeitssuchenden als Citylight-Poster in Marseille, ein Marmor-Ebenbild von Nicolas Sarkozy an einer Pariser Brücke oder ein überdimensionales Ventil in Shanghai, dass die Welt plötzlich als Luftballon erscheinen lässt – die kontextsensitiven Arbeiten von The Wa unterwandern das System und sind eine spielerische Revolutionierung des Alltags.”Manche Menschen nennen meine Arbeiten “urban hacking” oder “artivism” – vielleicht ist es auch nur eine bunte Möglichkeit, um Menschen zum Nachdenken zu bringen”, hat The Wa einst in einem Interview gesagt. “Ich bin mir nicht sicher, aber ich habe immer wieder diesen einen Satz von Pierre Bourdieu in meinem Kopf: “Democracy is the balance between people who have power and those who fight against them.”
Die Grenzen zwischen politisch-revolutionärer und künstlerisch-avantgardistischer Subversion sind bei The Wa fließend – und unverkennbar knüpft er auch an die europäischen Avantgardebewegungen wie Situationisten, Dada und Fluxus an. Aber sein größter Traum – Marcel Duchamps hätte seine helle Freude daran – bleibt: Irgendwann einmal möchte The Wa einen “nützlichen Brunnen” bauen.”
The Influencers 2010: 4-6. Februar, Barcelona
Januar 31st, 2010




Nicht verpassen: Das jährliche Kommunikationsguerilla und Culture Jamming-Gipfeltreffen, The Influencers, organisiert von d-i-n-a und 01.ORG, findet diesmal vom 4. Februar bis 6. Februar im Center of Contemporary Culture, in Barcelona statt. Mit dabei: Die italienische Gruppe IOCOSE, die 2009 vor allem mit ihrer Ikea-Guillotine “ SØKKØMB“ für Aufsehen sorgte. Weitere Projekte: “Empathy Box“, eine religiöse Schmerzensmaschine und “Win Nothing Day” – dazu wurde tausende Contest-Sticker mit einem Code auf Supermarktwaren geklebt, es gab eine entsprechende Webseite mit schlechtem Grafikdesign, langsamen Ladezeiten und vielen absurden, persönlichen Fragen (A blind trust was needed to suffer the website, the same that takes us every given day in front of the shelves. Every code was the “lucky” one, but here comes the bitter sweet truth: you won, but there is no prize. Everytime you participated in the contest you were sure you could really gain some type of “real happiness” out of it. Maybe it’s time to get more serious about your life!)

Cristian Bettini und sein Projekt donkijote.org: Seit Jahren reist Bettini mit Laptop, GPS, Kamera, Solarpanel und einem Esel durch die Gegend und erstellt eine multimediale “Donkeypedia”.

Auch die Yes Men sind da – mit ihrem Film und einem Vortrag im Gepäck.

Künstler und Hacker Joan Leandre: “Untiring transformer of digital entertainment products, Joan Leandre has carried out such diverse actions as the manipulation of innocuous car race videogame computer code; compilations of documentation on technological euforia, both commercial and military; or the challenge to a powerful computer to create a model of the highest ever mountain.”
The Influencers 2010 from ziga-zaga on Vimeo.
Alle Gäste: The Yes Men, ZEVS, James Acord, Donkijote, Black Label Bike Club, Joan Leandre, Critical Art Ensemble, IOCOSE. (Vgl. auch Influencers 2009, 2008). Das ganze Programm hier, via: Mail.
Claire Fontaine: “La société du spectacle”
Januar 31st, 2010

Das französische Kollektiv Claire Fontaine (aka Fulvia Carnevale, Theoretikerin; James Thornhill, Künstler), benannt nach einem Hersteller für Schulhefte, sieht sich als “Readymade Artist” – und produziert verkopft-verstörende neo-situationistische Konzeptkunst. Mehr auch hier, via.
Watchlist: Ben Ross
Januar 30th, 2010



Crazy Kritzelkratzel-Hackenkreuz-Chaos: “Ben Ross – Ars Authentica” (6. Februar bis 20. Februar) im Berliner Undplus CollabRoom (Torstr. 66): “Hey my name is B.R. and i am German. The Germans killed many Jews in the past. What i am about to show you is an exhibition about the authenticity in our lives. How authentic is your mother? How authentic is your country? How authentic can art be? Is there something like “authentic” anyway? Because of their history the Germans understand authenticity, the internet knows the meaning of the word as well. I trust the Germans more than the internet. So, this is more an exhibition about bringing back the trust to the people of Germany than about doing some arty stuff. If you know what i mean. Ben Ross 2010″ Via: Mail, danke Gunnar!
Counter-Protest mit absurden Botschaften
Januar 30th, 2010



Noch einmal ein schönes Beispiel zum Thema “Gegenprotest”: “Westboro Baptist Church showed up to protest in front of Twitter’s San Francisco office on Thursday, but found themselves severely outnumbered by a crowd of absurdist pranksters.” Mein Favorit ist das Schild: “Man hat mir Donuts versprochen!” Via
Doku: Harald Naegeli – Der Sprayer von Zürich
Januar 29th, 2010
Harald Naegeli – Der Sprayer von Zürich from Institut für Kunstdokumentation on Vimeo.
Schöne Doku vom Institut für Kunstdokumentation und Szenografie: “Der Schweizer Künstler Harald Naegeli wurde international bekannt durch seine unverwechselbaren, fast skulptural anmutenden Graffiti, die er Ende der 70er Jahre an dieverse Wände in Zürich sprühte. Als Skandal ging seine Verhaftung 1981 in die Kunstgeschichte ein, als Naegeli wegen “Sachbeschädigung” in der Schweiz zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Neben dokumentarischen Aufnahmen zeigt dieser Clip aber auch Naegelis aktuelles Schaffen: seine “Urwolken”-Bilder. Heute gilt Harald Naegeli, der vergangene Tage seinen 70sten Geburtstag feierte, als Mitbegründer der Graffiti-Kunst.” Via
Zine-Hattrick: XXX, Wandler und GuteSeiten-Award
Januar 28th, 2010

Zine-Hattrick in Hamburg: Gleich drei große Events gibt es für alle Zine-Lover in Hamburg! Los geht’s am Samstag, 30.01.2010, um 21 Uhr, im “blatt”-Showroom (Königstraße 16) mit einem “xxx-zine”-Special: “Im Rahmen der Veranstaltungsreihe “blatt – contemporary magazines“ zeigen Art-Lawyer Jens O. Brelle und Nude Paper Art-Director Uwe Jens Bermeitinger zeitgenössische erotische Magazine und ganz spezielle Art Zines. Nur für eine Nacht. Ausgedehntes Vorspiel mit ästhetischen Mags wie „Jacques“, „Paradis“, „S Magazine“ und „Purple Fashion“. Härter zur Sache geht es mit „Daddy The Magazine“, “The new Gentlemen’s Club” und „Butt“. Und vielem mehr. Daneben Klassiker wie das legendäre „LUI“ und alte PLAYBOY-Ausgaben aus den 70ern. Special des Abends: Pornoanwalt Marco Dörre referiert zum Thema “Porn and Law”.”
Dann gibt es am 1. Februar die Magazin-Release-Party von “Wandler” und die Eröffnung des neuen Konzeptstores “Fitting Forward” (Stresemannstraße 110): “Gesellschaftsspielverderber – Ene mene meck und du bist weck! Übertrumpfen, zocken, bluffen, aussetzen, zurück zum Start, Himmel und Hölle, den schwarzen Peter ziehen. Mensch ärgere Dich nicht, das ärgert uns! Am 1. Februar eröffnet FITTING FORWARD die Black Box für alle Gesellschaftsspielverderber, Ungehörte, Vergessene und diejenigen, die diesen eine Plattform bieten. Am 1. Februar: tritt der WANDLER in euer Leben. Das Magazin für das Überleben in einer digitalen Gesellschaft, analog präsentiert. Die Welt ist keine Google – Es lebe der Mangel! Auf Los geht’s los: FITTING FORWARD malt mit Lauten auf Shirts, formt aus modischen Metaphern avantgardistische Alliterationen und TASEK vertextet mit Vor-Lautketten den Raum. Gehe nicht über Los: WANDLER verdruckt kybernetische Komplizen und manische Musiker und schüttet die Inbox aus und lässt die atomisierte Verkäuferinnen Tischtennis spielen. FITTING FORWARDS Spielfiguren sind Hui Hui, Greenpeace Magazine, Senior Design, Bitten Stetter, Philipa Lindenthal, Diedeling, Shoessenkel, Ginger & Fred, Dora Mojzes, von Wedel&Tiedeken, Odeur, Makin Jan Ma, Silberfischer, Susanne Schmitt, Diedeling, Shoesenkel und Agapis Welt.”
Und am Dienstag, 2. März, gibt es im Hamburger Kunstverein die erste Hamburger Zine Fair mit den Machern der Magazine von Ein Magazin über Orte, Berlin; DieNacht, Trier; Low, Dresden; Screenshots, Berlin; ShakeYourTree, Stuttgart/Berlin; Klebstoff / Mandy, Dresden; Der:Die:Das, Zürich; Balkon & Garten, Berlin; Berlin Haushoch, Berlin und Gudberg, Hamburg. Danach eine Ausstellung (bis 14. März) mit allen Höhepunkten aus der GuteSeiten-Zinothek – und am Freitag, den 5. März dann der Höhepunkt: Deutschlands erstes Live-Magazin inkl. Verleihung des GuteSeiten-Awards! Die besten Journalisten, Fotografen und Dokumentarfilmer präsentieren ihre Reportagen jeweils in 5 bis 7 Minuten live vor Publikum – in einer ca. 75-minütigen Show! Seid gespannt, mehr dazu bald!
Counter-Protest: “Corduroy Skirts are a Sin”
Januar 28th, 2010

Schöner Gegenprotest von Chris Pesto – auf seinem Schild steht: “Cord-Röcke sind eine Sünde.” Zur Erklärung: “This woman was wearing a ankle-length corduroy skirt, which, as we all know, is a fashion nono. So, in order to make her feel uncomfortable, I stood next to her and held a sign that said Corduroy skirts are a sin! I don’t think I have ever drawn so much attention in my life. SO many people asked to take a picture with me, I got laughs, high fives and there were the few that even cursed off the woman standing behind me.” Via
Specter: “Gentrification of Brooklyn”
Januar 28th, 2010
Fake-Web: World Economic Forum
Januar 28th, 2010

Wieder einmal ein sehr schöner Medienhack: “Auf den ersten Blick sind die Seiten www.weforum.org (Original) und www.we-forum.org (Fake) nicht zu unterscheiden. Selbst beim Quellcode unterscheiden sich die Seiten erst sehr weit unten. Einzig der Server von we-forum.org verrät, dass da ein Kollektiv dahinter steckt, das auch schon mit den Yes Men zusammengearbeitet hat. Dem interessierten Leser dürfte jedoch auffallen, dass die in der Pressemitteilung verbreitete Message – schön gefakte Videos von Merkel bis zu Prinz Harry – so gar nicht zu Sprachregelung, Duktus und Stil des WEF passt. Denn das WEF redet üblicherweise Konflikte, Hunger und Ungleichverteilung des Wohlstands schön, während es zeitgleich natürlich immer behauptet, sich für eine bessere Welt einzusetzen. Lösung ist dabei natürlich immer ein heilsbringender Kapitalismus.” Via


