

Ja! Wichtig, monumental, berauschend. Setzen 1: Diplomarbeit von Daniel Fehr, an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich.


Ja! Wichtig, monumental, berauschend. Setzen 1: Diplomarbeit von Daniel Fehr, an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich.

Alice war plötzlich weg. So wie vor einigen Jahren das Lavazza-Model durch ZEVS gekidnappt wurde. SPON schrieb damals aufgeregt über “Visual Kidnapping“: “Den konsumkritischen Kidnappern geht es um die Rückeroberung des öffentlichen Raumes.” Alice verschwand zum G8-Gipfel (Rückblick “Best of Protestkultur”: I, II, III) in Berlin, noch wurden keine Lösegeldforderungen gestellt und noch bleibt sie spurlos verschwunden. “Unbekannte haben in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag die ca. 17 Meter große Werbefigur “Alice” über der Straße des 17. Juni aus geschnitten. Auf der anderen Seite des Bogens, wurde in Anspielung auf das Verschwinden von Alice der Spruch “Alice goes G8″ angebracht. Damit sollte offensichtlich für die Proteste gegen den kommenden G8-Gipfel mobilisiert werden.” (1) Via: Just


Adalberto Abbate, “Erziehungs-Entwicklungsprozess”, 2003/2004


Adalberto Abbate, “Micro Sculptures”, 2003-2006
Wow! Gerade erst diesen italienischen Künstler, Adalberto Abbate, entdeckt. Aber gäbe es das Schulfach “REBEL:ART”, dann wäre er wohl der Streber: Seine Arbeiten haben Sex, Gewalt – und Hakenkreuze. Von allem viel zu viel und doch genau die richtige Dosis. Seine “Micro Sculptures“, Miniatur-Abbilder aus der Vogelperspektive, haben eine grausam-schöne Ästhetik und sind fast immer böse Blutbäder in klein – und trotzdem noch übergroß. Und seine Fotoarbeit “Erziehungs-Entwicklungsprozess” verweist in spielerisch-ironischer Art darauf, dass in fast allem und jedem ein Nazi steckt/e. Das Hakenkreuz klebt am Hund und Hals – und ist dabei meist gut versteckt. Denn der Nazi steckt eben im Detail. Danke für diesen großartigen Link an: Who killed Bambi?

Fake-Telefon, irgendwo in Dortmund. Merkt wahrscheinlich sowieso niemand. Die Scheiß-Dinger funktionieren ja eh nie… Via: Wooster
Am Sonntag wurde das tschechische Fernsehen gehackt. “Der öffentlich-rechtliche Sender CT2 strahlt jeden Morgen Bilder von Erholungszentren des Landes aus. Dabei werden die unkommentierten Szenen von fest installierten Kameras aufgenommen, die rund eine Minute lang über den jeweiligen Ort schwenken. Am Sonntag hackten sich Computerexperten der Initiative “Ztohoven” in die CT2-Leitung und speisten die simulierte Detonation einer Atombombe ein. Der Sender werde vermutlich Anzeige erstatten, sagte ein CT-Sprecher. Am Mittag wurde bekannt, dass ein Mitglied der Gruppe der tschechische Künstler Roman Tyc sein soll. Er hatte im April für Schlagzeilen gesorgt, als er in einer Nacht- und Nebelaktion in Prag dutzende Ampelmännchen ausgetauscht und verfremdet hatte. Dabei hatte er die Standardfiguren aus mindestens 50 Ampeln zum Teil vor den Augen nichts ahnender Polizisten herausgeschraubt und durch liegende, pinkelnde oder trinkende Fantasie-Kreationen ersetzt. In einem “Bekennerschreiben” hatte Tyc seine Tat damals “beispielhaft” genannt: Die Menschen sollten sich die Männchen zum Vorbild nehmen und “ebenfalls starre Positionen verlassen”.” (1) Mehr TV-Hacks hier. Via: de-brand
Ein Klassiker: Das Video “Life is Life” von Laibach. “Sie repräsentieren den musikalischen Teil des Kunstkollektivs Neue Slowenische Kunst. Milan Fras, der Sänger der Gruppe, entgegnete auf die Vorwürfe in Anspielung auf Hitlers unerfüllten Wunsch nach einer Kunstmalerkarriere: „Wir sind Faschisten, genau wie Hitler ein Maler war.“ Richard Wolfson schrieb über sie: „Laibachs Methode ist extrem simpel, effizient und schrecklich anfällig für Fehlinterpretationen. Als erstes absorbieren sie die Angewohnheiten der Gegner, adaptieren all die verführerischen Verlockungen und Symbole der Staatsmacht und dann übersteigern sie alles bis in die Parodie.” (1) Auch sehenswert: Das Video “Tanz mit Laibach” oder “Geburt einer Nation“. Mehr: Texte von Inke Arns & Inke Arns.



Sie haben es wieder geschafft: Die Yes Men haben sich erneut erfolgreich in eine internationale Konferenz geschmuggelt und sich als falsche Repräsentaten ausgegeben. Diesmal wurde Yes Men-Andy Bichlbaum zu Shepard Wolff, einem Sprecher des Ölkonzerns Exxon. “Wolff kündigte an, dass die USA den Anteil von Rohöl, den man aus den Ölsandfeldern in Kanada bezieht, in den nächsten Jahren um das Fünffache steigern wolle. Bislang galt das als unmöglich. Aber man habe eine Rettungsmöglichkeit für das “worst case scenario” gefunden, durch welche sicher gestellt sei, dass das Öl weiter fließe: die Umwandlung von Milliarden von Menschen, die sterben, in Öl. Ein Mann, der sich als Florian Osenberg und Mitarbeiter von Exxon vorstellte, erklärte sodann, wie diese Technologie, welche menschliches Fleisch in ein neues Exxon-Produkt, genannt Vivoleum, umwandelt, aussehen wird.” (1) Das offizielle Dementi lief sofort über die Newsticker: “The Gas and Oil Exposition (GO-EXPO) 2007 has verified that today’s Keynote Luncheon speakers were impersonating representatives from Exxon Mobil and National Petroleum Council. dmg world media has confirmed with both organizations that the “environmental and corporate ethics activists” were not representatives of their respected organizations.” (2)
Telepolis hat einen guten und umfangreichen Artikel über die Aktion: “Letze Ölung“. Alle Texte, Bilder und die PPT mit den Videos der Yes Men sind hier. Und das offizielle Statement der Yes Men lautete:
June 14, 2007: FOR IMMEDIATE RELEASE. EXXON PROPOSES BURNING HUMANITY FOR FUEL IF CLIMATE CALAMITY HITS. Conference organizer fails to have Yes Men arrested. Imposters posing as ExxonMobil and National Petroleum Council (NPC) representatives delivered an outrageous keynote speech to 300 oilmen at GO-EXPO, Canada’s largest oil conference, held at Stampede Park in Calgary, Alberta, today. The speech was billed beforehand by the GO-EXPO organizers as the major highlight of this year’s conference, which had 20,000 attendees. In it, the “NPC rep” was expected to deliver the long-awaited conclusions of a study commissioned by US Energy Secretary Samuel Bodman. The NPC is headed by former ExxonMobil CEO Lee Raymond, who is also the chair of the study.

Bild: Andreas Mühe für Monpol, via: SPON
Morgen startet die documenta 12 in Kassel. Darüber haben wir bisher noch nichts berichtet. Andere machen das ja auch bereits seit Monaten schön und gut, z.B. das documentablog. Trotzdem werden wir natürlich demnächst mehr über Kassel bloggen, immerhin passieren dort gerade wirklich spannende Dinge: z.B. “Straßenreinigung beseitigt Documenta-Kunstwerk - Auf der Documenta durchkreuzte die Kasseler Straßenreinigung die Pläne einer Aktionskünstlerin, auf Machtstrukturen hinzuweisen – und kratzte ihre Arbeit von der Straße.”
Und das Monopol Magazin erinnert in einer Fotostrecke an die phantastische Aktion von Beuys “Dürer, ich führe persönlich Baader + Meinhof durch die documenta”. Schöne Idee, aber da geht natürlich auch viel dabei verloren, wenn Jan Delay und Inga Humpe einen auf Beuys machen. Auf jeden Fall: In den nächsten 100 Tagen stellen wir Euch Off-Locations in Kassel vor, halten Euch über Fakes und subversive Spielereien vor Ort auf dem Laufenden, werden einige KünstlerInnen vorstellen – und einige künstlerische Antworten präsentieren, wie z.B. das grandiose Lautgedicht von Media Artist und Net Aktivist n0name: “Würstchenbude“. Hier der Text und dort die mp3-Vertonung.
Die Welt blickt auf Kassel
Ex-Frontzonenstadt, Rüstungscity mit ausgeglichenem
Chancen-Risiko-Mix
… neuer Flughafen für den Panzertransport
Er ist der Springer, du der Bauer
Der gute Buergerl fragt
warum es in dieser Stadt so viele Würstchenbuden
in Relation zur Zahl der Arbeitslosen gäbe
Die Leute haben einfach wenig und essen zuviel Fett und Zucker
Hamburger und Peitsche
Dafür kommt jetzt Ferrán Adrià [nicht] direkt vom Mmmhittelmeer ünd
macht eine Erdbeerschaumpartei

Knitta, Please, USA


Masquerade, Schweden
The revolution will not be televised. The revolution will not be blogged. The Revolution will be knitted!
Am 7. Juni haben unsere Freunde aus Australien Gutmensch Bono während dem G8-Gipfel getroffen – und ihm mal richtig die Meinung gesagt. “Unhappy with his meagre demands of the G8, at his willingness to sit down at the table with war criminals such as George Bush and Tony Blair to ask for a few scraps for Africa, at the credibility he gave to these illegitimate institutions and his use of the issues to further his thirst for power, the activists thought they’d have a few words.” Und was sagt uns sein Blick? “Huch, ich dachte, ich hätte nur Freunde.” – Hä? Um was geht´s: Hier lang.