Die Presseagentur DPA hat heute unter dem Titel “Stiftung will Einfluss von Vertriebenen schmälern” über Pläne der Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung (gut gefälschte Webseite) berichtet, den Stiftungsrat um drei Personen mit aktuellem Flüchtlingshintergrund zu erweitern. Die zugrundeliegende Pressemitteilung ist allerdings nicht echt, sondern wurde von den Aktionskünstlern des Zentrums für politische Schönheit ausgesandt. Mehr dazu hier, hier und hier.

Und Metronaut hat dazu gerade ein Interview mit “Dr. Robert Steinhäuser” veröffentlicht: “Wir versuchen, die Stiftung in die Gegenwart zurückzukatapultieren. Hier wird gerade die Chance verpasst, an die Verfolgungen im Stalinismus, an die systematischen Vertreibungen in Bosnien-Herzegowina, Ruanda, Kosovo, Darfur und an die Millionen Flüchtlinge zu erinnern, die bis heute unter Vertreibung leiden. Wenn wir aus der Geschichte etwas lernen wollen, dann, dass Flucht und Vertreibung nicht nach Nationalitäten geordnete Anteilnahme und Aufarbeitung erfahren darf. Um Erinnerung wachzuhalten, muss die Gegenwart Platz in dieser Stiftung haben. Wir erinnern nur an den Eingriff seitens des Kulturstaatsministers Bernd Neumann in eine laufende Ausstellung des Deutschen Historischen Museums, wo die aktuelle Lage der heutigen Flüchtlinge nicht einmal mehr Erwähnung finden durfte. Aus dem Umfeld der Stiftung wissen wir, dass der Grund für den Eingriff eng mit der Stiftung selbst zusammenhing. Neumann sitzt nicht zufällig im Stiftungsrat.” Mehr hier, via: Mail, danke John F. Nebel!

5 Responses to “Medienhack: DPA fällt auf falsche Pressemeldung herein”

  1. Zentrum Für Politische Schönheit « Lara Y. Stepanovic Says:

    [...] Das sorgte heute für einige Verwirrung bei der sowieso umstrittenen Stiftung. CDU/CSU-Echo hier! rebel-art Metronaut hat “Dr. Robert Steinhäuser” zu der heutigen Aktion befragt: Warum habt ihr heute im [...]

  2. Moritz Says:

    Tolle Aktion!

  3. Todesangst versus Lebensangst « o1g4t3 Says:

    [...] denn ihr geht es nur um die volksdeutschen Vertriebenen. Eine schöne Fake-Aktion dazu habe ich bei rebelart gefunden. Die Idee dahinter: Zwinge deine Widersacher dazu, zuzugeben, dass es ihnen nicht um [...]

  4. Political Beauty organisiert Medienhack zur Vertriebenenstiftung « Momente – Gesellschaftskritik, Privates & Politisches aus Bolivien Says:

    [...] von Netzpolitik über Rebelart [...]

  5. sum1 Says:

    Herrliche Aktion. Wahre politische Schönheit. Die werden von Aktion zu Aktion besser. Quasi die lokalen Yes Men.

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