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Month Juli 2009

Watchlist: David Prince

Einmal im Kreis fahren, bitte: Gefakte Umleitungen in Chicago: “Everything must go”, 2008

Mythos aus Butter: “Butterhenge”, März 2006, Chicago

Werbung für Nichts: Prince verteilte für die Aktion “Promotion” (August 2006, NY) weiße Zettel

Statt “Warten auf Godot”: Warten auf meine Schuhe – die Performance “Waiting”, Oktober 2005, Chicago

David Prince: “My conceptual artworks employ multifaceted concepts and materials, creating time-based sculptures and performances designed for public engagement. I often utilize found objects and recycled materials to construct my works, and many are intended for re-use or decay.” (Statement-PDF). Via

Sokkomb: Die Ikea-Guillotine

Ruckzuck-Gerechtigkeit gibt es mit der Ikea-Guillotine “Sokkomb“. Auspacken, Aufbauen, Köpfen: “Sokkomb is a new low-cost product designed specifically for all those citizens who are so interested in Do-It-Yourself Justice. Are you full of energy? Have you lots of things to do and too little time to do them? Are you increasingly annoyed by all those criminals, immigrants and petty people who should just be got rid of? Your dynamic, active rhythm demands quick, summary justice and you are the person to do it, but too often you just don’t have the time and your family is increasingly in danger. Then you are the person we thought of when we designed “Sokkomb”, an easily-assembled guillotine for the whole family, the practical solution, quick and clean, perfect for all your security needs. By assembling Sokkomb in the comfort of your own living room, you can relax safe in the knowledge that the punishment will fit the crime. So you can finally be your own boss in your own house. Sokkomb is made from the best solid pine and comes equipped with a sturdy blade in stainless steel. It is light and versatile and is guaranteed effective for up to 100 executions a day.” Hier das Video vom Aufbau bei Ikea, Facebook-Gruppe hier, via.

Bronco: Neue Arbeiten

Word up! Neue Botschaften von Bronco – dem wahren A. M. Textor Berlins. Via

Und sonst so? : 28. 07. 09

Wojciech Kosma: “Blowjob 8“, 2009. Die ganze Blowjob-Serie gibt es hier. Via

* “Die vor dem Reichstag wegen Rezitieren eines Gedichtes festgenommene Künstlergruppe “Zentrum für Politische Schönheit” hat inzwischen Strafanzeige erhalten. Diesmal wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz”. Via: Mail

* “Gum Election” zur Bundestagswahl. Via: Mail

* Art Escort Service in Berlin. Via

* Braunschweig verbietet Flashmobs: “Jegliche öffentliche Flashmobs in Braunschweig sind illegal und werden notfalls mit einer Allgemeinverfügung verboten und polizeilich aufgelöst.”

* “Vanish is a research system designed to give users control over the lifetime of personal data stored on the web or in the cloud. Specifically, all copies of Vanish encrypted data — even archived or cached copies — will become permanently unreadable at a specific time, without any action on the part of the user or any third party or centralized service. For example, using the Firefox Vanish plugin, a user can create an email, a Google Doc document, a Facebook message, or a blog comment — specifying that the document or message should “vanish” in 8 hours.” Via

* Hafensafari 6 in Hamburg: “Wir suchen “Surfs”, also “Brandungen”, um einen Ort zu erfahren und ihm zu entlocken, was sonst verborgen ist. Dazu haben vier Gruppen von Künstlern für je ein Wochenende ein Konzept entwickelt.” Via: Mail

* Star- statt Adbusting: So wird aus “THANKS” ganz schnell ein “T.HANKS”

Luzinterruptus: “Lifeless Square”

Neue Intervention der spanischen Licht-Künstler Luzinterruptus: So schnell verwandelt sich ein toter Platz in einen Friedhof. “We pray that when the squares in Madrid are rehabilitated, they are not turned into big grey slabs of stones, without the slightest hind of green on its surface. However, up until now our own prayers have been unsuccessful, as they are always changed into big colourless slabs resembling tombstones, poorly suited for children to play, but ideal to place tacky flea markets that reinvent public spaces into commercial areas. An example of these kind of bleak squares is Plaza de Cabestreros in Madrid, where even the benches have a funeral appearance. Making people leave the place shortly after they arrive. Its tombstone shape in life-like size, its coldness and all in an unfortunate line, inspired our intervention Lifeless Square, which we carried out on the early morning on 8th July and in which we recreate easily a graveyard with 12 inhabited tombstones.” Via: Mail

Bill Burns: Safety Gear For Small Animals

Tierfreund und Künstler Bill Burns gestaltet Sicherheitskleidung für kleine Tiere: “The Museum of Safety Gear for Small Animals is the largest museum of safety gear for small animals in the world. It is an itinerant museum in three parts: the safety gear collection, the multi-media program, and the publishing house. Central to the museum’s collection are nineteen pieces of scale model safety and rescue gear.The total weight of the safety gear collection is 944 grams.” (Info-PDF). Via

Vorsicht: Parasiten!

Der Stuttgarter Künstler Pablo Wendel, 29, schlich sich als echter Krieger in die Terrakotta-Armee, brütete ein Ei während der Kunstmesse Art Forum Berlin 2008 in seiner Axelhöhle aus, inszenierte eine Explosion im Kunstverein und ließ seine Skulptur “Tramper” (2009) in Litauen als Anhalter zurück. Er hat auch schon einmal einen Sessellift in einem Skigebiet abgehängt und ihn dann am nächsten Tag an einem Hochspannungsmast installiert – an der deutsch-französischen Grenze. Für sein Projekt “Schmarozer” hat er jetzt direkt in die Straße eingegriffen und eine sichtbare Verbindung zu dem Ausstellungsort geschaffen. “Der Straßenzug wurde von mir über die unendlich erscheinenden Reklametafeln hinweg miteinander vernetzt. An den diversen Leuchtreklametafeln des Straßenzuges wurden Solarmodule direkt darauf montiert. Der somit gewonnene Strom wurde anhand überirdischer Leitungen im Interventionsraum gebündelt. Dort wurde die “gestohlene” Energie 24 Stunden lang, in Form einer minimalen Lichtquelle, sichtbar gemacht”.

Ein paar Beispiele aus meinem neuen Essay für die Zeitschrift ART. Den Text gibt es natürlich auch Online kostenlos zum Lesen – zusammen mit über 40 Bild-Beispielen: “Subversive Kunst ist Revolution auf Samtpfoten: Sie schleicht sich leise aus dem Hinterhalt an, um dann mit List, Leidenschaft und viel Humor die Symbole der Macht zu attackieren. Ein Report über die neue Politkunst jenseits verbrauchter Ideologien.”

Eric Cheung und Sean Martindale: Poster Pocket Plants

Poster Pocket Plants, ein Projekt von Eric Cheung und Sean Martindale, ist eine neue Mischung aus Adbusting und Guerilla Gardening: Das Duo bepflanzt Werbeflächen mit Blumen. “As Martindale explained in an email earlier last week, he and Cheung are “activating public space,” introducing nature “to the urban environment in ways that might encourage others to do the same, or to at least consider such possibilities.” Mehr Bilder und die ganze Reportage hier, via.

Und sonst so? : 22. 07. 09

Frančeska Kirke: Mona Lisa Before/After. Via: Galerie Bastejs

* Die “Süddeutsche Zeitung” berichtete gestern unter der Überschrift “Kleiner Störfall – Ein Webdesigner unterwandert die deutsche Atomlobby” über die alten Kernenergie-Fake-Webseiten von “Reimar Ohnesorge” wie kernkraft-kids.de, kernenergie-online.de und kernenergie-info.de/atomstrom (Top-Models für Atomenergie). Nette Geschichte, nur hatte darüber “Der Standard” schon im Jahr 2007 berichtet – und die Realität ist da auch schon viel weiter: Vgl. auch “Russland wählt Miss Atom“.

* Temporäres Mitmach-Denkmal bis Ende November 2009 in Berlin: “Jenseits der Gedenkroutine errichtet der Berliner Kunstverein Artitude e. V. an ebenso vergangenheits- wie zukunftsträchtigem Ort ein von jedermann gestaltbares Temporäres Denkmal aus Mauersegmenten. Das Projekt “Write the Wall” öffnet über freies Gestalten einen ästhetischen Zugang zur Geschichte der dramatischen Umwalzung in Europa, verbindet Bildung und Kunst, Erleben und Gedenken. Neben Berlin-Besuchern wirken Künstler wie Blu, JR oder Jim Avignon, Historiker, Zeitzeugen und Menschen aus dem Kiez an dieser Sozialen Plastik mit.”

* Alles über die Abfuckprämie: “Broschüre zur effektiven Abwertung“. Mehr zum Thema: “Die Miete drück ich mir jetzt selber!

* Künstlerisches Handeln als verantwortungsbewusste Verbindung zwischen Kunst, Gesellschaftskritik und Politik: Die TV-Doku “Prekär, frei und Spaß dabei!” auf YouTube

* Yeah, so sieht sie aus: Die Fastfood-Mafia von Andrew Shirey. Via

* Video I: Mentalgassi (“Metal Head“) bei der Arbeit

* Video II: Ein Interview mit ZEVS – vor seiner Verhaftung in Hongkong. Angeblich soll es im Falle einer Verurteilung bis zu 860 000 Dollar Schadenersatzforderungen gegen ihn geben. Via

* Aktuelles Ausstellungs-Pflichtprogramm in Berlin: Papergirl #4 – erste Bilder hier.

* Call for contribution: “Am 31. Oktober 2009 findet die erste Ausgabe von GIGUK – das Gießener Festival für Videokunst – statt. Alle interessierten VideokünstlerInnen sind aufgerufen, sich zu beteiligen.” Via: Mail

Dumpster Diving: Der Guerilla-Pool

Solange noch Sommer ist: Zur Sonne, zur Susanne, zur Freiheit! Und vor allem darf dabei der Sprung ins kühle Nass nicht fehlen – deshalb: Es lebe der Guerilla-Pool! Ist zwar keine neue Idee: Die Berliner “Kulturwerber” von Platoon machen das bereits seit 2004 und auch Oliver Bishop-Young hat mit seinem Projekt “SkipWaste” im letzten Jahr das Skaten, Loungen und Schwimmen im Müllcontainer verbreitet. Trotzdem: Noch immer eine großartige Idee und ich würde mir wünschen, so nen Container gäbe es auch bei mir um die Ecke. Ebenfalls interessant: Die Macher haben bei dem Projekt noch mehr im Sinne – sie wollen u.a. mit solchen Guerilla-Pools brachliegende Shopping-Malls in den USA in eine Art Kultur-Disneyland verwandeln. “Macro-Sea itself is using the project as a template for a larger idea: turning eyesore strip malls into artsy community destinations, with Dumpster pools and other indie attractions.” Mehr dazu hier und hier.