Neue Arbeiten von Jota Castro in der Berliner Galerie Barbara Thumm (noch bis zum 21. März): “Der französisch-peruanische Künstler und Politikwissenschaftler Jota Castro ist zur Zeit einer der aktivsten und interessantesten Künstler, die einen neuen politischen Aktivismus propagieren. In den späten 90er Jahren beendet Jota Castro seine Karriere im diplomatischen Dienst bei den United Nations und der Europäischen Union, und beschließt sich ganz der Kunst zu widmen. Seine vielfältigen beruflichen Aktivitäten geben Castro eingehende Kenntnisse der politischen Welt. Darüber hinaus erachtet er sein Jura und Politikwissenschaftliches Studium als seine Ausbildung für die Kunst. Mit trivialem Humor, politisch unkorrektem Sarkasmus und einer Vielzahl von Referenzen verdeutlichen Castros Skulpturen, Installationen und Performances bestimmte Mechanismen der Gesellschaft, deren Ungleichgewicht und Schwachstellen er geschickt herausstreicht.

“Mortgage” verdeutlicht emblematisch die Anliegen und Themen des Künstlers. Eine Hypothek (mortgage) ist ein Pfandrecht, das als Sicherungsmittel für Kredite eingesetzt wird und üblicherweise auch das damit verbundene Darlehen bezeichnet. Der Begriff “Mortgage” kommt ursprünglich aus dem Französischen und verbindet die beiden Worte Tod (mort) und Pfand. Das Pfandrecht endet, das heißt “stirbt” mit der Bezahlung der Schulden oder wird durch Zwangsversteigerung ausgeglichen. Die Arbeit “Mortgage” enstand aus dem Verlangen des Künstlers die Turbulenzen unseres Finanz- und Wirtschaftssystems drastisch darzustellen. “Mortgage ist der Selbstmord unseres Finanz- und Wirtschaftssystems”, sagt Castro. “Die ausweglose Situation der Betriebe, des Staates und der Märkte sind begründet durch die Finanzkrise, die Ungewissheiten der wenigen letzten Monate haben unsere heutige Welt grundlegend geändert. Die Mortgages enden nicht, aber die Leute sterben.” Die Arbeit “Amazonas aka Merdolino” besteht aus raumhoch aufgestapelten Toilettenpapierhaltern, die als dichter Rollenwald den Amazonas symbolisieren. Jota Castro provoziert in gewohnt lakonischer Art und sagt: “Der Amazonas ist wie Toilettenpapier. Wir brauchen es, manche missbrauchen es. Wir verschwenden keinen Gedanken daran, es ist für unsere Bequemlichkeit vorhanden und viele halten es für selbstverständlich. Aber es wird nicht für immer da sein.” – Pressetext, via: Mail

6 Responses to “Jota Castro @ Galerie Barbara Thumm”

  1. r. bonnemaijers Says:

    Another inspiring art-project about MONEY & ART:

    http://WWW.ONEMILLIONDOLLARPAINTING.NL

  2. Malte Says:

    Ziemlich genial und passend verarbeitet, bei den Thema.

    Gruß
    Malte!

  3. Malte Says:

    Sorry, dem Thema, natürlich!

  4. Redscreen Says:

    Der Glagen ist ja der Hammer.

  5. Raventhird Says:

    Ein riesiges Mikado? Ein Strick aus Banknoten? Sorry, aber: Laaaaaaaaangweilig. Als Künstler sollte man schon mehr als um eine einzige Ecke assozieren können.

  6. Alex Says:

    Ja, der Galgen ist definitiv der Hammer, genial. Aber auch die anderen Fotos sind nicht schlecht! :)

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