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Month September 2010

Umzug – Pause / Update


Foto: Daniel Freytag

Bin bald zurück – wir ziehen nach Straßburg! Back soon – we’re moving to Strasbourg! See you soon… UPDATE 5.10: Uffz, sind endlich fröhlich in Strasbourg angekommen, wir leben zwar noch in und aus Umzugskartons, aber es geht voran… und jetzt auch wieder hier… Der Grund für dem Umzug: Ich habe einen neuen Job – ich soll für ARTE eine neue “Kreativplattform” aufbauen. Bald dazu mehr…

Und sonst so? : 22. 09. 2010


“Palastrevolution”: Neue Aktion der russischen Gruppe Voina. Das Making-Of gibt’s hier.

* Call für Interventionen & subversive Projekte: “Die Idee des studentischen Projektbüros actualitas – Kunst vor Ort ist, Künstler und Kunststudenten darin zu unterstützen und aufzufordern, verschiedene Orte Braunschweigs künstlerisch zu untersuchen, zu bespielen und durch Interventionen zu verändern. Die kommende Veranstaltung beschäftigt sich mit Orten der Macht und sucht verstärkt nach subversiven Eingriffen. Wir suchen nach Künstlern und Kunststudenten, die sich mit der Makrophysik von Macht in unserer Gegenwart auseinander setzen und hierzu eine Arbeit zeigen oder entwickeln möchten. Bei der Arbeit sollte es sich um eine ortspezifische, angekündigte oder unangekündigte, subversive oder offensive Intervention in einen Kontext hinein handeln. Die Arbeit sollte zwischen dem 15. und 19. November in einer Braunschweiger Örtlichkeit realisiert werden. Wir suchen verstärkt nach Arbeiten mit performativem Ansatz, sind aber auch für alle andersartigen Eingriffe offen.” Einreichfrist ist 10.10.10; Kontakt: info@actualitas.org. Via: Mail

* “Sorry I Haven’t Posted” von Cory Arcangel: Entschuldigungen, warum man lange nicht mehr gebloggt hat. Via

* Genialer Sound – Best-Of-Remix: Illegal Art; z.B. mit dem Sample-König Gregg Gillis (aka Girl Talk)

* Neue Skulpturen von Aljoscha am Flughafen in Madrid. Via: Mail

* Unlogo “is a web service that eliminates logos and other corporate signage from videos”. Via

* Aram Bartholl: Speed Show #3 in Amsterdam

* Vintage Mobile Cinema. Via/Via

* “The Grand Taxonomy of Rap Names“. Via

* Free Sol LeWitt: Das neue Projekt von Superflex

* Ausstellungsprojekt in Düsseldorf: “Lokalisation | Nische | Raum” (25. September bis 3. Oktober). Via: Mail

* Ausstellungsprojekt: “Illustrate Creative City” in Berlin (9. bis 23. Oktober, Torstrasse 147, zwischen dem 9. und 23. Oktober). Via: Mail

Update: Ox

Neue Arbeiten von Ox in Wien – im Rahmen des BLK-River-Festivals.

Tanze Deine Doktorarbeit!

“Tänzelnde Moleküle und Anthraxsporen in Leggings: Für einen amerikanischen Wettbewerb stellen Wissenschaftler ihre Forschung tanzend dar.” Via, danke Tim!

Bio Nihil pinkelt die Berliner Flamme aus

Bio Nihil pinkelt die Berliner Flamme “Freiheit Recht Friede” aus. Via: Mail, Danke!

Watchlist: Renata Lucas


Renata Lucas: “Kunst-Werke, 2010 (Cabeça e cauda de cavalo)”. Foto: Robert Engelhardt


Renata Lucas: “Kunst-Werke, 2010 (Cabeça e cauda de cavalo)”. Foto: Daniel Steegman

Für ihre Ausstellung im Berliner KW Institute for Contemporary Art (bis 7. November) verrückte die brasilianische Renata Lucas “in einem Halbkreis um die Toreinfahrt den Gehweg um 7,5 Grad gegen den Uhrzeigersinn. “Um 7,5 Grad verschoben zieht sich ausgehend vom Halbkreis am Eingang eine imaginäre Diagonale über das gesamte Grundstück bis zum entgegengesetzten Ende im Erdgeschoss der Kunsthalle, wo der erste Halbkreis auf einen zweiten trifft. Auch im Inneren sieht man im ersten Augenblick nichts und steuert auf die gegenüberliegende Wand zu, weil dort doch etwas zu sein scheint: der zweite, in den Boden eingekerbte Halbkreis. Davor liegt ein Zettel mit der Aufschrift „Benutzung der Drehscheibe auf eigene Gefahr“. Drehscheibe? Etwas schüchtern betritt man den Halbkreis, stemmt sich mit den Händen gegen die Wand und fängt an zu schieben und zu marschieren, bis sich der Boden mit einem lauten Poltergeräusch zu bewegen beginnt. Der Halbkreis, eigentlich ein Kreis, liegt zur Hälfte innen, zur Hälfte draußen. Eine der Hälften ist mit Gras bewachsen. Einmal in Gang gesetzt, bewegt sich die Drehscheibe schneller und schneller. Bis einem schwindelig wird, wechselt der Boden immer wieder zwischen Weich und Hart, Grün und Grau. Wortwörtlich überschreitet man die Grenze zwischen Innen und Außen, zwischen Kunstraum und dem unsichtbaren Brachland dahinter.” (*) Via/Via

Mike Ballard: “Whose Coat is that Jacket You’re Wearing?”

Zehn Jahre lang hat der britische Künstler Mike Ballard Jacken in Bars geklaut – und so rund 200 Kleidungsstücke angesammelt. Diese sollen nun zur Kunstmesse Frieze in London ausgestellt und, falls sich jemand meldet, auch an den rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben werden. “Just after his move to London in the late 1990s, Ballard’s favourite 55DSL coat was stolen from a crowded pub – a loss he took quite hard. In retaliation, Ballard began stealing other coats he found unattended and over the past ten years he has amassed a collection of over 200. Each coat’s contents have been meticulously catalogued and stored (never stolen from). Having come to terms with his loss, Ballard is now relinquishing his collection and the coats will be returned to their rightful owners – but only if claimants can identify the date and place of loss or the contents of the pockets.” Via: Mail

Evan Roth: “Cache Rules Everything Around Me”

Gif-Meisterwerk von Evan Roth: “Cache Rules Everything Around Me“. Via: Mail

PARASITES#4: BRONCO “Street Art: Das Musical” – erste Bilder / UPDATE


Musical-Darsteller Valentino Karl spielt den “Street Artist”. Die echte Journalistin Kathrin Schwiering spielt die Rolle der “Reporterin” – kennt zu diesem Zeitpunkt aber auch noch nicht die letzte Szene mit den (falschen) Zivilpolizisten. Alles Fotos: Just


Zur Crew des “Street Artist” gehört auch 1010 (gespielt von 1010) - der im Hintergrund, quasi als Bühnenbild, werkelt…


Maske ab – und der erste Song beginnt: “So ging ich auf die Straße, Nacht für Nacht, und hab Poster und Sticker und Stencils angebracht! Die ersten waren nicht so toll, andre wurden abgemacht! Man nahm mich, glaub ich, nicht für voll und da hab ich nachgedacht. Kunst kann eine Waffe sein, gemacht um euch zu formen. Sie kann euch Fragen stellen und sprengt diverse Normen. Ich riskier’ jetzt Menschenleben, um der Dummheit hier zu trotzen. Hätte ich dies’ Ventil nicht, müsste ich doch nonstop kotzen!”


Es folgt die zweite Szene: Ein “Trendscout/Werberin” (gespielt von Musical-Darstellerin Sonja Hurani) nähert sich dem Geschehen, gibt dem Künstler seine Visitenkarten und möchte mit ihm eine limitierte Turnschuh-Edition produzieren – und ihn “gaaaaanz groß raus bringen”…


“Du bist funky-interessant, zumindest im Moment, an der Zielgruppe dran und du hast Talent. / Und wenn du nicht mitmachst, wird’s für uns chilliger: wir kopieren deinen Style – ist eh viel billiger!”: Mit vollem Körpereinsatz versucht der Trendscout den Künstler zu bezirzen – und es funktioniert: Der Künstler erliegt dem Charisma (und Geld) der Werberin.


Den rund 150 Zuschauern scheint das Spektakel zu gefallen…


Doch als gerade der große Merchandising-Rummel beginnt – und der “Eismann” (gespielt von BRONCO) mit seinem Bauchladen Street-Art-Shirts, Street-Art-Getränke, Street-Art-Bücher und Street-Art-Graffitimarker verkauft – kommt die Polizei (gespielt von Schauspieler Samuel Enslin und Musical-Darstellerin Alisa Stolze) und unterbricht das Musical.


Der “Street Artist” wird durchsucht, der Trendscout befragt, die erstaunten Journalisten zeigen ihren Presseausweis – aber da die Polizei keinen politisch motivierten Strafbestand feststellen kann, gibt sie dem Künstler noch einen Tipp – und beginnt mit dem Abschlußsong (“Street Art” statt “Street Life”):


Polizist 1: “That´s how this game is played, a ten cent masquerade! You develop your style and find out who you are!” Polizist 2: “The artworld always smiles behind a silver spoon.”

Erste Bilder von der vorerst letzten Aktion der Ausstellungsreihe PARASITES: Am Samstag wurde in der Hamburger Sternschanze zum ersten Mal das Stück “Street Art: Das Musical” von BRONCO aufgeführt. Das Original-Script wurde auf drei Szenen reduziert: Eine “Reporterin” (Kathrin Schwiering) interviewt einen “Street Artist” (Valentino Karl) und seine Crew (1010) im hippen Stadtviertel (Sternschanze). Sie stellt die üblichen banalen Fragen à la “Kunst vs. Vandalismus” – daraufhin singt der Street Artist seine Lebensgeschichte. Ein hipper “Trendscout” (Sonja Hurani) kommt hinzu und möchte den Künstler für einen “costumized” Turnschuh und eine Marketing-Kampagne gewinnen. Das verführerische Werben gipfelt dann in einer großen Sellout-Performance, bei der ein “Eismann” (BRONCO) Street-Art-Shirts, Sprühdosen, Marker und Erfrischungen mit einem Bauchladen verkauft. Diese Szene wird von verwirrten Zivilpolizisten (Samuel Enslin und Alisa Stolze) unterbrochen, die einen Verantworlichen suchen, die Künstler durchsuchen und festnehmen wollen. Da die Polizei aber keinen politisch motivierten Strafbestand feststellen kann, gibt sie dem Künstler noch einen Tipp: das große Abschlusslied “Street Art” – bei dem dann auch der Street Artist und der Trendscout fröhlich mitsingen.

Noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön an alle Beteiligten! An das wunderbare Ensemble: Valentino Karl, Sonja Hurani, Alisa Stolze, Samuel Enslin, 1010, BRONCO, Kathrin Schwiering, Ingo und Florian (Kameramann und Tontechniker). Die Choreografie hat sich Marisa Krieg ausgedacht, inszeniert haben Anna Bartel und Samuel Enslin (Reckless Factory). Und um die Dokumentation haben sich Moritz Herda (Video) und JUST (Fotografie) gekümmert. Danke auch an die Ausstatter für die Sell-Out-Performance: Spreadshirt, Montana Cans und Berliner Brandstifter. Wer sich die Reportage der “richtigen” Journalistin anschauen möchte – sie läuft schon morgen, Dienstag, 21. September, um 22.25 Uhr auf 3Sat (Foyer). Mehr Bilder und das Video folgen demnächst…

UPDATE 22.9: Mehr Bilder von urbanshit gibt’s hier! UPDATE 24.9: Der Mitschnitt aus der 3Sat-Sendung “Foyer” ist da, danke, Rudolf!

Und sonst so? : 19. 09. 10


Foto: Chris Baron. Gesehen in Sydney, Australien. Via

* Heute: So, 19. September, 16 Uhr: “Graffiti werden von Haus zu Haus gesponnen und bilden ein Netz aus Namen, Farben und Geschichten. Bei einem Spaziergang am Halleschen Tor (Berlin) entwickelt das mobile Graffitimuseum Lesetechniken, um bestehende Markierungen von Graffiti als ein eigenes Orientierungs- und Navigationssystem zu nutzen. Wohin weisen Graffiti und mit wem suchen sie das Gespräch? Welches Skript entsteht im Gewebe der Obsessionen?” Via: Mail

* Übermorgen: Dienstag, 21. September läuft PARASITES#4: BRONCO @ 3Sat, Foyer, 22.25 Uhr

* “Transit to Africa“: “Eine neue Installation des lauter kollektivs für Viva con Agua. Zum dritten Mal machen wir die Hamburger Heiße Ecke zur Galerie und feiern eine Blockparty parallel zum Reeperbahnfestival. Mit neuen Bildern von unserer Reise durch 4 afrikanische Länder im Sommer 2010.” Vernissage: 23. September, 19 Uhr, Heiße Ecke (Hamburger Reeperbahn/Hein-Hoyer-Str.). Via: Mail

* Twitter des französischen Außenministeriums gehackt. Eine halbe Stunde lang gab es folgende Nachricht zu lesen: “FUCK YOU ROMANIAN PEOPLE ! HATE YOU ALL AND I WANT DESTROY EU!” Via: Mail

* fuck yeah cartography! – Blog für Mapping-Nerds. Via

* depub.org: Ziviler Ungehorsam in digitalen Zeiten

* blkriver: Graffiti Analysis – Point of view. Via: Mail

* Der Kulturwissenschaftler Klaus Schönberger vertritt die These, dass sich bei den “Stuttgart 21″-Protesten eine neue Form des Politischen zeigt: An die Stelle der Protest-Bewegung tritt das Protest-Projekt. Via: Mail

* Keeping it Real: Subversive Abstraction @ Whitechapel Gallery, London (17 September bis 5. Dezember).

* Arse Elektronika 2010 (30. September bis 3. Oktober) in San Francisco.