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Month September 2007

HFBK-Studienboykott / News

 

Update zum Boykott der Studiengebühren an der HFBK (Hochschule für bildende Künste Hamburg):

“An der Hochschule für bildende Künste Hamburg hat die Trimester-Intensivwoche begonnen. Es handelt sich hierbei um ein von den Studierenden organisiertes Vortrags- und Veranstaltungsprogramm, welches das Lehrangebot der HFBK weiter öffnen soll. Es entspricht somit endlich dem, was der externe Hochschulrat seit langem vollmundig verspricht: Die HFBK soll “in die Stadt hineinwirken”. Was bei den Berufsrhetorikern des Hochschulrates immer Worthülse bleiben sollte, schlägt nun zu: Das Themenspektrum ist so interessant aufgestellt, dass Studierende aus der ganzen Republik anreisen werden, um daran teilzunehmen. Eine lokale Radiostation hat in der Hochschule ein Außenstudio eingerichtet und sendet live vom Ort des Geschehens.

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Carbomb III

 

Die Künstler Jack Segbars und Jonas Staal stellen Anfang September in Rotterdam unter dem Titel “Carbomb III – Anatomy of a car bomb wreckage” die rostigen Reste einer Autobombe aus: ”During the festival ‘De wereld van Witte de With’ (The World of Witte de With) in Rotterdam, The Netherlands, Jack Segbars and Jonas Staal, visual artists, will exhibit on September 7-9, 2007, two car bomb wreckages in public, in front of the Boijmans van Beuningen museum. The two wreckages have been the leftovers of a car bomb attack on Al Mutanabbi Street in March 2007, which caused around thirty-eight deaths. On September 7 and 8, the two wreckages will be on display as art objects, with minimal lighting, in front of museum Boijmans van Beuningen. September 9, from 12-3 PM, will feature manifestation, entitled ‘Anatomy of a Car Bomb Wreckage’. A selection of Dutch art critics, journalists and writers will lecture on the symbolic representation of the car wreckages in the media and the relation between art and the mediation of global conflicts. Is it the case that art, in search of a socially dominant position (under influence of the media and politics), is seeking desperately and opportunistically a relevant mode of existence? Why is it the case that nowadays, contemporary art  focuses predominantly on external issues and conflicts?” Via: Kunstbetrieb

autonome a.f.r.i.k.a.-gruppe: Eine Bilanz

 

Aufgrund einer Klageandrohung des Motorbuch-Verlages, der eine Verwechslungsgefahr mit seinen Autoreparaturhandbüchern sah, bekam die 3. Auflage des Handbuchs der Kommunikationsguerilla ein neues Cover.

Die Zeitschrift “ak – analyse & kritik – zeitung für linke Debatte und Praxis” (Nr. 520 / 21.9.2007) hat unter dem Titel “Das Subversive suchen – Zehn Jahre “Handbuch der Kommunikationsguerilla” ein Interview mit der autonomen a.f.r.i.k.a.-gruppe veröffentlicht:

“1997 erschien das “Handbuch der Kommunikationsguerilla” von Sonja Brünzels und Luther Blisssett (autonome a.f.r.i.k.a.-gruppe). Das “Handbuch”, welches durch seine ungewöhnliche typographische Aufteilung herkömmliche Lese- und Betrachtungsgewohnheiten irritiert, hat sich seitdem zu einer Art Klassiker entwickelt und ist in mittlerweile vier Auflagen und in italienischer und spanischer Übersetzung erschienen. Viele linke Gruppen haben sich bei ihren Überlegungen zu Aktionen und Interventionen davon anregen lassen. Nach zehn Jahren ist Zeit für eine Bestandsaufnahme.

ak: Die Proteste gegen den G8 in Heiligendamm zeigten Clowns, SuperheldInnen, Riesenpuppen in der Konfrontation mit Polizeiketten. Ist die Linke in den letzten zehn Jahren kreativer geworden?

autonome a.f.r.i.k.a.-gruppe: Wir denken, die Linke ist sich der Bedeutung von Symbolen, vor allem aber von bildlichen Repräsentationen, bewusster geworden. Sie ist mittlerweile eher in der Lage, Bilder bewusst zu erzeugen und taktisch einzusetzen, und dabei auch mit dem eigenen Selbstbild spielerischer umzugehen. Neben die bewusst inszenierte Konfrontation (Black Bloc) sind Formen getreten, welche versuchen, die martialisch aufmarschierende Staatsmacht symbolisch ins Leere laufen zu lassen. Wenn sich hoch gerüstete SEKler im schwarzen Körperpanzer auf der einen und rosenfarbige Feen unklaren Geschlechts oder depperte Clowns auf der anderen Seite gegenüber stehen, dann sieht die Staatsmacht im wörtlichen wie übertragenen Sinne schlecht aus – auch wenn das die Gewaltförmigkeit des staatlichen Overkills nicht mindert. Wird dann versucht, in bewährter Manier die Spritzpistolen und Seifenblasen der Clowns qua Presseerklärung in terroristische Instrumente chemischer Kriegsführung umzudeuten, dann mag sich zeigen, dass Lügen, die von Fünfjährigen zu durchschauen sind, auch von manchen JournalistInnen nicht immer unkommentiert kolportiert werden.

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Falsche documenta-Pressemeldungen (Update)

Danke für das Bild, El!

Auch eine nette Idee! Gerade meldet die documenta via Pressemeldung, dass falsche Pressemeldungen im Umlauf sind: “Wir haben erfahren, dass falsche Pressemeldungen von documenta kursieren. So ist z.B. die Veranstaltung mit Herrn Müntefering am Freitag in der documenta-Halle eine freie Erfindung. Pressemitteilungen und Newsletter von documenta werden ausschließlich von den Adressen press@documenta.de, press_release@documenta.de oder newsletter@documenta.de versendet.” Wer mehr Infos hat, bitte melden – wir würden diese Fake-PR-Meldung gerne veröffentlichen! Via: Pressemeldung

Alison Jackson: Fake-Promi-Bilder

 

 

Schöner Beitrag von Jean-Michel Berg für die Süddeutsche, über die Fake-Promi-Bilder von Alison Jackson. “Bekannt wurde Alison Jackson mit einer Fotografie, die Prinzessin Diana und Dodi Al-Fayed als stolze Eltern mit einem kleinen Mischlingskind zeigt, eine kitschige Schwarz-Weiß-Aufnahme, die an Bilder der Heiligen Familie mit dem Jesuskind erinnert. Diana und Dodi waren damals allerdings schon seit zwei Jahren tot, das Enthüllungsfoto keine Enthüllung, sondern offensichtlich eine Fälschung.

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Doppelhaushälften

Hier werden die Wunschträume aller Gartenzwerge wahr: Eine Fotoserie über Doppelhaushälften. Im Rahmen der Kampagne “Hallo Spiesser”wieweiterwohnen” werden die Bilder von Andreas Machanek vom 13. Oktober bis 10. November in Köln gezeigt. Via: art-magazin

Bush69

Aus der SZ: “Jonathan Yeo, 36, britischer Künstler, hat ein Porträt von George W. Bush aus Pornofotos zusammengebastelt. Yeos Collage, für die er mehr als hundert Porno-Magazine ausgeschlachtete, wurde in einer Londoner Galerie ausgestellt. “Das Bild ist einfach nur gemacklos. Wie kommt jemand nur auf die Idee, mit Porno-Material ein Bild unseres Präsidenten zu machen?”, sagte ein Sprecher der Republikanischen Partei aus Bushs Heimat-Bundesstaat Texas der britischen Zeitung The Sun. Yeo erklärt es so: “aus Jux”. Er reagierte mit dem Porno-Portät ausserdem auf die Entscheidung der Kuratoren der Bush Library in Texas, einen Porträtauftrag an ihn wieder zurückzuziehen.”

Slinkachu @ Nuart, Norwegen

Slinkachu, aka “Little People – A Tiny Street Art Project“, (damals haben wir hier & hier über seinen urbanen Mikrokosmos berichtet) präsentiert beim Nuart/Numusic-Festival in Norwegen seine neueste Installation. Alle Bilder hier. Via: Wooster 

Johannes Twielemeier: Niemandsländer

“Das ist der Vanitas-Effekt”, sagte unser BK-Lehrer immer dazu. Damals konnte ich damit nicht viel anfangen. Heute gibt es ja zum Glück Wikipedia. Kurz: Es geht um Vergänglichkeit, Einsamkeit, Sterben, Verwelken, Leere. Und genau für diese Motive hat der Fotograf Johannnes Twielemeier ein Faible. Und wir auch. Er fotografierte “Orte ohne Wiederkehr“, das “Niemandsland” oder “Krematorien“. Und die Bilder sind trotz Leere ein voller Genuss. Via: Kunstbetrieb

Freiraum Kollektiv: Selbstschutzzone

Selbstschutzzone: “Selbst beobachten. Selbst kontrollieren. Selbst schützen. Sicher fühlen.” (Text links) “1. Zone betreten 2. Selbst schützen 3. Sicher fühlen” (Text rechts)

“In recent years the political decisions affecting urban public space in the small town of Innsbruck (Central Europe) were dominated by capitalistic exploitation and surveillance measures. Parks located in the city center were replaced by Malls or made unaccsessible for the public using fines, guards and even removing benches and bushes so homless persons wouldn’t use them as temporary shelter. The Rapoldipark is the last possibility to step on a grass field legally. It’s located at the border of the city center and since Spring 07 “protected” by Cameras. Furthermore police officers have the right to search through your stuff or expel you without a specific reason from the Rapoldipark which is now called “Schutzzone” (protection zone). With our project “Selbstschutzzone” (self protection zone), located under a railroad crossing linking the city center with the park, we tried to show how absurd all these security measures appeal to us and raise the question if one feels really secure in the new Schutzzone…” Info-Doku hier und Dank für die Info hier: Danke, Me !o_0?!