

“Resurrections II”, Harm van den Dorpel, Dekonstruktion & Media Art. Klicken & Warten & Auferstehen! Via: VVORK


“Resurrections II”, Harm van den Dorpel, Dekonstruktion & Media Art. Klicken & Warten & Auferstehen! Via: VVORK

Interessante Umfrage vom Zentrums für Kindheits- und Jugendforschung (ZKJF) in Bielfeld: Befragt wurden 3576 Demonstranten in Heiligendamm (im Alter von bis zu 25 Jahren). “Überrascht hat die Forscher die Bereitschaft zu illegalen Aktionen, zum Beispiel Angriffen auf Firmeneigentum.” (Spiegel, 9.7) Oh, welch Überraschung! Ja, wo kommt denn plötzlich diese Armada junger Radikaler her? Vor allem sollte sich die Politik mal fragen: Wer hat sie denn produziert? Das Fazit des Forschers Arne Schäfer: “Sie verschwinden nach Heiligendamm nicht, die Politik muss mit ihr rechnen.” Ja – und das ist auch gut so! Mehr dazu bei SPON. Übrigens hatten wir Beispiele kreativ-künstlerischen Widerstandes ja schon hier, hier und hier vorgestellt.

Übrigens hat unser Freund und OH!-Redakteur Rainer Kohlberger gerade seine Diplomarbeit abgeliefert. Themenkomplex: Abstraktion, Computer, Noise, Kunst: “In seiner digitalen Form ist der Computer zum universellen Medium unserer Zeit geworden. Binäre Zustände sind komplexe Verschaltungen eingegangen, um zu einem abstrakten Datenraum zu führen, der sich als ubiquitärers Element in unsere Umgebung eingeschrieben hat. Zu Beginn des 20. Jahrhundert ist es Kasimir Malewitsch, der die Abstraktion in der Malerei auf die Spitze treibt und eine Denkrichtung für die abstrakten Nachfolgedisziplinen der Malerei anbietet. Diese Arbeit steht ganz im Zeichen der Allianz, die Computer und Abstraktion eingegangen sind. Im Kern des Interesses geht es vor allem darum, welche Implikationen die abstrakten Strategien der Malerei, der Kunst und des Designs im Verhältnis ihrer numerischen Codierung auf die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts ausüben und wie es dabei zu den heute auffindbaren abstrakten Bildästhetiken kommt, deren Konzepte und Herstellungsprozesse einer historischen Perspektive unterzogen werden.” Zur PDF-Version “Kalkulierte Abstraktion“.

OH! – das internationale Videomagazin – wächst! Wir basteln bereits an der nächsten Ausgabe – und vor einigen Tagen haben wir jetzt unseren kollektiven Blog gestartet: OH! NEWS. Es bloggen Roman Hilmer (Fork, Hamburg), Jens Hinrichs (Fork, Bolzplatz / Hamburg), Alain Bieber (rebel:art / Hamburg), Oliver Vodeb (Memefest / Ljubljana), Rainer Kohlberger (Bleed, Berlin), Manuel Buerger (Shake your tree / Stuttgart), Kay Meseberg (Polylog / Berlin), Christoph Schwarze (Düsseldorf). Es geht um Videokunst, Kurzfilme, Animationen, Musikvideos, Interviews, Dokumentationen, TV-Kampagnen, Festivals, Wettbewerbe u.v.m. – reinklicken, kommentieren, News schicken, Spaß haben!

Made by Blu, Installation bei Backjumps 3, Berlin. Via: Just

Sehr schöne Lesung von Peter Licht (“Lieder vom Ende des Kapitalismus”) beim Bachmannpreis in Klagenfurt. Hier das Video anschauen, mehr: hier. Via: machtdose


Der Kölner Künstler Veit Landwehr bringt falsche Klingelknöpfe am Kölner Dom an, montiert Lichtschalter in Unterführungen oder Heizungsregler in schlecht klimatisierten Galerien. “Jedes Mal sind die Interfaces perfekt gebaut und scheinbar fachmännisch korrekt montiert. Ihre Funktion liegt aber nicht in der Erfüllung, sondern in der Hinterfragung der Erwartungen. Diese Interfaces sind Dialogoberflächen im doppelten Sinne. Zum einen beschreiben sie täuschend echt eine Funktion und zum anderen setzen sie erzählerische Aspekte in Gang.” (1) “Analyzing and improving your world since 1969″ ist Landwehrs Devise und seine subtilen Werke hinterfragen geschickt die Realitäten des urbanen Raumes. Auch ein Blick Klick auf seine weiteren Projekte und Prototypen lohnt sich: Works.



Julien Malaurent hat chinesische Wände fotografiert: “Chinese Walls are a representation of the uncontrolled growth of the huge metropolitan cities of China. There are no rules, no codifications … walls are raised and destroyed everyday … but always full of sense, of color and life.” Via: Ektopia

Régine von WMMNA hat das “Institute for Applied Autonomy” interviewt: “We’re generally interested in the intersection between technology, public policy and social control, and with building systems that facilitate freedom of speech and public acts of dissent. This encompasses a number of related issues including surveillance, public space, and law enforcement. We’re also extremely interested in the ways that technologies and scientific knowledge are produced, which has lead to an ongoing engagement with academic research labs and with the funding agencies that support them.” Hier das gesamte Interview.

Wie Monsieur Sum1 bereits vorgestern meldete hat ExxonMobil aka. Esso auf die Vivoleum-Aktion reagiert. Und zwar mit Zensur: “One day after the Yes Men made a joke announcement that ExxonMobil plans to turn billions of climate-change victims into a brand-new fuel called Vivoleum, the Yes Men’s upstream internet service provider shut down Vivoleum.com, the Yes Men’s spoof website, and cut off the Yes Men’s email service, in reaction to a complaint whose source they will not identify. The provider, Broadview Networks, also made the Yes Men remove all mention of Exxon from TheYesMen.org before they’d restore the Yes Men’s email service.”
Und “trotz “moralischer Sympathie” verurteilt Hamburger Gericht Studentin wegen Delikatessen-Diebstahls zu 750 Euro Geldstrafe.” (1) 2006 hatten “dreißig als Superhelden verkleidete AktivistInnen Champagner, Hirschkeulen und andere Delikatessen aus dem Gourmet-Supermarkt “Frische Paradies” an der Großen Elbstraße in Hamburg entwendet. Anschließend verteilten sie die Delikatessen an ErzieherInnen, PraktikantInnen, Putzfrauen und Ein-Euro-JobberInnen. (Nachlesen hier) – die taz berichtete vor ein paar Tagen ausführlich über die Aktion: “Nicht nur die Medien, selbst der zuständige Richter am Hamburger Landgericht zeigte “moralische Sympathie” für den Überfall der “prekären Superhelden” auf ein Delikatessengeschäft. Genützt hat es ihnen wenig: Gestern wurde die Studentin Irene H. (30) wegen Diebstahls zu 750 Euro Geldstrafe verurteilt.