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Frankfurt: Playing the City

Cezary Bodzianowski: “Olimpic games”, Performance, Lodz, Polen, 2007; Foto: M. Chojnicka

Cezary Bodzianowski: “Great Gatsby”, Center for Contemporary Art (CCA), Tel Aviv, 2009; Foto: Monika Chojnicka

Cezary Bodzianowski: “Serso”, Bremen, Gak, 2008; Foto: Monika Chojnicka

Elisabeth Wurst: “Spermüll-Performance”, 2008; Foto: Julian Weber

“Fluids” – eine Skulptur aus schmelzenden Eisblöcken: Allan Kaprow, “Fluids”, Basel 1967/2005; © Allan Kaprow Estate / Courtesy Hauser & Wirth Zürich, London / Foto: A. Burger

Spannendes Ausstellungsprojekt in Frankfurt (bis 6.Mai): “Playing the City ist der Versuch, den öffentlichen Raum als einen kollektiven, freien und gestaltbaren Raum zu öffnen. Rund 20 internationale Künstlerinnen und Künstler wie Ulf Aminde, Dara Friedman, Dora Garcia, Rirkrit Tiravanija und Sharon Hayes werden die Innenstadt Frankfurts zum Ort zahlreicher Aktivitäten und Situationen machen, die von Performances bis zu Guerillaaktionen reichen.”
Mehr dazu auch hier. Das Projekt ähnelt auch stark den Ausstellungen “Urban Play” in Amsterdam und “Actions: What You Can Do With The City” in Montreal.

Die Idee, die Playing the City auf unterschiedlichen Ebenen umsetzt, denkt wichtige Avantgarden des 20. Jahrhunderts weiter. Schon Dada hat sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in seiner Ablehnung “konventioneller” Kunst bzw. Kunstformen und bürgerlicher Ideale auf die Straße begeben. Bewegungen wie die aus linksradikalen Intellektuellen und Künstlern um Guy Debord bestehende “Situationistische Internationale” agierten ab den späten 1950er-Jahren an der Schnittstelle von Kunst und Politik, Architektur und Wirklichkeit. Die Situationisten entwickelten u. a. ein Konzept der “theoretischen und praktischen Herstellung von Situationen”, in denen das Leben selbst zum Kunstwerk werden sollte. In den 1960er-Jahren stellte die Fluxus-Bewegung die Maxime von Kunst und Leben als Einheit auf und maß damit den vielfältigen Prozessen des Alltags ebenso Relevanz bei wie dem Banalen. Parallel dazu drängten Aktionskunst, Happening und Performance auf eine Annäherung von Kunst und Lebenswirklichkeit. Vor allem in der Verbindung von Kunst und Politik, die neben dem Einsatz des Körpers einen wichtigen Strang innerhalb der Aktionskunst bildet, nahmen Kollaboration und die Einbeziehung der Öffentlichkeit eine wichtige Rolle ein.

Seit den 1990er-Jahren gewinnt unter neuen gesellschaftlichen Vorzeichen erneut eine auf Partizipation basierende Kunstpraxis an Bedeutung – analog zu den zunehmend interaktiven und kollaborativen Medienformen des Internets und den Realitäten des zeitgenössischen Globalisierungsnomadentums. Vielfach wird der Betrachter in die Herstellung von Kunstwerken eingebunden, und die traditionellen Rollen zwischen dem Künstler als Produzenten und dem Publikum als Rezipienten werden so weit wie möglich aufgelöst. Dies hat vielfältige Formen interaktiver, kooperativer und interdisziplinärer Verfahren hervorgebracht, die sich allerdings einer eindeutigen Zuordnung widersetzen. Der französische Theoretiker Nicolas Bourriaud schuf 1998 in “L’esthétique relationnelle” unter dem Begriff der “relationalen Kunst” eine grundlegende Theorie dieser Kunstformen. Er sieht deren utopisches Potenzial in der Entwicklung alternativer Räume, in denen andere Formen sozialer Beziehung, Kritik und Geselligkeit erprobt werden können. Indem den Rezipienten von Kunst durch gemeinsame Aktivitäten eine neue Kommunikationsmöglichkeit eröffnet wird, wirkt die relationale Kunst als Mittel gegen die gesellschaftliche Entfremdung.” (Pressetext Schirn)

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