Nach der “Mobile Bar” kommt jetzt der Nachfolger: Die mobile Wientjes Contemporary Gallery. “Wientjes Contemporary ist eine ultramobile Galerie unterwegs auf den Straßen Neuköllns um jede beliebige Schmuddelecke in Sekundenschnelle durch eine kleine Vernissage aufzuwerten.” Via: Mail
Pudel Art Basel II: Kunstmarkt gegen Gentrifizierung

Pudel Art Basel II – am Sonntag, 29. August (ab 15 Uhr) findet wieder die “Kunstmesse gegen Gentrifizierung” statt: “Sorry Leute ich hab mir den teuren Wagen gekauft und kann mir jetzt keinen Haarschnitt mehr leisten” – so oder ähnlich klingt es uns entgegen aus dem Munde des die Hansestadt regierenden Adels,
wenn er nach seinen Ausgaben zur Förderung der Künste gefragt wird. Nur dass statt auf das neue Auto auf das wachsende Elbgebäude in der Hafencity gedeutet wird, dessen Preis sich seit der letzten Pudel Art Basel schon wieder knapp verdoppelt hat. Stichwort Preise, Stichwort Pudel Art Basel: Die findet wegen des großen Erfolges des letzten Jahres, und dem Ausbleiben eines gesellschaftlichen Umbruches (Zusammenbruchsthese), dieses Jahr wieder statt. Es wird wieder ein Auktion geben, aus der Aktionen bezahlt werden. Das haben wir auch letztes Jahr so gemacht – NoBNQ, Es regnet Kaviar, das Gängeviertel und Recht auf Stadt konnten die ärgsten Finanzlöcher stopfen. Das Gute: IHR KÖNNT DABEI NUR GEWINNEN. Denn entweder (1.) gewinnt die Revolution – dann wird die Kunst als entfremdete Tätigkeit darin aufgehoben. Oder (2.) alles bleibt wie es ist, dann bleibt die Kunst als Warenfetisch erhalten und wächst jeden Tag an Wert. Oder aber (3.) wir scheitern auf ganzer Linie, werden aus der Stadt herausgentrifiziert – haben dann aber wenigstens noch schöne Erinnerungsstücke an Lifestyle, Boheme und Collness Vergangenheit.”
Tom Scott: “Journalism Warning Labels”





Medienkritik in Form von Stickern: Der britische Komiker und Künstler Tom Scott klebt wunderbar-wahre Warnhinweise für schlechten Journalismus in Zeitungen. Eine bitter nötige Aktion! “It seems a bit strange to me that the media carefully warn about and label any content that involves sex, violence or strong language — but there’s no similar labelling system for, say, sloppy journalism and other questionable content. I figured it was time to fix that, so I made some stickers. I’ve been putting them on copies of the free papers that I find on the London Underground. You might want to as well.” Via
Anton Steenbock: Agentur für Strukturverbesserung









Unglaublich, jetzt gibt es sogar schon eine “Deutsche Meisterschaft Kunst im öffentlichen Raum” (fand statt als Teil von emscherkunst im Rahmen von Ruhr2010) – und die fünf Disziplinen der Finalrunde waren: Autonome Skulptur, Vandalismus, Performance vor Passanten, Kritische Kunst und Freestyle. Und der Sieger (auch die anderen Arbeiten sind sehenswert!) heißt: Anton Steenbock (vgl. “Squares“) Mit seiner “Agentur für Strukturverbesserung” hat er das volle Kommunikationsguerilla-Programm abgeliefert: Briefkastenfirma, Fake-Internetpräsenz, Fake-Facebookpräsenz, Postwurfsendungen, Infostände, gefälschte Anschreiben und dazu noch trittbrettfahrend die aktuelle Hysterie um Google Streetview ausgenutzt! Wow, chapeau!
Vor allem sorgte folgendes Anschreiben (inkl. Sprühdose und Anleitung) von der Agentur für Strukturverbesserung (Herr Rumpel) für Unruhe und Verwirrung. “Sehr geehrte Hausbesitzer, im Rahmen des Programms Strukturverbesserung Recklinghausen möchten wir Sie hiermit darauf hinweisen, dass Sie gemäß des Strukturgesetzbuchs, Viertes Buch (VSSB) dazu verpichtet sind, Ihr Wohnobjekt für eine künftige, visuelle Datensicherung ausreichend zu kennzeichnen. In Kooperation mit der IT-Firma Google Streetview wird in den folgenden Monaten eine umfangreiche visuelle Datenspeicherung der Außenfassaden des Bereichs Suderwich, Recklinghausen vorgenommen. Bildliche Aufnahmen werden von Außenfassaden sowie der näheren räumlichen Umgebung der Wohnobjekte vollzogen. Aufgrund der Anklagen bezüglich der persönlichen Datenspeicherung, die in den letzten Monaten mehrfach dazu geführt haben, dass sich das Projekt Streetview rechtlich versichern musste, ist es nun gesichert, daß sich Bewohner auch virtuell ihrem Eigentum zuordnen können.
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Baunetzwoche #186: “Stadt als Beute”

“Intervention” scheint so langsam wirklich zum Trendwort des Jahres zu werden: Die aktuelle Ausgabe der Baunetzwoche #186 des Architekturportals Baunetz.de widmet sich unter dem Titel “Die Stadt als Beute” den urbanen Interventionen. Und in Berlin gibt’s jetzt auch einen von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ausgelobten “Urban Intervention Award” (“Ziel ist es, maßgeblich zur Verbesserung der Lebensqualität im urbanen Umfeld beizutragen) – mit nem mickrigen Preis: “Die Preisträger werden zu einer Exkursion eingeladen (…) und erhalten jeweils eine Urkunde.” Da dann doch lieber das bislang beste Buch zum Thema: “Urban Interventions: Personal Projects in Public Places“. Via
LOLWurst statt LOLCats – like Fleisch in the sunshine!

Das Wurstblog hat mal wieder ein wunderbar-deftiges Plakat im Angebot: “Leider stellt sich die Erfrischungsindustrie auf dem deftigen Ohr weiterhin taub und so bleibt obiges Sortiment leider nur Wunschdenken und ein berühmtes Filmzitat nach wie vor wahr: Es gibt zu wenig Fleisch am Stiel.” Ja, ja, ja und ich starte hiermit die Petition: LOLWurst statt LOLCats – das Web braucht mehr Wurst! Via
Nathan Brunstein: “Vanité”
Pippifrank: “Pippipfützen”, 2010



Neues Projekt von Pippifrank: “Diese Fotoserie entstand in Sofia, Bulgarien. An den meisten Gebäuden sind Klimaanlagen angebracht. Das Kondenzwasser dieser Anlagen läuft über Schläuche oder kleine Rohre auf die Straße. Es bilden sich Pfützen, welche die Assoziation an Urin wecken. Über diesen ambivalenten Pfützen posierte ich, in der Haltung einer Frau die in der Öffentlichkeit pinkelt.” Via: Mail, danke!
Super Reactive Subjects #6: Nasan Tur

Ab dem 4. September in Berlin: “Die Illusion der Rebellion: Die sechste Einzelausstellung der Reihe „Super Reactive Subjects“ im Senatsreservenspeicher hinterfragt mit den Arbeiten von Nasan Tur die (Un)möglichkeiten subversiven Handelns. Zwischen Revolutionsästhetik, -romantik und -praxis sucht der international renommierte Künstler die unscharfe Grenze zwischen Realität und Schein der Rebellion: Durch kleinste Eingriffe beispielsweise in den Kontext revolutionärer Praktiken, werden deren Brüche und Zwiespalte sichtbar. Im Zentrum der Ausstellung steht eine eigens geschaffene, ortspezifische Videoinstallation. Sie lässt die Besucher den existentiellen Charakter eines subversiven Vorhabens erahnen, dessen Ziel jedoch im Dunklen bleibt. Die Illusion der Rebellion zeigt sich gerade in dieser endlosen Vorbereitung, in dem andauernden Aufbruch zur Revolution mit ungewissem Ziel und Ausgang. Zusätzlich wird, wie in vielen anderen Arbeiten des Künstlers, ein Bezug zum öffentlichen Stadtraum hergestellt. Im Licht der Rebellion verschmelzen Kunst- und Realraum.” (Pressetext) Danach folgen Ausstellungen mit Blu, Uros Djurovic und Yukihiro Taguchie (ab dem 1. Oktober) und Adams/Itso & Matthias Wermke/Mischa Leinkauf (ab 16. Oktober). Via: Mail, danke!










