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Update zum Boykott der Studiengebühren an der HFBK (Hochschule für bildende Künste Hamburg):
“An der Hochschule für bildende Künste Hamburg hat die Trimester-Intensivwoche begonnen. Es handelt sich hierbei um ein von den Studierenden organisiertes Vortrags- und Veranstaltungsprogramm, welches das Lehrangebot der HFBK weiter öffnen soll. Es entspricht somit endlich dem, was der externe Hochschulrat seit langem vollmundig verspricht: Die HFBK soll “in die Stadt hineinwirken”. Was bei den Berufsrhetorikern des Hochschulrates immer Worthülse bleiben sollte, schlägt nun zu: Das Themenspektrum ist so interessant aufgestellt, dass Studierende aus der ganzen Republik anreisen werden, um daran teilzunehmen. Eine lokale Radiostation hat in der Hochschule ein Außenstudio eingerichtet und sendet live vom Ort des Geschehens.
Was dem Hamburger Wissenschaftssenator Jörg Dräger sicherlich ein Dorn im Auge sein dürfte, sind Themen wie Stadtentwicklung, ein Ressort, welches er zusätzlich übernehmen möchte. Studierende fragen sich, wie angenommen werden kann, dass Dräger hier Kompetenzen für sich verbuchen soll, zeigt sich doch in seinem Stammressort, dass er schon dieses nicht abdecken kann. Für Fragen der Kunst und Kultur hat er so wenig Verständnis, dass der Deutsche Kulturrat, Berlin, sich eingemischt hat, mit einem dringlichen Appell an die Kultursenatorin und Bürgermeister Ole von Beust, sich für die Studierenden der HFBK einzusetzen – im ganzen Land ahnt man das Desaster, welches hier angerichtet werden soll.
Der Studiengebührenboykott der HFBK ist konsequent und unumgänglich. Er findet statt in einer von der Regierung völlig aufgegebenen Institution, immerhin – und deshalb geben die Studierenden nicht auf - einer der besten Kunsthochschulen in Europa. Die Qualitäten der HFBK werden, weil von einer kurzsichtigen Politik nicht erkannt, jedoch seit Jahren systematisch zerstört. Zunächst wird die Angebotsvielfalt mit der Auslagerung der Architektur zurückgenommen, dann wird der renommierte Bereich des Autorenfilms systematisch ausgedünnt und sich demnächst völlig in der Eliteeinrichtung HMS auflösen. Die Werkstattleiter haben jahrelang Auslagen für Materialien privat vorgestreckt und nun gemeinsam den Bankrott der Werkstätten erklärt. Es wird im kommenden Semester keine Einführungskurse und Lehrveranstaltungen geben. Immer stärker wurde der Präsident dieser Hochschule, Martin Köttering, wie auch die Präsidenten von Uni und anderen Hamburger Instituten von der Wissenschaftsbehörde mit Drohungen und Budgetkürzungen in einer alles Maß möglicher Sachlagen übersteigenden Weise drangsaliert und politisch gefügig gemacht.
Der größte Teil der Studierenden der HFBK ist zum heutigen Zeitpunkt exmatrikuliert – Folge des drastischen Vorgehens der Hamburger Wissenschaftsbehörde. Doch oder vielleicht deshalb ist die Stimmung an der Hochschule ausgelassen. Der Wahlkampf steht vor der Tür und mehrere Parteien haben ihr Verständnis für die Anliegen der HFBK bereits geäußert. Insgesamt gesehen, ist man sich einer breiten Unterstützung sicher. Selbst in CDU- Wählerkreisen weiß man, dass eine Kunsthochschule keine Fachhochschule für Verfahrenstechnik ist. Selbst in diesen, Drägers, Wählerkreisen wird der Bolognaprozess und die Kommerzialisierung der Universitäten mit großer Sorge verfolgt. Zwar ist die Lobbyarbeit des CHE sehr einflussreich, doch widerspricht sie in ihren Argumentationen wissenschaftsimmanenten Grundprinzipien, und verhöhnt demokratische sowie kulturelle Werte, was auf Dauer nicht verborgen bleiben kann.
Die Studierenden der HFBK treten ein für die Freiheit von Kunst und Wissenschaft und widersetzen sich hiermit dem Trend, das Grundgesetz zur politisch hinderlichen Angelegenheit zu erklären. Sie suchen nun vermehrt den Kontakt zu anderen Einrichtungen und Verbänden, die sich gegen den Ausverkauf von Allgemeingütern und Bürgerrechten stemmen.”
Mehr Infos auf der HFBK-Boykottseite. Via: Pressemeldung HFBK



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(Filed in October)