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Month Januar 2010

Broken City Lab: “Talking to Walls”

Stadt, Wand, Fragen: “Broken City Lab did a series of projections with short texts / fill-in-the-blanks that dealt with issues of public and private space, which were generated from the answers to the questionnaires we created, responses on Twitter, and conversations amongst ourselves.” Das Projekt ist Teil der Ausstellung “Public Realms” in Toronto, Kanada (bis 31. Januar).

Oleg Mavromatti: “DNA For A Better Life®”

Das neue KYOSK-Projekt von Oleg Mavromatti (Sofia / NYC), Assistent & Performer Bionihil (Weimar) in Weimar: “DNA For A Better Life®“. Ihre Liebschaft verlangt plötzlich einen Vaterschaftstest und bittet Sie zur Kasse? Sie sind ein gesuchter Terrorist und brauchen dringend eine neue Identität? Egal auf welche Weise Sie mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind: mit der Initiative DNA For A Better Life® sind Sie in besten Händen. Für einen angemessenen Preis können Sie von unseren Spendern absolut saubere DNA-Muster leihen oder kaufen. Die Spender-DNA stammt von gesetzestreuen Menschen, die keine Einträge im Strafregister, bei der Schufa oder bei Interpol haben. Durch strenge Qualitätskontrollen und ständige Erweiterungen der DNA-Spender-Datenbank, gewährleisten wir Ihnen eine große Auswahl an seriösen DNA-Mustern. So ermöglicht Ihnen DNA For A Better Life® einen schnellen, bequemen und problemlosen Einstieg in ein neues Leben! Gegen einen geringen Aufpreis erhalten Sie zusätzlich eine Transporttasche plus einen Satz DNA-Behälter, welcher Ihnen höchsten Tragekomfort der DNA gewährleistet.” Ausstellung bis 19. Februar (Mo-Fr 14-16 Uhr), Kyosk am Sophienstiftsplatz Weimar. Mehr Bilder hier, via: Mail, danke Eugen! Vgl. auch: “Kiosk of Piracy“.

Skulpturenpark Berlin_Zentrum zeigt “Land’s End”

We don’t need no water let the motherfucker burn: Brennende Auto-Oper in sieben Akten im Skulpturenpark Berlin_Zentrum (Premiere am Sonntag, am 24. Januar 2010 um 15 Uhr, diesseits und jenseits des Straßenrands Kommandantenstrasse / Ecke Neue Grünstrasse / Beuthstrasse: “Während eines frostigen Wintermonats säumen sieben ausgebrannte Limousinen das frisch erschlossene Bauland entlang der Kommandantenstrasse, das unter anderem als zukünftiges Dolce Vita-Quartier beworben wird. Aus den verkohlten Autowracks tönen Arien in die klirrend kalte Luft. Sie führen ein städtisches Drama um rivalisierende Lebenswelten auf, in dem es um nicht weniger als die soziale und kulturelle Vorherrschaft geht. Land’s End ist eine Metropol-Revue, in der Musik und Bild, Realität und Dichtung in einem Raum aufeinandertreffen. Auf der Freiluftbühne des Skulpturenpark Berlin_Zentrum erfüllen die Fahrzeuge ihre Hauptrolle mit schizophrener Bravour. Multiple Sopran- und Baritonstimmen bedienen sich dieser Hülsen und liefern sich ein mal zartes, mal gewaltiges Wortgefecht. Walzerklänge scheinen auf, scharf kontrastiert mit emotionalen Ausbrüchen der Sänger. Mit neuem Libretto bekleidet, verbindet der Klang bekannter Melodien subjektives Empfinden mit objektiver Tonmalerei. Umgebende Baustellen und mondäne Musterpavillons flankieren die Szenerie als Statisten. Der gesamte Park wird zur Bühnenkulisse, die vielschichtige Bilder und Symbole rund um Abwertungsketten und Aufwertungsbestrebungen bereit stellt. Anwohner können von den Logenplätzen auf ihren Balkonen aber nicht nur inszenierte Ideenträger sehen. Auf der winterlichen Lichtung reihen sich Menschen um ein wärmendes Feuer, verspeisen ein Wildschwein und trinken heißen Wein. Land’s End ist erzählt die Geschichte urbaner Transformationsprozesse, wie sie in Metropolen passiert.” Via: Mail, danke Gunnar!

Julien Oliver, Clara Boj und Diego Diaz: “The Artvertiser”

Premiere auf der Berliner transmediale.10 (2. bis 7. Februar) für das Projekt “The Artvertiser” von Julien Oliver, Clara Boj und Diego Diaz: “The Artvertiser is an urban, hand-held, augmented-reality project exploring on-site substitution of advertising content for the purposes of exhibiting art. The project was initiated by artist and developer Julian Oliver in February 2008 and is being developed in collaboration with artists Clara Boj and Diego Diaz. The Artvertiser considers Puerta del Sol Madrid, Times Square New York, Shibuya Tokyo and other sites dense with advertisements as potential exhibition space. The Artvertiser is an instrument of conversion and reclamation, taking imagery seen by millions and re-purposing it as a surface for presentation of art.” Via: Mail, danke Jacob & Thomas!

Buchtipp: “Urban Interventions”

Das wird ein Fest! Im Februar erscheint beim Gestalten Verlag der erste, umfassende Bildband über illegale Interventionen im öffentlichen Raum: “Urban Interventions – Personal Projects in Public Places“. Ich habe dafür einen Essay geschrieben – und durfte mir deshalb auch schon einmal die geballten 256 Seiten anschauen. Und nur so viel: Die 44 Euro sind wirklich gut angelegt. Auch wenn eifrige rebel:art-Leser/innen bestimmt viele Projekte schon kennen – die Herausgeber haben ganze Arbeit geleistet und eine perfekte Auswahl an Projekten aus aller Welt gesammelt. Es ist das bis dato beste Buch zu diesem Thema, dass ich gesehen habe! “Nach Graffiti und Street Art kommt nun der nächste Quantensprung künstlerischer Arbeiten im öffentlichen Raum. Urban Interventions ist das erste Buch, das diese neue Bewegung sowie ihr Wechselspiel mit Kunst, Architektur, Performance, Installation und Aktivismus umfassend dokumentiert. Nach Graffiti und Street Art sind Urban Interventions die nächste Generation künstlerischer Arbeiten im öffentlichen Raum. Sie beschäftigen sich meist räumlich mit allen Aspekten und Bestandteilen der Stadt. Die Straße wird zur Leinwand und Galerie, zum Atelier, Labor und Club. Die Kunst kommt zum Publikum. Modifizierte Straßenschilder, Schaukeln an Bushaltestellen und Bilder aus Sand oder Schnee fordern uns heraus, unsere Umwelt zu entdecken, sie auf neue Art wahrzunehmen und mit ihr zu interagieren. Auf intelligente Art kommentieren und kritisieren diese Eingriffe. Sie nehmen Bezug auf die Planung, Nutzung und Kommerzialisierung des öffentlichen Raums. Urban Interventions zeigt ein breites Spektrum aktueller Projekte und Methoden der Urban Art Szene, die wie kaum eine andere die zeitgenössische visuelle Sprache prägt. Gewachsen aus der Graffitikultur entstehen immer mehr Verbindungen und Wechselwirkungen mit Kunst, Architektur, Performance und Installation. Ihre Protagonisten überraschen, irritieren und provozieren durch ihre Eingriffe und besetzten Raum in den Metropolen wie New York oder London ebenso wie in China, Kolumbien oder der Türkei. Sie machen das Öffentliche zu einem privaten Erlebnis. Urban Interventions ist das erste Buch, das diese sehr aktuellen, persönlichen Kunstprojekte umfassend dokumentiert.” Wer sein Exemplar schon mal reservieren möchte – hier ist der Amazon-Partnerlink: Urban Interventions: Personal Projects in Public Places.

Mark MacGowan: “The Dignity of Man”

Mark McGowan kriecht gerade in Bremen. Aus der Pressemeldung: “Im Jahr 2007 war eine der weltweit meistbeachteten Performances der Auftritt des Künstlers Mark MacGowan, mit einer George Bush-Maske auf dem Gesicht, 72 Stunden kriechend durch Manhattan. Ein Schild auf seinem Hosenboden mit der Aufschrift “Kick my ass” forderte die New Yorker Bürger auf, Mc Gowan stellvertretend für George Bush einen Tritt in den Hintern zu verpassen. Für eine ähnlich außergewöhnliche Kunstaktion mit dem Titel “The Dignity of Man” kam der britische Künstler und berühmt-berüchtigte “Straßenkrabbler” Mark McGowan nun nach Bremen. Als Obdachloser verkleidet kriecht McGowan nun 48 Stunden ununterbrochen auf Händen und Knien über den Bahnhofsvorplatz. Dabei stößt er einen Einkaufswagen vor sich her, der mit Plastiktüten und allerlei gesammelten Abfall gefüllt ist. Schilder auf dem Einkaufswagen weisen auf die Situation von Obdachlosen hin. Diese Durchhalte-Performance heißt “Die Würde des Menschen” und ist Teil der Ausstellung “Manieren” im Focke-Museum.” Via: Mail

Kunst adoptieren: Fine Art Adoption Network

Fantastische Idee: Bei dem “Fine Art Adoption Network” kann man Kunst adoptieren! “FAAN is an online network, which uses a gift economy to connect artists and potential collectors. All of the artworks on view are available for adoption. This means acquiring an artwork without purchasing it, through an arrangement between the artist and collector. Our goal is to help increase and diversify the population of art owners and to offer artists new means for engaging their audience. The goals of FAAN are to place artworks by committed artists into deserving homes and institutions, as well as to offer a channel for new audiences for contemporary art. It is the intention of FAAN to engage art enthusiasts who never thought of themselves as art collectors, and to introduce them to the experience and pleasures of owning and caring for contemporary art. Much of the artwork in FAAN was created by artists who have widely exhibited in museums and galleries. Yet, these artists have chosen to present their artwork here because it has the potential to generate a unique relationship between them and new audiences. As much as artists want to sell their work, they also want to communicate with others and have an impact on the lives of their viewers.” Via

HartzIV-Adbusting

CDU-HartzIV-Adbusting. Via

ImprovAZ: “Coroner Prank”

Mit ‘ner Leiche durch die Stadt spazieren: Die Gruppe ImprovAZ hat eine Fake-Leiche durch die Stadt getragen. “Coroner” heißt übrigens “Leichenbeschauer”. Via

Zurück zum Beton: Frappant, Hamburg

Tja, sieht schlecht aus für’s Künstlerhaus Frappant in Hamburg: “Die gebaute Realität des blau-gelben Möbelhaus mitten in der Stadt geht in die nächste Runde: Auch wenn noch kein amtliches Endergebnis des Bürgerbegehrens vorliegt, scheint sich eine klare Mehrheit der Bürger für den Bau einer Ikea-Filliale in der Großen Bergstraße in Hamburg Altona ausgesprochen zu haben. Nach Angaben des Bezirksamtes machten 77,2% ihre Kreuz bei “Ja”, und stimmten damit der Bürgerinitiative “Pro Ikea” zu.” Was verpasst? Darum geht’s! Aber noch sind die Künstler da – und noch wird gefeiert & besetzt! Also diesen Samstag hingehen & für künstlerische Freiräume kämpfen: “Unter dem Motto “We love Schandfleck- hot night in cold concrete!” geht das Programm dieses Wochenende in die nächste Runde.” Neben der Vernissage der Ausstellung „Helm auf! Mund zu!“ im 7. Stock (Samstag, 23. Januar), gibt’s auch Pudel-DJs. Via