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Month April 2010

Guerilla-Brücke: “Astoria Scum River Bridge”

Astoria Scum River Bridge from Jason Eppink on Vimeo.

Bequemer leben – mit illegalen Interventionen. Könnte ein Slogan werden. Die “Astoria Scum River Bridge” von Jason Eppink und Posterchild. Via

Buchtipp: “Velo – Bicycle Culture and Design”

I want to ride my bicycle bicycle bicycle: Zur Sonne, zur Freiheit, zum Barbecue – natürlich mit dem Fahrrad. Passend zu den ersten Sonnenstrahlen und Frühlingsgefühlen bringen die Gestalten ein Buch zur Bike-Kultur heraus: Velo: Bicycle Culture and Design (240 Seiten, € 35). “Cycling is zeitgeist. With rising fuel prices and mounting ecological awareness, bicycle sales are significantly up. Activity became activism and then lifestyle. Moving on two wheels is now a movement. Velo is a striking visual journey into the multifaceted world of cycling and the diverse tribes that inhabit it. These range from hardcore 2-wheel globetrotters, downtown messengers on fixed-gear bikes without brakes, laid back pedallers on old-fashioned Dutch bicycles, fashionable cyclists on vintage racing bikes, and dedicated fans of high-tech racing machines and e-bikes.” Via: Mail, danke Youyoung!

Kleines Fazit zum Leipziger Fake-Kongress


Das Podium zur Eröffnung: Alain Bieber, Martin Büsser, Lizvlx (Ubermorgen.com) und Stefan Römer


Zwei Führer auf einer Bühne: Martin Sonneborn und Alf Thum


Der neue Stern am Leipziger Galeriehimmel: Die essential existence gallery


Zuerst gab’s skeptische Blicke beim Antipreneur-Vortrag – aber danach wollte doch jeder das “Kartenspiel “Kriege” gewinnen


Roger Behrens über Pop und Subversion. Fotos: Felix Schiemank.

Leipzig, sonst eher eine grundehrliche Stadt, in der Frisöre noch mit einem fröhlichen “Kamm in” grüßen und es sonst Informationsveranstaltungen zu Themen wie “Hund-Mensch / Mensch-Hund” gibt, hatte zum subversiven Stelldichein geladen: Vom 16. bis 18. April, fand dort der erste Brimboria Kongress statt – Thema war “Die subversive Strategie des Fake”. Eine Freundin schrieb mir daraufhin: “Was ist denn ein Fake-Kongress? Habt Ihr da so getan als wärt Ihr wahnsinnig wichtig und habt Podiumsdiskussionen über Nonsens-Themen gehalten? Oh, das stelle ich mir sehr sehr unterhaltsam vor. Darf ich beim nächsten Mal dabei sein und Frau Dr. Mustermann, Expertin für interterrestrisches Leben sein?”

Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Ja, stimmt, wahrscheinlich war der ganze Kongress doch ein Fake! Und all das Theoriegewichse von Lars Quadfasel, Martin Büsser, Stefan Römer, Roger Behrens und dem neostalinistischen Autorenkollektiv Biene Baumeister Zwi Negator (bei dem man Angst haben musste, bei jeder kritischen Nachfrage sofort im Gulag zu laden) war doch ein einziger Fake-Brainfuck? Aber wahrscheinlich ist dem leider doch nicht so, wahrscheinlich gehen linke Vordenker zum Lachen noch immer in den Keller. Am liebsten hätte ich jedem zugerufen: “Wenn ich nicht tanzen darf, möchte ich an Eurer Revolution nicht beteiligt sein.“ (frei nach Emma Goldman). Aber zum Glück brachen Vorträge, von Antipreneur und das Partei-Gipfeltreffen mit Martin Sonneborn und Alf Thum, dem Führer der Front Deutscher Äpfel, das kontersubversive Treiben. (“Humor ist konterrevolutionär”, so Herr Zwi Negator, wurde nach dem Kongress zu meinem neuen Lieblingsspruch.)

Das Grundproblem der Veranstaltung lag vor allem in der Annahme relativ verfeindete Gruppen an einen Tisch zu bekommen – und am Ende bleibt das schale Gefühl, dass sich “der/die PolitaktivistIn”, “der/die TheoretikerIn” und “der/die KünstlerIn” noch weniger zu sagen haben, als bisher befürchtet. Trotzdem: Das Bestreben einen solchen Kongress durchzuführen ist absolut bewunderns- und lobenswert. Was die Brimboria-Gründer Max und Tom da mit ein paar Euros auf die Beine gestellt haben, verdient wirklich einen dicken Applaus! Dass sich viele Debatten dann in typisch linken Grabenkämpfen verfaserten und die Praxis und der Spaß viel zu kurz kamen, kann man den Veranstaltern nicht ankreiden. Schon eher dem Publikum: Da kommen einmal rund 200 linke Aktivisten und Künstler zusammen – aber anstatt gemeinsam konstruktiv an der “Revolution” zu basteln, geht man sich gegenseitig an die Gurgel.

Ich für meinen Teil hatte trotzdem einen großen Spaß – das Wetter war traumhaft, es war schön alte Bekannte und neue Brüder/Schwestern im Geiste zu treffen. Besonders gespannt bin ich auf die geplante Ausstellung zum Thema “Subversion” im Leipziger Projekt- und Ausstellungsraum essential existence gallery! Zu dem Thema bald mehr. Und die Moral von der Geschicht: Kaum war ich zurück in Berlin, habe ich ein Plakat mit “Gelitin in Berlin” entdeckt. Ich also zur Galerie VW gepilgert – und vor Ort musste ich dann feststellen, dass nicht das österreichische Künsterkollektiv, sondern die Künstlerinnen Ina Viola Blasius, Jsem Tvoje Zrcadlo und Birgitt Fischer im Namen von “Gelitin” geladen hatte. Ätschibätschi – und dann fiel mir doch ein Stein vom Herzen, es funktioniert noch immer und wird immer funktionieren und es ist so verdammt einfach. Oh, welcome back, du wundervolle Fake-Praxis!

Buchpräsentation und Ausstellung: “Urban Interventions”

Nicht verpassen – das wird ein Fest: „Urban Interventions“-Präsentation und Ausstellung in der Berliner Galerie urban art info. Freitag, 30.4. 19 Uhr: Buchpräsentation mit Lukas Feireiss und Matthias Hübner (gestalten); Samstag, 1.5. 19 Uhr: Videos von Matthias Wermke & Mischa Leinkauf, Brad Downey, Ari Sariannidis, Etienne Boulanger Richard Schwarz und The Wa sowie “The Yes Men Fix the World”; Sonntag, 2.5. 14 Uhr: Spaziergang mit BRONCO, 3SCNDTHRLL und Iris Hempelmann. Die Ausstellung zeigt Arbeiten von: ADAMS & Matthias Wermke, Brad Downey, Krystian TRUTH Czaplicki, EPOS, Julius von Bismarck, Markus Mai, NEOZOON, The Wa, ZASD! Via: Mail

Berlin: Farbattacke am Rosenthaler Platz


Fotos: Ambar Servin & Loso

Am Sonntag gab’s eine “Farbattacke” am Rosenthaler Platz in Berlin. “An jeder der vier Kreuzungsseiten wurde über dem Fußgängerübergang Farbe ausgeleert, knallrot, gelb, blau und lila, den Rest haben Fahrräder, Autos und Fußgänger erledigt”, erzählt “mg” bei Just. Sieht meiner Meinung nach aber extrem nach Guerilla-Marketing aus: Dafür sprechen a) “Einige „verdächtig“ aussehende Schaulustige mit größeren Kameras”, b) die Wahl des Ortes (vom Fenster des Lieblingscafés der digitalen Bhoème St. Oberholz kann man die Kreuzung sehen und das Event quasi live bloggen), c) die Tatsache, dass “nur” abwaschbare Farbe benutzt wurde, d) es gab kein Outing eines Künstlers und e) die ähnliche Kampagnen von Sony (Bravia) und BMW. Mein Tipp: BMW war’s – denn es gab bereits eine Kampagne bei der der Künstler Robin Rhode durch Farbe fährt. Bin gespannt, wer wirklich dahinter steckt…

Yolanda Domínguez: “Begging for a Chanel”

Performance der spanischen Künstlerin Yolanda Domínguez: “Begging for a Chanel”. “I would like to share with you some of my street works, I call them “living” because they’re experiences people on the street find and they participate without know if thay are true or not. I leave you the link to my last work “Begging for a Chanel” about the unhealthy adiction to shopping” Via: Mail

Und sonst so? : 24. 4. 10


Performance von Melodie Mousset: “With or Without You or Constructing Intricate Rituals Which Allow You to Touch the Skin of Other”. Via

* Spannende Debatte: Einige Street-Art-Blogs (1, 2) hatten Wooster Collective vorgeworfen (weil Sara & Marc Schiller beide im Bereich Marketing arbeiten), sie würden in ihrem Blog eine PR-Kampagne für den Banksy-Film fahren – hier ist ihre Erklärung: “Six months ago we were invited to see a rough cut of Banksy’s film, Exit Through The Gift Shop. When the film was over, I looked at Sara, she looked at me, and we saw that both of our jaws had dropped. We were blown away by the film. We both felt that it was so much more than a “street art” film. For us, the film was about the human condition. Why do we seek fame and acceptance? What do we do to achieve it? That night we said that we would do anything and everything we could to help make this film a success. We loved it so much. It wasn’t about money, it was about passion. And while Sara and I are both involved in marketing, for us, supporting the film on our site and by getting involved in more traditional marketing methods comes out of our true love for what the film is and the fact that we want it to be successful. We hope you see the film not only because we post about it, but because you’ve heard about it from others.”
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* Stuttgart ruft: “Wand 5 e.V. – Verein zur Förderung der unabhängigen Film- und Medienkultur (Stuttgarter Filmwinter, Media-Space) hat zwei durchgängige Teilzeitstellen (jeweils 25%) zu besetzen: Koordination Neue Medien mit den Teilbereichen “Medien im Raum/Installationen) und “Online”. Beide Stellen können bei Eignung auch durch eine einzelne Person mit 50% besetzt werden. Darüberhinaus sind auch Team-Bewerbungen für beide Teilbereiche willkommen.” Via: Mail, danke Frank!

* Klassentreffen in Berlin: Sieben Hochschulklassen stellen aus. Schererstraße 20 Uhr, Berlin – Wedding, Freitag, 30. April 2010, ab 19 Uhr. Außerdem: Morgenvogel Real Estate zeigt Thomas Judisch “birdshow” (ab 7. Mai). Via: Mail, danke Tommy!

* Das neue Projekt von Fabian Fabian: Music is not Gigabytes. “Alte Technologien, alte Copyright-Handhabung, alte Besitzmodelle und alte Verhaltensmuster bestimmen unsere Kultur und vor allem Musik. Dabei werden neue Möglichkeiten ignoriert und Märkte als einzige Möglichkeiten akzeptiert, Einkommen für Musiker zu erbringen.” Danke, Fabian!

* Stilvorlagen – eine Vortragsreihe zu zeitgenössischem Grafikdesign am Department für Design der HAW Hamburg. Mit: 29. April Jan Banning (NL), 06. Mai Steffen Schuhmann und Simone Schöler/anschlaege.de (D), 20. Mai Nicolas Bourquin/onlab (D/CH), 27. Mai Albert-Jan Pool (D/NL), 10. Juni ATAK und Fil (D), 24. Juni Michal Sahar (IL)

* Radikale Doku bei ARTE: “Der radikale Gärtner – Heutzutage ist “radikal” zu einem Modewort für alles und jedes geworden. Politiker und Banker reden von radikalen Entscheidungen und radikalen Einsparungen. Doch was bedeutet das Wort eigentlich? Für den Künstler Jeff Koons ist radikale Kunst etwas, das einem eine frische Sichtweise verleiht, Dinge neu zu betrachten. Und für den Vorreiter provozierender Werbung, Oliviero Toscani, ist radikale Werbung ohne Kunst nicht denkbar. Um das sich derzeit verändernde Zusammenspiel von Kunst und Werbung geht es dem Filmemacher und Werbekreativen Hermann Vaske in seiner Dokumentation.” Via: Mail

* Wer nen Link will, der soll ihn haben: “I’ll keep it nice and short as I am sure you get enough mail: I would love to be considered to be featured on your amazing blog.” Here you go, Carolina!

* Ruppe Koselleck: Eine Aufsicht ist ein Polizist, der auf einem Kaugummi klebt.

Ralf Grossek: Funktionale Absichten


Sammlung Funktionaler Absichten: “sperren sichern”


Sammlung Funktionaler Absichten” “markieren optimieren”


Sammlung Funktionaler Absichten: “halten stützen”


Sammlung Funktionaler Absichten: “leiten ordnen”


Sammlung Funktionaler Absichten: “anpassen verbergen”

Ralf Grossek: “Mit dem Titel „Sammlung Funktionale Absichten“ beschreibe ich eine Sammlung die sich mit unterschiedlichsten Möglichkeiten beschäftigt unsere Umwelt funktional zu kontrollieren. Dabei geht es um Probleme, und deren Lösung. Es geht um Absichten, von denen Menschen geleitet, ihren Lebensraum strukturieren. Funktionale Absichten liegen in fast allem verborgen. Sie sind Ausdruck für unser Fähigkeit Lösungen zu finden für Aufgaben die unser Lebensraum an uns richtet. Ihnen allen ist gemein, dass sie zeigen mit welchem Ideenreichtum und welcher Vielfalt Menschen daran gehen ihre Umwelt funktional zu gestalten. Funktionale Absichten werden anschaulich, anhand der Wirkung die eine bauliche Maßnahme oder ähnliches ausübt. Angestrebt habe ich eine Abbildung die diese Systemein ihrer unmittelbaren Umgebung fokussiert. Die Arbeiten vermeiden überflüssige Informationen und bringen mit Hilfe fotografischer Mittel, die für mein Thema wichtigen Aspekte in Verbindung. So sind Fotografien entstanden, die durch ihren aufs Wesentliche gerichteten Blick funktionale Absichten als in sich geschlossene Systeme zeigen.” (PDF) Via

Bronco is back…

Bronco is back: Neue Arbeiten in Berlin – und bald sein Musical in Hamburg!

Watchlist: Rodrigo Pereira

Rodrigo Pereira. Aus der Serie” “Urban Toys”. Via