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Month Januar 2010

The Influencers 2010: 4-6. Februar, Barcelona

Nicht verpassen: Das jährliche Kommunikationsguerilla und Culture Jamming-Gipfeltreffen, The Influencers, organisiert von d-i-n-a und 01.ORG, findet diesmal vom 4. Februar bis 6. Februar im Center of Contemporary Culture, in Barcelona statt. Mit dabei: Die italienische Gruppe IOCOSE, die 2009 vor allem mit ihrer Ikea-Guillotine “ SØKKØMB“ für Aufsehen sorgte. Weitere Projekte: “Empathy Box“, eine religiöse Schmerzensmaschine und “Win Nothing Day” – dazu wurde tausende Contest-Sticker mit einem Code auf Supermarktwaren geklebt, es gab eine entsprechende Webseite mit schlechtem Grafikdesign, langsamen Ladezeiten und vielen absurden, persönlichen Fragen (A blind trust was needed to suffer the website, the same that takes us every given day in front of the shelves. Every code was the “lucky” one, but here comes the bitter sweet truth: you won, but there is no prize. Everytime you participated in the contest you were sure you could really gain some type of “real happiness” out of it. Maybe it’s time to get more serious about your life!)

Cristian Bettini und sein Projekt donkijote.org: Seit Jahren reist Bettini mit Laptop, GPS, Kamera, Solarpanel und einem Esel durch die Gegend und erstellt eine multimediale “Donkeypedia”.

Auch die Yes Men sind da – mit ihrem Film und einem Vortrag im Gepäck.

Künstler und Hacker Joan Leandre: “Untiring transformer of digital entertainment products, Joan Leandre has carried out such diverse actions as the manipulation of innocuous car race videogame computer code; compilations of documentation on technological euforia, both commercial and military; or the challenge to a powerful computer to create a model of the highest ever mountain.”

The Influencers 2010 from ziga-zaga on Vimeo.

Alle Gäste: The Yes Men, ZEVS, James Acord, Donkijote, Black Label Bike Club, Joan Leandre, Critical Art Ensemble, IOCOSE. (Vgl. auch Influencers 2009, 2008). Das ganze Programm hier, via: Mail.

Claire Fontaine: “La société du spectacle”

Das französische Kollektiv Claire Fontaine (aka Fulvia Carnevale, Theoretikerin; James Thornhill, Künstler), benannt nach einem Hersteller für Schulhefte, sieht sich als “Readymade Artist” – und produziert verkopft-verstörende neo-situationistische Konzeptkunst. Mehr auch hier, via.

Watchlist: Ben Ross

Crazy Kritzelkratzel-Hackenkreuz-Chaos: “Ben Ross – Ars Authentica” (6. Februar bis 20. Februar) im Berliner Undplus CollabRoom (Torstr. 66): “Hey my name is B.R. and i am German. The Germans killed many Jews in the past. What i am about to show you is an exhibition about the authenticity in our lives. How authentic is your mother? How authentic is your country? How authentic can art be? Is there something like “authentic” anyway? Because of their history the Germans understand authenticity, the internet knows the meaning of the word as well. I trust the Germans more than the internet. So, this is more an exhibition about bringing back the trust to the people of Germany than about doing some arty stuff. If you know what i mean. Ben Ross 2010″ Via: Mail, danke Gunnar!

Counter-Protest mit absurden Botschaften

Noch einmal ein schönes Beispiel zum Thema “Gegenprotest”: “Westboro Baptist Church showed up to protest in front of Twitter’s San Francisco office on Thursday, but found themselves severely outnumbered by a crowd of absurdist pranksters.” Mein Favorit ist das Schild: “Man hat mir Donuts versprochen!” Via

Doku: Harald Naegeli – Der Sprayer von Zürich

Harald Naegeli – Der Sprayer von Zürich from Institut für Kunstdokumentation on Vimeo.

Schöne Doku vom Institut für Kunstdokumentation und Szenografie: “Der Schweizer Künstler Harald Naegeli wurde international bekannt durch seine unverwechselbaren, fast skulptural anmutenden Graffiti, die er Ende der 70er Jahre an dieverse Wände in Zürich sprühte. Als Skandal ging seine Verhaftung 1981 in die Kunstgeschichte ein, als Naegeli wegen “Sachbeschädigung” in der Schweiz zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Neben dokumentarischen Aufnahmen zeigt dieser Clip aber auch Naegelis aktuelles Schaffen: seine “Urwolken”-Bilder. Heute gilt Harald Naegeli, der vergangene Tage seinen 70sten Geburtstag feierte, als Mitbegründer der Graffiti-Kunst.” Via

Zine-Hattrick: XXX, Wandler und GuteSeiten-Award

Zine-Hattrick in Hamburg: Gleich drei große Events gibt es für alle Zine-Lover in Hamburg! Los geht’s am Samstag, 30.01.2010, um 21 Uhr, im “blatt”-Showroom (Königstraße 16) mit einem “xxx-zine”-Special: “Im Rahmen der Veranstaltungsreihe “blatt – contemporary magazines“ zeigen Art-Lawyer Jens O. Brelle und Nude Paper Art-Director Uwe Jens Bermeitinger zeitgenössische erotische Magazine und ganz spezielle Art Zines. Nur für eine Nacht. Ausgedehntes Vorspiel mit ästhetischen Mags wie „Jacques“, „Paradis“, „S Magazine“ und „Purple Fashion“. Härter zur Sache geht es mit „Daddy The Magazine“, “The new Gentlemen’s Club” und „Butt“. Und vielem mehr. Daneben Klassiker wie das legendäre „LUI“ und alte PLAYBOY-Ausgaben aus den 70ern. Special des Abends: Pornoanwalt Marco Dörre referiert zum Thema “Porn and Law”.”

Dann gibt es am 1. Februar die Magazin-Release-Party von “Wandler” und die Eröffnung des neuen Konzeptstores “Fitting Forward” (Stresemannstraße 110): “Gesellschaftsspielverderber – Ene mene meck und du bist weck! Übertrumpfen, zocken, bluffen, aussetzen, zurück zum Start, Himmel und Hölle, den schwarzen Peter ziehen. Mensch ärgere Dich nicht, das ärgert uns! Am 1. Februar eröffnet FITTING FORWARD die Black Box für alle Gesellschaftsspielverderber, Ungehörte, Vergessene und diejenigen, die diesen eine Plattform bieten. Am 1. Februar: tritt der WANDLER in euer Leben. Das Magazin für das Überleben in einer digitalen Gesellschaft, analog präsentiert. Die Welt ist keine Google – Es lebe der Mangel! Auf Los geht’s los: FITTING FORWARD malt mit Lauten auf Shirts, formt aus modischen Metaphern avantgardistische Alliterationen und TASEK vertextet mit Vor-Lautketten den Raum. Gehe nicht über Los: WANDLER verdruckt kybernetische Komplizen und manische Musiker und schüttet die Inbox aus und lässt die atomisierte Verkäuferinnen Tischtennis spielen. FITTING FORWARDS Spielfiguren sind Hui Hui, Greenpeace Magazine, Senior Design, Bitten Stetter, Philipa Lindenthal, Diedeling, Shoessenkel, Ginger & Fred, Dora Mojzes, von Wedel&Tiedeken, Odeur, Makin Jan Ma, Silberfischer, Susanne Schmitt, Diedeling, Shoesenkel und Agapis Welt.”

Und am Dienstag, 2. März, gibt es im Hamburger Kunstverein die erste Hamburger Zine Fair mit den Machern der Magazine von Ein Magazin über Orte, Berlin; DieNacht, Trier; Low, Dresden; Screenshots, Berlin; ShakeYourTree, Stuttgart/Berlin; Klebstoff / Mandy, Dresden; Der:Die:Das, Zürich; Balkon & Garten, Berlin; Berlin Haushoch, Berlin und Gudberg, Hamburg. Danach eine Ausstellung (bis 14. März) mit allen Höhepunkten aus der GuteSeiten-Zinothek – und am Freitag, den 5. März dann der Höhepunkt: Deutschlands erstes Live-Magazin inkl. Verleihung des GuteSeiten-Awards! Die besten Journalisten, Fotografen und Dokumentarfilmer präsentieren ihre Reportagen jeweils in 5 bis 7 Minuten live vor Publikum – in einer ca. 75-minütigen Show! Seid gespannt, mehr dazu bald!

Counter-Protest: “Corduroy Skirts are a Sin”

Schöner Gegenprotest von Chris Pesto – auf seinem Schild steht: “Cord-Röcke sind eine Sünde.” Zur Erklärung: “This woman was wearing a ankle-length corduroy skirt, which, as we all know, is a fashion nono. So, in order to make her feel uncomfortable, I stood next to her and held a sign that said Corduroy skirts are a sin! I don’t think I have ever drawn so much attention in my life. SO many people asked to take a picture with me, I got laughs, high fives and there were the few that even cursed off the woman standing behind me.” Via

Specter: “Gentrification of Brooklyn”

Die neue Projekt von Specter: “Gentrification of Brooklyn” – handgemalte Plakate zum Thema Gentrifizierung in Brooklyn. Mehr auch hier. Via

Fake-Web: World Economic Forum

Wieder einmal ein sehr schöner Medienhack: “Auf den ersten Blick sind die Seiten www.weforum.org (Original) und www.we-forum.org (Fake) nicht zu unterscheiden. Selbst beim Quellcode unterscheiden sich die Seiten erst sehr weit unten. Einzig der Server von we-forum.org verrät, dass da ein Kollektiv dahinter steckt, das auch schon mit den Yes Men zusammengearbeitet hat. Dem interessierten Leser dürfte jedoch auffallen, dass die in der Pressemitteilung verbreitete Message – schön gefakte Videos von Merkel bis zu Prinz Harry – so gar nicht zu Sprachregelung, Duktus und Stil des WEF passt. Denn das WEF redet üblicherweise Konflikte, Hunger und Ungleichverteilung des Wohlstands schön, während es zeitgleich natürlich immer behauptet, sich für eine bessere Welt einzusetzen. Lösung ist dabei natürlich immer ein heilsbringender Kapitalismus.” Via

FDP-Fake: “Ja, wir sind eine Klientelpartei”

Die “Extra 3″-Satiriker haben eine Pressekonferenz inszeniert, bei der sie als FDP-Sprecher auftraten: “Eine gefälschte Einladung zu einem angeblichen Presseauftritt von Liberalen-Chef Guido Westerwelle zur “Spendenpraxis der FDP” hat in Berlin Wirbel ausgelöst. Die – wie sich später herausstellte – Aktion des NDR-TV-Satiremagazins “Extra 3″ sorgte am Donnerstag für Verärgerung bei Hauptstadt-Medien und dem Betreiber des Veranstaltungsorts.” Folgendes wurde verkündet:

“Wie Sie alle wissen, gab es in den vergangen Tagen Verwirrungen über einen eventuellen Zusammenhang zwischen der Parteispende eines Hoteliers und der von uns durchgesetzten Mehrwertsteuersenkung für Hotelübernachtungen. Diese Diskussion hat uns überrascht. Denn: Selbstverständlich gibt es diesen Zusammenhang. Wer in Deutschland 1,1 Millionen Euro an die FDP spendet, der kann von uns Liberalen auch ein gewisses Entgegenkommen erwarten. Und wer uns in diesen Tagen dafür angreift, der hat unser Parteiprogramm nicht verstanden. Denn unser Verhalten ist nur konsequent: Auch bei der FDP herrschen die Gesetze der freien Marktwirtschaft. Angebot und Nachfrage regeln auch bei uns den Preis. Und somit die Gesetze. Viele sagen nun, wir seien ‘käuflich’. Wir sagen: Wir sind nur ‘fair’. Leistung muss sich wieder lohnen. Es ist Zeit für ein modernes Politikverständnis im Sinne der Leistungsgerechtigkeit. Denn: Wer bereit ist, viel zu geben, der sollte auch mehr bekommen als der, der nichts gibt. Wer uns in diesem Land jetzt ‘Klientelpartei’ nennt, dem rufe ich zu: “Ja, wir sind eine Klientelpartei!” Presse-Resonanz hier, Making-Of hier und am Sonntag, um 22.30 Uhr im NDR. Via