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Month April 2010

Romain Gavras: “M.I.A – Born Free”

Pop als politisches Statement: “Das Video von Romain Gavras beginnt mit Polizeigewalt und ist einigermaßen unangenehm anzuschauen, danach kommt ein Aha-Effekt und es wird klar: Es geht um Rassismus und staatliche Unterdrückung von Bevölkerungsgruppen”, schrieb Nerdcore schon vor ein paar Tagen. “Großartiges Video, provokant, aber eben nicht um der Provokation, sondern um des Themas Willen. Die gezeigte Gewalt ist kein Selbstzweck und wer sie nicht ertragen kann, sollte wissen: This shit happens. Genau jetzt. Nur in echt, irgendwo. Das kann und muss Kultur umsetzen, auch und gerne sehr explizit und deutlich.” Jetzt ist das Thema in den Feuilletons gelandet. Die Süddeutsche Zeitung hat heute dazu, unter dem Titel “Akt der Befreiung/Auf Provokation folgt Zensur“, einen großen Beitrag gebracht: “Es ist ein geschickter Schachzug, einen Medienmonopolisten wie das Videoportal YouTube zu einem symbolträchtigen Akt der Zensur zu zwingen. Gerade jetzt, da die Zensur im Netz ein Thema ist. (…) Wenn nun ein amerikanischer Monopolist den politischen Kunstfilm des Sohnes eines Regisseurs zensiert, der gerade in Hollywood als einer der profiliertesten Köpfe gilt, dann ist dieser Akt der Zensur mit Pop-Referenzen befrachtet, die auch diejenigen verstehen, die dem Pop seine politische Kraft längst abgesprochen haben.”

Saatbomben-Automat: Greenaid

Guerilla Gardening goes Sell-out “Die Designer Daniel Phillips und Kim Karlsrud von The Common Studio haben in Los Angeles die ersten Kaugummiautomaten mit kleinen Saatbomben gefüllt und nennen ihr schönes Projekt Greenaid.” Und sogar Manufactum bietet unter dem Stichwort “Graswurzelrevolution” schon Saatbomben an – für 8,50 Euro an. Via

Aram Bartholl: How to make a street artist mad at you

Aram Bartholl “modifiziert” das Facebook-Statement von SP38.

Und sonst so? : 28. 4. 10


Wunschbrunnen von Nomad in Gran Canaria. Via: Mail, thx Harlan!

* Ausstellung in Essen, Bochum und Dortmund: Concrete Playground mit Above, Clemens Behr, D*Face, East Eric, Ekosystem, Just, Martha Cooper…

* Nicht verpassen – die nächste “Checkdisout”-Talkrunde steht an: “Checkdisout #4: Wer glotzt TV? stellt erfrischend neue Perspektiven, Formate und Macher von Bewegtbildinhalten vor. Wir diskutieren über Flimmerkisten jeder Art, was darin läuft, und wo der Weg sowohl im klassischen TV als auch im Internet- oder wo auch immer- hingehen könnte. Mit: Conrad Fritzsch (tape.tv), Volker Heise (24h Berlin, zero one film Berlin), Frerk Lintz (Folge-Mag) und Nikolai Longolius (Schneevonmorgen / dctp). Mehr hier, via: Mail

* Ausstellung in Berlin: “Kiss the City” mit L’Atlas, Babou, Sun7 und Tanc.

* Ausstellung in Hamburg: Offene Türen beim Frappant Verein in der Viktoria Kaserne

* Ausstellung in den USA: Keep it Slick: Infiltrating Capitalism with The Yes Men (30. April bis 5. Juni). Via: Mail

* News von Artitude: “Im nächsten Monate geht unsere Einzelausstellungsserie “Super Reactive Subjects” mit Javier Hinojosa in die nächste Runde und unmittelbar im Anschluss zeigen wir “Gruppenzeichnungen” vom Writer-Kollektiv “Diamonds”. Juni wird auch sehr spannend mit Willem Besselink (er hatte bei Planet Prozess die Kiezwege Skulptur gemacht), gefolgt von NUG im Juli (der ja in Schweden kürzlich einen Skandal und eine Diskussion über die Freiheit der Kunst lostrat) und voraussichtlich Blu im August und Nasan Tur im September.” Via: Mail, danke!

* Black Sea Academy 2010: “The European Cultural Foundation, the Open Society Institute and the Istanbul Bilgi University, in the framework of the STEP beyond mobility program, are looking for talented cultural entrepreneurs and managers from Armenia, Azerbaijan, Georgia and Turkey to participate in a 6 days platform for capacity building, networking, knowledge exchange and experience sharing. Between 28 June – 3 July 2010 at Istanbul Bilgi University – Istanbul.” Via: Mail

* “Göttliche Misswahl” des LVR LandesMuseums Bonn

* Kritischer Beitrag zur Diskussion über Produkt- und Recyclingzyklen von Álvaro Sendra González. Via: Mail + urbanshit

Watchlist: Homer

Wow, bin ganz geflasht: Homer aus Kiew ist meine Neuentdeckung der Woche. Via: Eko

Space Strategy Tours – Import Export

Schönes Projekt/Ausstellung im Projektraum des Kunstraums Kreuzberg / Bethanien (30. April bis 8. Mai): “Eine Art „Kreuz-Fahrt“ machen elf Studierende des Masterstudiengangs Raumstrategien: Jeder Studierende stellt einem anderen einen persönlichen Stadtplan seiner Heimatstadt zur Verfügung. Auf diese Weise mit dem von einem Mit-Studierenden zur Verfügung gestellten speziellen Kontext versehen, der die persönlichen Lieblingsorte, die Adressen von Familie und Freunden und beruflichen Kontakte des anderen enthält, reist der Studierende in die ihm fremde Heimatstadt des Kommilitonen bzw. der Kommilitonin. Die Reiseziele sind Berlin, Damaskus, Istanbul, Rio, Peking, Limassol, Seoul, Athen, Shanghai, Skopje, Barcelona. Im Rahmen des Austausches erarbeiten die Studierenden individuelle Konzepte für ein Foto- oder Videoprojekt, das sie im Projektraum 1 des Kunstraums Kreuzberg / Bethanien vom 30. April an unter dem Titel „Import – Export“ präsentieren werden. Zur Ausstellung erscheint ein Reiseprospekt. Die beteiligten Studierenden sind: Byounggil Jung, Chang Liu, Efthymia Kefala, Helin Bereket, Ivana Sidzimovska, Kristina Sporr, Loucas Ioannou, Nassar al Lamaa, Philine Sollmann, Stanley da Silva Alves, Yong Fang.” Via: Mail

Klassiker: Swiss Spaghetti Harvest

Muss man mal gesehen haben: Ein grandioser Hoax-Klassiker aus dem Jahr 1957 – Spaghetti-Bäume in der Schweiz. Bessere Video-Qualität hier, Hintergründe hier. Via: Mail, danke Sanda!

Neue Arbeiten von Slinkachu

Auch ein Besuch bei Slinkachu lohnt sich mal wieder – es gibt viele neue, wunderbare Arbeiten zu entdecken. Außerdem ist er Teil der Ausstellung “Extraordinary Measures” (ab 1. Mai, Belsay Hall, Northumberland) in England. Via: Mail

Düsseldorf: Freiräume für Bewegung

In Düsseldorf fomiert sich eine “Recht auf Stadt“-Bewegung, stellt symbolisch an verschiedenen Orten in der Stadt pinke Bänke auf, meldet Leerstände, vernetzt die freie Kulturszene – und hat auch schon ein eigenes Manifest: “Wir haben es satt, in unserem kreativen Handeln behindert zu werden! Düsseldorf ist nicht nur die Stadt der Reichen, der Kö-ModedesignerInnen und der finanzkräftigen Investoren. Düsseldorf ist unsere Stadt – die Stadt von denen, die hier leben; von alternativen KünstlerInnen; von Menschen, die ihre Kultur und ihr Leben selber gestalten; von Personen, die selbstbestimmt sein und arbeiten wollen! Der Handel freut sich über die Massen an Touristen und die Stadt zählt die Gewerbesteuereinnahmen – während wir für unser Recht auf Selbstverwirklichung und um das Überleben unserer Freiräume kämpfen müssen. Aber es ist unsere Stadt!” Via: Mail, danke Florian!

Arleta: “Busting the fumes of cars”

Schöne Staubsauger-Performance von Arleta: “I’m busting the fumes of cars with my special vacuum cleaner!” Via: Mail, thx!