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Month April 2009

Baldur Burwitz: “Amourfou”

Der Hamburger Projektraum von Rik Reinking zeigt gerade eine wunderbare, komische Ausstellung mit Zeichnungen des Künstlers Baldur Burwitz. Also “Long Dong Silver in a parallel universe” – da muss man erst einmal drauf kommen. Und Döner gehört natürlich schon lange zur Popkultur. Die blonde Frau trägt übrigens die Gesichtszüge von Reinking – und im Hintergrund versucht eine mechanische Riesengorillahand (in der Hand: the artist himself) nach ihm zu greifen. Charmante Ausstellung – da lohnt sich ein Besuch!

Stinkefinger-Ampel

Einfach, schnell, gut: Intervention mit einer Rolle Tape. Via

Ein ♥ für Blogs

Stylespion hat für heute die “Ein ♥ für Blogs”-Aktion ausgerufen – und da bin ich natürlich auch gerne dabei. Denn es stimmt schon, eine Vernetzung findet leider nur selten statt. Ich war im letzten Jahr einmal auf einem “Artblogging“-Symposium – und es hat schon riesig Spaß gemacht, auch einmal die Menschen hinter den Blogs kennenzulernen. Aber kurzum et voilà: Hier sind meine zehn deutschsprachigen Lieblinks:

VVORK
Die volle Packung Kunst – ohne überflüssige Worte. VVORK ist das persönliche und öffentliche Recherchearchiv von Aleksandra Domanovic, Christoph Priglinger, Georg Schnitzer und Oliver Laric. “Die monothematischen Serien beginnen normalerweise zufällig und entwickeln sich erst durch unsere kollektiven Assoziationen zu Serien. VVORK kann durchaus als fortlaufende Ausstellung verstanden werden, die täglich weiter wächst.”

Just
Um es noch einmal in die Welt hinauszuschreien: Ich bin kein Street-Art-Experte (ich sehe mich eher in der Linie Subversion/Culture Jamming/Legal-Illegal-Ikearegal)! Dieses kollektive Blog ist die unangefochtene Nummer Eins zum Thema Street Art in Deutschland. Die verpassen kein Event, keine Artikel, scannen und flickern was das Zeugs hält. Props nach Berlin!

sum1
Natürlich mein alter Freund sum1 – man liebt, man hasst, man disst sich. Aber trotzdem kann ich auf die freche Schnauze meines Berliner Kollegen nicht verzichten. Tolle Texte, Mut zur dicken Lippe – und ick würde mal sagen, im Bereich “Culture Jamming”-Wissensstand kommt er direkt nach mir…

Popnutten
Ist mir immer verdammt sympathisch gewesen – aber leider, leider geht da nicht mehr so viel. Wirklich schade… Bitte macht doch weiter, ich vermisse Euch!

BlogChronik der Kommunikationsguerilla
Die Großväter der Bewegung, Verfasser der Standardlektüre “Handbuch der Kommunikationsguerilla”. Bloglayout von 1990, aber das sind ja auch Theoretiker und keine Webdesigner. Passiert auch nicht mehr so viel, aber trotzdem: Ein ganz dickes ♥!

de-brand
Auch Kris Krois ist leider ein wenig abgetaucht und updatet seltener als früher, trotzdem sollte er in keinem RSS-Feed fehlen, denn ab und zu kommen noch immer interessante Texte, Ideen, Projekte.

Ahoi Polloi
Ein Lacher am Tag – garantiert bei Ahoi Polloi. Das Füllhorn voller Fühlhörner bietet täglich eine pointierte Karikatur und liegt genau auf meiner Humorwellenlänge.

Balkon & Garten
Kunst und Garten? Anke weiß alles! Jedesmal bin ich wieder erstaunt und überrascht wieviele geniale Projekte es in diesem Bereich gibt – und obwohl ich eigentlich sehr gerne ein Stadtmensch bin, freue ich mich über Ankes Blumenbilder.

Slanted
Natürlich klicke ich auch hier täglich vorbei: Slanted ist auch eine gute Inspirationsquelle für unseren curated kiosk – und es gibt auch immer wieder spannende Sachen aus den Bereichen Grafikdesign, Typografie und Fotografie zu sehen.

Nerdcore
Und das sage ich jetzt nicht nur, weil René mir ein neues Bloglayout versprochen hat und ich darauf schon ganz sehnsüchtig und neugierig warte. Ne, ist schon klar, Johnny und René sind die unangefochtenen Meister der deutschen Blogossphäre. Ich habe mich schon immer gefragt, wie man an einem Tag vier bis fünf Posts raushauen kann, wow, was für eine Energie, was für eine Leidenschaft. So – jetzt genug geschleimt – und mal her mit dem neuen Layout!

Achja: Und hier noch die Bonusroll – die sind neu in meiner Blogroll, aber ich habe sie auch schon in mein Herz geschlossen: Hundertmarkt, Berlinpiraten, gestalta, Happy Schnitzel und THW. Jetzt noch Grüße an meine Omi und ich hoffe, dass ich niemanden vergessen habe…

Und sonst so? : 18.04.09

Fire Tagging: Ellis Gallagher zündelt mit Street Art

* Das Piratenschiff kentert: “Peter Sunde, Gottfrid Svartholm Warg, Fredrik Neij und Carl Lundstrom, die vier Gründer der Torrent-Börse Pirate Bay wurden heute in Schweden schuldig gesprochen. Die Strafe: ein Jahr Haft und eine Geldstrafe von 30 Millionen schwedischen Kronen (knapp 2,7 Mio Euro).” Das Kommentar von dem Quartett: “But as in all good movies, the heroes lose in the beginning but have an epic victory in the end anyhow. That’s the only thing hollywood ever taught us.” Via

* In bester Guerillamanier hat der irische Künstler Conor Casby Bilder, die einen nackten Premierminister Brian Cowen zeigen, in zwei Galerien geschmuggelt und aufgehängt. Via: SZ

* “So unpretentious, decent and adorably unpolished”: Teppiche aus Karton

* Tolles Foto-Projekt: “Running from Camera” – “The rules are simple: I put the self-timer on 2 seconds, push the button and try to get as far from the camera as I can”. Via

* Scarlettierbaby’s Revolutions Parfum: Dictatorship of Art (2008) – Performance von Jonathan Meese. Via

* Doku über die Prankster-Legende Alan Abel. Via

* DIY VeggiePatch: get involved in the process of growing vegetables for families and communities and in some ways nip food miles, packaging, food processing, and flood irrigation at the top of the food chain process.

Die Dirty Dancing A(u)ktion

Am 26. März hatten wir den Gastbeitrag von Michaela Jordan veröffentlicht – Die Anti-Sneaker-Rallye – über die Aktion gegen den Urban Art Guide. Inzwischen ist die A(u)ktion in den Räumen des Superplans in Berlin gewesen – und war ein voller Erfolg. Es gab die volle Packung medialer Aufmerksamkeit – taz, MotorFM, Hobnox und Spiegel Online (“Die Künstler sind wütend. Wütend auf die Schuhmarke Adidas, die mit einer Promo-Aktion versucht, in der Straßenkunst-Szene Fuß zu fassen und sich damit ein hippes und rebellisches Image zu verleihen. “Wir wollen uns nicht von einer Firma vereinnahmen lassen”, sagt eine Mitorganisatorin.”) – und rund 2000 Euro wurden eingesammelt, die zurück in subkulturelle Projekte fließen. Gab es eigentlich jemals ein offizielles Statement von Adidas – hätte mich sehr interessiert, was die zu der ganzen Aktion zu sagen haben. Alle Bilder der Schuhe-Kreationen und alle Pressegeschichten auch noch einmal hier schön zusammengefasst.

Imbue: Smash for Cash

“Only use in a real credit emergency”: Imbue hat ein paar Notgroschen in die Nähe von Bankautomaten gehängt. Via

Momo & Kola: Narturkunstgruppe in Cabo Verde

Kola und Momo von der Narturkunstgruppe sind gerade auf dem Inselarchipel Cabo Verde – und bieten auf ihren Fotologs (Kola und Momo) spannende Reiseeindrücke. Via: Mail

Your ad here / Deine Anzeige hier

Ich war immer verdammt stolz darauf, dass mein Blog noch immer komplett werbefrei ist. rebel:art ist sogar der einzige Blog unter den Top30 in Deutschland ohne einen einzigen Banner und Anzeigen. Leider wird sich das ändern – wenn der Kühlschrank leer ist, dann macht auch die digitale Bohème keinen Spaß mehr. Im Ernst: Die Server-Kosten sind hoch, die Zeit wird immer knapper, und neue Projekte wie GuteSeiten fordern ebenfalls ihre Zeit und auch ein wenig Budget.

Das ist also der Plan: Liebe Werber, Werbetreibende und Interessierte, anstatt mir dubiose Gewinnspiele anzubieten und mich mit uninteressanten Dingen zu bemustern, schalten Sie doch lieber gleich eine Anzeige bei rebel:art. Sie erhalten damit diesen Blog am Leben – und finanzieren damit auch andere subkulturelle Projekte.

* Preise
Für 250 Euro pro Woche gibt es einen Post/Blogeintrag bei rebel:art (inkl. 1 Bild). Es wird auch nur einen einzigen Werbe-Post (natürlich mit “Anzeige” gekennzeichnet) bei rebel:art geben, das garantiert damit die Exklusivität und geht dann auch nicht zu sehr auf die Nerven. Für jede weitere Woche, in der die Anzeige dann noch im Archiv ist, werden weitere 100 Euro fällig – ansonsten wird der Beitrag wieder gelöscht. Alle sozialen, politischen und künstlerischen Projekte erhalten natürlich einen Preisnachlass von 50% – der Rest ist VHS. Und ich werde es mir auch vorbehalten einige Werbetreibende nicht zu akzeptieren. Vergleicht einfach mal die Preise der Kollegen: Bei Turi2 kostet einmal twittern schon 250 Euro (und da werden nur ca. 2700 Personen erreicht).

* Traffic
Hier mal die aktuellen Zahlen der letzten drei Monate:
Januar 2009: 65.214 (Unterschiedliche Besucher), Anzahl der Besuche (122.127), Zugriffe (1.971.001)
Februar 2009: 58.561 (Unterschiedliche Besucher), Anzahl der Besuche (111.686), Zugriffe (1.732.648)
März 2009: 63.557 (Unterschiedliche Besucher), Anzahl der Besuche (121.906), Zugriffe (2.079.989)
Hier die Statistik – bei Fragen einfach melden.

* Zielgruppe
Culture Jammer & Adbuster, Hacktivisten & Net Aktivisten, Street Artists & Street Vandalen, Post-Dadaisten & Retro-Neoisten, notorische Nervensägen & subversive Störenfriede – dazu auch viele gelangweilte Werber, die sich “inspirieren” lassen, und wahrscheinlich liest auch der Staatschutz mit.

Bei Fragen & Interesse einfach eine E-Mail an: propaganda|at|rebelart|punkt|net

Klebstoff – neues Stickermagazin

Unsere Freunde vom Internationalen Stickeraward, siehe auch hier, haben ein neues Magazin entwickelt: Klebstoff. Das Magazin besteht komplett aus Stickern – jede Seite, auch das Cover, enthält vorgestanzte Sticker. Insgesamt gibt es 103 Sticker auf 43 Seiten – von 24 Künstlern gestaltet: In der ersten Ausgabe dabei sind Bang (ITA), Finsta (SWE), On_ly (Venezuela), BTSA (GER), Marcel Tasler (GER), Shaf (GER), Pixelpopulation (GER), Turbo (FRA), Kid Gringo (GER), Waakabund (GER), ttursk & rusack (FIN), Zonenkinder (GER), Edjinn, Ibie & UiU (SPA), Doppeldenk (GER), ZEK Crew (SLO), Endtrend (GER), Saner & Mookiena (MEX), Thomas & Martin Poschauko (GER), Dirk Sandbaumhüter (GER). Geniale Idee und ein genialer Mehrwert: Das Magazin wandert nach dem Lesen nicht in den Müll oder ins Bücherregal, sondern man kann damit auch noch seine Umwelt verschönern, mit dem Magazin interagieren und so auch seine Umgebung daran partizipieren lassen. Ein Konzept mit vielen Möglichkeiten – wir freuen uns schon auf die nächsten Ausgaben. Wer sich eines von den 1000 Exemplaren sichern möchte, kann Klebstoff natürlich direkt bei unserem curated kiosk & magazine club GuteSeiten bestellen.

Hargo: Cash For Your Warhol™

Noch einmal eine schöne Antwort auf Finanzkrise – und all die Museen (das Rose Art Museum der Brandeis-Universität soll im Sommer geschlossen und die rund 8000 Werke versteigert werden) & Künstler & Sammler, die jetzt schnell Geld brauchen: Hargo und seine Posterkampagne “Cash For Your Warhol™“. Via