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Month Juli 2007

Der Dreck muss weg: Reverse Graffiti

 

Danke Robert, via: urbanophil. “Im Rahmen der “Outsides”-Ausstellung in Wuppertal nahm sich der französische Künstler ZEVS eine Luftdruckpistole als Arbeitswerkzeug und reinigte den Satz “Ich darf die Mauern meiner Stadt nicht beschmutzen” gleich mehrfach auf eine stark beschmutzte Wand. “Reverse Graffiti” wird diese Art des selektiven Säuberns auch genannt. Während sich ZEVS noch im sicheren Rahmen einer von Red-Bull-finanzierten Ausstellung bewegte, rief Alexandre Orion aus Sao Paulo eine Reaktion der Stadt hervor. Er suchte sich eine Fußgängerunterführung seiner Stadt aus, um in die rußverschmutzte Wand ein langes aus Totenköpfen-bestehendes Wandbild zu putzen. Weil die Stadt ihn rechtlich nicht belangen konnte, ließ sie kurzerhand die Wand von der Feuerwehr ganz säubern. Weniger humorlos zeigten sich die öffentlichen Stellen im Falle von Moose aus Leeds / Großbritannien, der als einer der Begründer dieses witzigen wie intelligenten Stadteingriffes gilt. Laut der Internetseite Inhabitat.com wurde er von der Stadt verurteilt, die betreffenden Stellen wieder zu säubern. Sie berief sich dabei auf den Anti-Social Behaviour Act. Es bleibt allerdings unklar, wie Moose dieses Kunststück vollbracht hat, die Mauern wieder so schmutzig wie vorher aussehen zu lassen.” (1)

STICKER AWARD 2007: final countdown

Please Flush, UK

Liebe Sticker-Freunde, der Countdown läuft: Noch genau 13 Tage könnt ihr eure Klebemeisterwerke beim STICKER AWARD 2007 uploaden. Deadline ist der 31. Juli 2007! Es gibt Ruhm & Ehre & Preise - insgesamt 8000 Vinylsticker mit Wunschmotiv, die Gewinnerarbeiten werden in Leipzig ausgestellt, und Ende des Jahres erscheint dazu auch eine neue Publikation. // Dear Sticker-Friends, it´s the final countdown: The 13 last days started to upload your sticker to the international STICKER AWARD 2007. Deadline is the 31th of july. There´ll be fame & prizes for the winners, about 8000 stickers with your design, a participation at an exhibition and part of the new stickers-publication.

Terror-Logos und ihre “Brand Identity”

 

Faszinierender Artikel über terroristisches Logodesign und die “Brand Identity”: ”Terrorist groups, like any organization, need brand identities. With so many groups claiming credit for terrorist acts, and so many videotapes being put out featuring men in ski masks, it’s hard to keep track of which group committed what violent act. So terrorist organizations have logos. It recently occurred to me that someone had to actually design those logos.” (*) Dabei fällt vor allem auf: Besonders beliebt sind Sterne, Waffen – und die Farben rot, grün und schwarz. Via: ALR

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Interview Peter Weibel: Über Kunst, Medien und Visionen

Spannendes Telepolis-Interview mit Peter Weibel, der das Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) leitet, über Kunst, Medien und die Visionen des Internet.

Verliert die Print-Zeitung damit an Einfluss und ihr Monopol auf Informationsselektion? Peter Weibel: Die Zeitungen haben mit dem Netz eine starke Konkurrenz bekommen. Das liegt vor allem auch daran, dass sie nur noch über ihre Befindlichkeiten schreiben oder im Netz abschreiben. Sie sind nicht mehr in der Lage, Informationen selbst zu erzeugen. Dadurch sinkt ihr Einfluss. Als Gegenreaktion kämpfen sie um mehr Einfluss, sie werden immer mehr zu diktatorischen Medien, die ihre Meinung durchdrücken wollen. Sie kommentieren und kommunizieren die Politik nicht mehr, sondern möchten sie selbst machen. Und dadurch entsteht eine Verschmelzung zwischen Medien und Politik, die an den Rand des Undemokratischen gerät. Wir haben heute im Grunde nur noch Staatsfernsehen und Staatszeitungen und das Netz ist das einzige Medium, in dem ich das nicht habe.

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Damien Hirst: Und ab in den Müll!

Endlich: Die Antwort auf das 75 Millionen-Lächeln von Damien Hirst. “Last month, artist Damien Hirst unveiled the most expensive contemporary artwork ever made, a skull bedazzled with more than 8,000 fine diamonds. It’s expected to sell for as much as $100 million. In response to the skull’s exhibition at London’s White Cube Gallery in Mason’s Yard, an artist named Laura created a replica covered with 6,522 Swarovski crystals and dumped it outside the gallery in the middle of the night on top of a pile of trash.” Via: Boing

Jo Metson Scott:”Fifty years of protesting”

Jo Metson Scott, “Fifty years of protesting“. Via: VVORKS

Springt: “Grip” von zZz

Höher, schneller, weiter: Trampolinspringer simulieren typische Videoeffekte! “Grip is a video clip for the band zZz. Grip is a one take, top shot videoclip with professional trampoline gymnasts simulating typical video effects. The video has been recorded live as part of the opening ‘Nederclips’ at the Stedelijk museum ‘S-Hertogenbosch SM’S (Curated by Bart Rutten).” Via: OH!

The Splasher: Die Revolution frisst ihre Kinder

“Destroy the museums, in the streets and everywhere.” Das ist das Motto der New Yorker “Splasher. Seit Ende 2006 attackieren sie mit Farbbeuteln die Street Art-Werke von Banksy, Shepard Fairey, Swoon und anderen – aber erst jetzt ist klar, dass sie keine Neider oder naive Radikale sind. Denn vor einigen Wochen haben sie ein 16-seitiges Manifest veröffentlicht – könnt Ihr bei uns als PDF downloaden. Und das Manifest ist wirklich lesenswert und sehr intelligent geschrieben – die Verfasser sind eindeutig dem linksradikalen, anarchistischen & feministischen Spektrum zuzuordnen. Und: Ihre Thesen machen Sinn. Es geht ihnen nicht nur um Street Art, sondern um die Kunst im Allgemeinen. “Die Langeweile, die von den Museen ausgeschieden wird, gleicht zunehmend dem Gestank der Kirchen”. Und damit reihen sich ein, in eine lange Tradition der Kunstzerstörer à la Pierre Pinoncelli, Alexander Brener oder Yuan Cai & Jian Jun Xi. Viele ihrer Anmerkungen sind bei Guy Debord/SI entlehnt. Ihre Destruktion richtet sich gegen Street Art, weil Street Art nichts anderes als Werbung für eine hippe Künstlerkarriere sei, die Kunst verkomme zur Marke und das Stencil zum Logo. “So the idea was to poke a hole in the Picasso night before it goes to auction.” Ein weiterer Punkt ihrer Kritik ist der Effekt der Gentrifizierung: “Street art gives the green light to investors, becomes that repugnant drug of tourism, and speeds the process of gentrification. By making the ghetto “beautiful”, the street artists neatly wipes her hands of any responsibility to examine underlaying social or economic oppressions at play and instead revels in her own mystified vanguardism.” Über die Thesen kann (und sollte man) streiten, aber das Manifest ist auf jeden Fall spannend zu lesen und streut hingebungsvoll Salz in die offenen Wunden der Street Art-Community.

Das gesamte 16-seitige “Splasher”-Manifest als PDF zum Download: Seite 1, Seite 2, Seite 3, Seite 4, Seite 5, Seite 6, Seite 7, Seite 8, Seite 9, Seite 10, Seite 11, Seite 12, Seite 13, Seite 14, Seite 15, Seite 16.

Zwei Anmerkungen:

Seite 1: Der Titel des Manifest “if we did it, this is how it would’ve happened” ist eine Anspielung auf das geplante Buch von O.J. Simpson “If I Did It”, in dem er als “potentieller” Mörder agiert und erzählt, wie er den Mord ausgeführt hatte bzw. was er empfand // das Cover-Bild zeigt ein gesplashed Werk von Obey Giant aka. Shepard Fairey

Seite 15: “capital sucks from the teat of idols”: Die Montage über den Manga-Brüsten zeigt die Köpfe von Marc and Sara, den beiden Bloggern des Woostercollective.

PDF – ich liebe Dich!

Aus: Cru-A

PDFs, PDFs und noch mehr PDFs! Und dazu noch kostenlos! Tolle Seite, geniales Projekt: PDF-Mags ist eine Plattform für alle weltweit erscheinenden, kostenlosen PDF-Magazine. Ob Kunst, Design, Fotografie, Comics, Illustration, Musik oder Street Art — bei der gigantischen Auswahl ist garantiert für jeden etwas dabei!

Florentijn Hofman: Bigger than life

“Canard de bain”, 2007: Das neueste Projekt, ein riesiges, aufblasbares Badeentchen. Zur Kunstausstellung “Estuaire 2007” in Nantes: “A yellow dot is looming on the horizon and coming toward the banks. His arrival causes big gatherings and astonishment. “The Duck” does not have any border, it does not discriminate between people and does not convey any political message. He only represents a friendly figure shining forth with its bright yellow, all along its journeys to calm down the world tensions.”

 

“Musk Rat”, 2004: “In 2004, Kunstgebouw foundation and the province of Zuid-Holland wanted a temporary sculpture come mascot for the village of Nieuwerkerk aan den IJssel, located at the very lowest point in Holland (6,86 meters below sea level). It is amazing how water is being controlled here by waterworks and dykes, so this fact was taken as a starting point. It resulted in a giant alter ego of the musk rat, also to show the size of the problem the animal is said to cause. The musk rat (ondatra zibethicus) supposedly is the biggest threat to dykes because of its digging into them and therefor the ‘most wanted’ animal in The Netherlands.”

“Signpost 5″, 2006: “For the fifth anniversary of the Schiermonnikoog International Chamber Music Festival, I came up with a concept of grand pianos washed upon the shore. The refer to stranded cargo and ditto whales. To be salvaged or saved; in any case to be wondered and surprised about. To one person it’s of value beyond measure, the other looks upon it as being just derelict wood. Islanders come and gather, to admire, to salvage or to save and, thus, see their beach again in a whole new perspective.”

“Beukelsblue”, 2004-2006: “The borough of Delfshaven, Rotterdam, asked me to come up with a plan for a block of derelict buildings, which will eventually be demolished. The agreement with the neighbourhood is that the block will remain blue as long as there isn’t a new plan for the area. This was once one of the most unseen blocks of houses in Rotterdam, and by applying a layer of only 2 micron of blue paint onto it, it became Rotterdam’s most photographed one”

Really amazing works: Florentijn Hofman! Via: Trendbeherr