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Month September 2010

Watchlist: Ntla Stachura

Verstörende Collagen der polnischen Grafikdesignerin Ntla Stachura. Zum ersten Projekt “Faceism” schreibt sie: “The idea crossed my mind that you may like a project I made early this year, a book of about 80 pages that’s magazine-like in its form, including images of women taken from fashion (H&M) and hairdressing magazines + short and pretty random-chosen philosophical literary fragments concerning beauty (being rather an ironic appendix).. I intended that the image “talks” with the grotesque impression it makes itself, being under-construction and deformed at the same time, a bit like the propaganda “art” “exhibition” in 1937 that showed the “degenerate art” (the idea of Max Nordau) I tried to play with the flat-and-glossy surface of the shiny pop concept of beauty, being very academic and – saying it very directly – total vision.” Via: Mail, thx!

Watchlist: Scott Jerrett

Scott Jerrett: Skulpturen im öffentlichen Raum aus weggeworfenen Gegenständen. Via

Weltrekord der Berliner Stadtreinigung

Mülltonnen-Pixelstyle: Die Berliner Stadtreinigung hat das größte Mosaikbild der Welt zusammengestellt – um zu einer aktiveren Mülltrennung aufzurufen. “Auf einer Fläche von 50×70 m bauten 150 Helfer aus 6.500 Mülltonnen das Motiv eines kleinen Eisbären auf dem Rollfeld des ehemaligen Flughafens Tempelhof auf.” Via: Mail

Update: Homer

Neue Arbeiten von Homer in Kiew. Via

Dulce Pinzon: “Superheroes”


Bernabe Mendez from the state of Guerrero works as a professional window cleaner in New York. He sends $500 a month.


Paulino Cardozo from the state of Guerrero works for a greengrocer, loading trucks. He sends $300 a week


Luis Hernandez from the state of Veracruz works in demolition in New York. He sends $200 a week.

Noch ein Superhelden-Projekt: Der mexikanische Fotograf Dulce Pinzon fotografiert mexikanische Migranten in New York als Superhelden – an ihrem Arbeitsplatz. “Superheroes (2004–ongoing) intends to broaden our collective definition of the term hero, a label often used in American culture, but not always applied to the heroic everyday acts of work and family commitments. “It is common for a Mexican worker in New York to work extraordinary hours in extreme conditions,” says Pinzon in the project statement. They work “for very low wages which are saved at great cost and sacrifice and sent to families and communities in Mexico who rely on them to survive.” Mehr hier, via.

Update: Slinkachu

Neue Arbeiten von Slinkachu @ Fame Festival. Via

Boris Hoppek: “Fame”, 2010

Neue Performance von Boris Hoppek @ Fame Festival.

PARASITES#4: BRONCO / “Street Art – Das Musical” / Samstag, 18. September, 17 Uhr, Sternschanze, Schulterblatt 73

Nicht verpassen – morgen ist’s soweit: PARASITES#4: BRONCO / “Street Art – Das Musical” / Sa, 18. September, 17 Uhr, Sternschanze, Schulterblatt 73 (vor dem Haus 73). Und: Falls es morgen regnen sollte, kann sich die Performance um 15-20 Minuten verzögern… Auf QUU.FM gibt’s übrigens heute auch noch eine Sendung zum Thema und ein Interview mit BRONCO – und auch das Reclaim-Heft ist noch erhältlich… Bis morgen, wir freuen uns auf Euch!

“What happened to the Happening?”


PARASITES#1: Encastrable. Foto: Just


PARASITES#2: The Wa. Foto: Tim Holthöfer


PARASITES#3: Ondrej Brody & Kristofer Paetau. Foto: Christian Rinke

What happened to the Happening?” – ein fantastischer Artikel von Maja Hoock bei Kunstaspekte über Aktionskunst, Happenings, Performances und das Ausstellungskonzept PARASITES:

“(…) „Das Happening kann doch gar nicht tot sein“, sagte einst Wolf Vostell. „Weil es mit dem Leben zusammenhängt.“ Tatsächlich existiert die Kunstform weiter, nur die Themen und Mittel der Künstler wurden in den letzten 40 Jahren andere: statt sich thematisch mit Atomkraft, Vietnamkrieg und Nazizeit zu befassen, kritisieren Situationskünstler heute Überwachungsstaat, Gentechnik, Gentrifizierung und Globalisierung. Auch ihnen geht es darum, in einer zunehmend geglätteten und gesäuberten Welt Kontrapunkte zu setzen. Parasites ist ein gutes Beispiel für solche Störversuche. Der Hamburger Kurator Tom Segler (Name von der Redaktion geändert) rief die Aktionsreihe 2009 ins Leben und inszeniert seitdem Aktionen mit verschiedenen Künstlern. Er findet Dokumentation und Aufbereitung in den Kunststätten zwar wichtig, will aber auch die aktuellen Situationskünstler genannt wissen: „Es ist schade, dass all die jungen Aktionen, die es heute ja auch zuhauf gibt, unbeachtet bleiben.“ Mit seiner Arbeit setzt Segler etwas gegen eine museale Verklärung von Aktionskunst. Die Liste der aktuellen Aktionen, auf die er mit seiner Internetseite rebelart.net aufmerksam macht, ist lang. Der Kunstjournalist beobachtet die Szene seit Jahren und hat sogar die Zunahme von künstlerischen Interventionen in Richtung Happening feststellen können: „Ich habe das Gefühl, dass ihre große Renaissance angebrochen ist. Auch weil es eine neue Sehnsucht nach dem echten Leben gibt. Man möchte dabei gewesen sein, statt nur passiv vor TV oder Internet zu sitzen.“ Vielleicht steht bei den heutigen Aktionen das gemeinsame intensive Erleben sogar noch mehr im Vordergrund, als in den politisch provokanten Happenings vor vierzig Jahren.

So stürmte das französische Künstler-Duo Encastrable vor einem Jahr einen Baumarkt in Hamburg, um live vor Ort Skulpturen aus Heimwerkerartikeln zu bauen. Diese Intervention im öffentlichen Raum fand vor hunderten Gästen statt, die ebenfalls kreativ wurden. Niemand war wirklich empört, sogar die Baumarktleitung gratulierte zur Aktion. Aber um das Gefühl, gemeinsam in diese durchstrukturierte Konsumwelt einzudringen und sie etwas durcheinanderzubringen, darum geht es. Auch bei der Parasites-Aktion des Künstlers The Wa war alles da, woraus ein gutes Happening gemacht ist: das mit dem Publikum erlebte Ereignis, das durch überzeichnete Kontraste ans Absurde grenzt. Vergangenen Winter inszenierte er eine Demonstration ohne erkennbares Anliegen auf einem der schicksten Plätze in Hamburg, hinterließ Schmutz und Plastikbierflaschen, um eine Stunde später Kanapees und Lachs in einem Obdachlosentreff servieren zu lassen. Was der Künstler anspricht ist hochaktuell: Stadtviertel, die immer teurer werden und Menschen, die sich dort die Miete nicht mehr leisten können. (…)” Hier der ganze Artikel – und nicht verpassen:

An diesem Samstag, 18. September findet in Hamburg (Sternschanze) die vorerst letzte PARASITES-Aktion statt: Der Berliner Künstler BRONCO präsentiert das Guerilla-Musical “Street Art”. Und es gibt auch noch ein paar der auf 100 Exemplare limitierten Reclaim-Hefte (10 Euro + 1,50 Versand) mit dem gesamten Stück! Der genaue Ort und die genaue Uhrzeit wird morgen bekanntgeben…

Talking Tree

Was würde ein Baum sagen, wenn er sprechen könnte? Das Projekt “Talking Tree” geht dieser Frage mit allerlei technischen Hilfmittel auf den Grund unter die Rinde: “A 100 year old tree, living on the edge of Brussels, was hooked up to a fine dust meter, ozone meter, light meter, weatherstation, webcam and microphone. This equipment constantly measures the tree’s living circumstances. And translates this information into human language via custom MaxMSP software patch.” Via