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Month Juni 2007

Marion Üdema: Willst Du mit mir gehn?

 

Marion Üdema mit “Freundefinden.com” über Intimität, Schönheitsideale, Partnersuche, Internet und Fake vs. Realität: “Der Kontaktanzeigenmarkt im Internet boomt und bringt ein Meer von amateurhaft angefertigten “Pics” hervor, die einzig dem Zweck der Partnersuche dienen. Auserwählte Beispiele der grobaufgelösten Pixelbilder dienten als verbindliche Skizze für grossformatige Photos der Serie. Sie zeigen die Intimität eines meist mit Selbstauslöser angefertigten Porträts, das unterschiedlichste Schönheitsideale wiederspiegelt. Das digitale “Vor”bild wird hier duch die alle Details offenlegende professionelle Technik zum authentischen und gleichsam jedoch nachgestellten Abbild der Realität.”

Pony Pedro: Der Kampf auf dem Parkdeck

Urbane Utopie trifft auf temporäre Geschäftsgründungen am Rande des Existenzminimums: Spannende Installation des Kunstkollektivs Pony Pedro. “Kampf auf dem Parkdeck“, vom 14. bis 22. Juli 2007, im Parkhaus Zentrum Kreuzberg, Berlin (Hofeinfahrt Skalitzer Str. 133).

“Das Parkhaus hinter dem Zentrum Kreuzberg in Berlin, in den 60ern geplant als Teil einer sozialen Utopie von Stadt, befindet sich im Ausnahmezustand: Die unteren Etagen sind Treffpunkt für Drogendealer und Konsumenten. Ab dem zweiten Stockwerk Leerstand. Kostenpflichtiges Parken gehört hier der Vergangenheit an. Man würde abreißen, wenn das nicht so teuer wäre. Was kommt nach dem Parken? Das Nutzungskonzept von Pony Pedro passt sich der aussichtslosen Lage an und steigt beim neuen Aufschwung am Arbeitsmarkt ein: Für „Kampf auf dem Parkdeck“ bewirtschaften Arbeitslose aus Kreuzberg 40 Parkplatzparzellen am Kottbusser Tor – temporäre Geschäftsgründungen am Rande des Existenzminimums. Im PARKBAZAR auf Deck M vergibt Pony Pedro Stellplätze als Gewerbeflächen mit einem kleinen Startkapital an arbeitslose Existenzgründer: Friseurstuhl auf dem Parkdeck? Zähne bleichen? Druckerpatrone aufbohren? Wettbüro? Sweat-Shop? Gleichzeitig entstehen auf Parkebene O– dem Roof-Top – Nutzgärten vor urbaner Betonkulisse: Selbstversorger aus der Nachbarschaft bepflanzen zwölf Parkplätze – Mais, Paprika und Kartoffeln für die Kreuzberger Eigenernte. Vom Tellerwäscher zum Millionär, raus aus der Arbeitslosenstatistik: Ist der Handel noch so klein, bringt er mehr als Arbeit ein. Ihren Traum von der Selbständigkeit stellen die Gründer des „Business am Rande des Existenzminimums“ vom 14. bis 22. Juli 2007 dem Publikum vor: Dann wird im Parkbazar, in der Installation von Pony Pedro, gehandelt und eingekauft.”

Skulpturen im urbanen Raum: Anfassen erlaubt

Mein Beitrag über Skulpturen im urbanen Raum bei SPON: Anfassen erlaubt. Mit Zitaten und Bilder von Mark Jenkins, Slinkachu, Nicholas Georgiou, Truth, Prune, Leon Reid.

Anfassen erlaubt

Der Kunstmarkt bejubelt die Renaissance der Skulptur. Dabei bespielen Straßenkünstler bereits seit Jahren mit ihren dreidimensionalen Objekten den öffentlichen Raum. Ein Spaziergang durch den Ausstellungsraum Stadt.

Nur einmal hatte Slinkachu Ärger mit der Polizei. Er kniete gerade auf dem Asphalt, hatte seine große Tube Sekundenkleber in der Hand und wollte eine seiner Miniaturfiguren anbringen. Da näherte sich plötzlich ein Polizist und stellte ihn zur Rede. Der Beamte dachte, er hätte einen Klebstoffschnüffler in flagranti erwischt. Nur das Kunstwerk, das sah er nicht.

Kein Wunder. Denn die Werke von Slinkachu sind nur wenige Zentimeter groß. Wer nicht aufpasst, tritt entweder darauf oder übersieht die Installationen einfach. Seit knapp einem Jahr klebt der Engländer Miniaturfiguren in den Londoner Stadtraum. Winzige Menschen, die man vor allem als Bewohner von Modelleisenbahnanlagen kennt. Es gibt da ein rotes und weißes Männchen, die sich vor einer Kirche streiten. Farmer, die auf einem Stückchen Gras den Acker bearbeiten. Oder einen Camper, der aus seinem Zelt kriecht. “Meine Figuren stehen für die Isolation und Einsamkeit in Großstädten. Jeder kennt dieses Gefühl, wenn man sich klein und verloren fühlt. Und ich mag den Gedanken, dass fast niemand meine Kunstwerke sieht. Denn wir alle ignorieren absichtlich oder unabsichtlich vieles, das uns in einer Stadt umgibt.”

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MEMEFEST 2007 – and the winner is…

Winner: Kategorie: “Visual Arts – Static” / Shannon Linde & Alexis Ronse (Kanada): “Romantic Taxonomy”

“Our idea was to insert idigenous animals back into the urban landscape using a decoupage / poster graffiti technique. This project works to incorporate these animals back into the urban environment, putting them in public areas where they might really have existed. We chose to carry out this public art project in a busy area of Montreal, one that is bustling with locals and tourists on a daily basis. Fabric cutouts of the city’s regional animals are subtly placed, with the hope of pervading the passerby’s consciousness, and challenging their preconceptions about the relationship between the city and nature.”

In der Kategorie “Visual Arts / Moving” gewann das Projekt “Cadavre Exquis – Group X” von Jacqueline Gothe und Elisa Lee (Australien). Eine “Honorable Mentions” erhielten die Filme von Peter Bergstedt “A day in the life of the Earth” (Dänemark) und Christian Lindqvist “Lightbulb” (Australien). Alexander Mouton “Epiglobis“, ein interaktives Net.Art-Projekt über Konsum, Wünsche und Globalisierung, wurde in der Kategorie “Web site / Interactive: Postgraduate studies” ausgezeichnet. Und in der Kategorie “beyond” erhielten folgende fünf Projekte die meisten Punkte: Der Flickr-Fake von Les Liens Invisibles “subvertr” (Italien), der Essay “Uptake of Situationism Considered Harmful” über Human Computer Interaction und Situationismus (USA), das Community-Konzept zHarmony (USA), die Erzählung “Madrassa-e-yusufiye” von Biju aus Indien, das Lern-Tool “The Quantumedia Virtual EQ” von Gregory O’Toole und das Blogprojekt “Passive Post” von Jamison McCorrison (USA). Und in der Kategorie “Communication Studies” gewann der slowenische Aufsatz von Dominik Maher “Ekološka ozaveščenost po kampanjsko” über die ökologischen Aufmerksamkeitstrategien in der Werbung.
Alle Infos & alle Gewinner zu MEMEFEST 2007 – dem internationalen Festival der radikalen Kommunikation  – sind jetzt in der Memefest Galerie zu sehen!

C’LICK ME: Netporn Studies Reader

Umfangreicher PDF-Reader (low-res, 2 MB / hi-res, 9 MB) zum Thema Net & Porn: “C’Lick Me: A Netporn Studies Reader is an anthology that collects the best materials of two years debate: from The Art and Politics of Netporn conference held in 2005 in Amsterdam to the 2007 C’Lick Me festival in Paradiso, Amsterdam. C’Lick Me opens the field of ‘Internet pornology’. Based on non-conventional approaches, mixing academics, artists and activists, the C’Lick Me Reader reclaims a critical post-enthusiastic, post-censorship perspective on netporn, a dark field that has been dominated thus far by dodgy commerce and filtering. The C’Lick Me reader covers the rise of the netporn society from Usenet underground to the blogosphere, analyses economic data and search engines traffic, compares sex work with the work of fantasy, disability and accessibility. The C’Lick Me reader also expands the no tion of digital desire, and smashes the predicatable boundaries of porn debates, depicting a broader libidinal spectrum from fetish subcultures to digital alienation, from code pornography to war pornography. The reader concludes by re-contextualising the queer discourse into a post-porn scenario.”

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OH! needs you! / OH! braucht Dich!

OH! – Das Videomagazin braucht dringend Unterstützung! (Was ist OH!?) Wir suchen: / OH! – the videomagazine needs your support: We´re looking for:

- Blogger/in für das OH!-Newsportal: Du solltest ein Profi/Insider/Praktiker in mindestens einer der Kategorien (Videokunst, Kurzfilm, Musikvideo, Animation, Interview oder Dokumentation) sein, verdammt kreativ und ein unterhaltsamer Schreiber. / Blogger for the OH!-News: You should be a profi/insider/practitioner in one of these categories (video art, short film, music video, animation, interview, documentation) and damned creative and funny.

- Übersetzer/in / Translator: Ein/Eine Muttersprachler/in Englisch

- Programmierer/in: Flash, Ruby on Rails und PHP sollten Deine liebsten Gefährten sein. 

- Technischer Support: Ebenso brauchen wir technische Unterstützung beim Digitalisieren und Flashen der Filme. Wohnort Hamburg wäre hier praktisch.

- Moderatorin: Eloquent, intelligent, witzig und sexy. Wohnsitz in Hamburg dringend erforderlich!

- Filmemacher/in, Kameramann/frau,  Regisseur/Regisseurin, Künstler/in mit Witz & Mut & Lust auf Abenteuer & kreative Eigenproduktionen.

- Scouts: Scout kann eigentlich jeder sein. Ein Scout sollte einfach an uns denken, wenn er einen OH!-Film im Kino, bei einem Festival, in der Galerie, im Museum, an der Hochschule sieht – und uns eine Mail schicken.

Bitte meldet Euch! Wir haben lange an OH! gebastelt, aber wir schaffen es einfach nicht alleine – deshalb würden wir uns über jede Form von Unterstützung freuen. Wenn Euch die Idee und das Konzept von OH! gefällt, schreibt mir (alain ät rebelart punkt net) mit einer kurzen Beschreibung was ihr bisher so gemacht habt, was ihr bei OH! machen möchtet etc. – Würde mich sehr freuen OH!2 gemeinsam mit Euch zu realisieren!

Playlist #1: OH! – Das Videomagazin

Alle diese Filme sind online zu sehen: OH! – Das Videomagazin. Und zusätzlich zu jedem Film gibt´s Interviews und Rezensionen. / See all these films online and for free: OH! – the videomagazine. And together with every film comes an interview or review.

VIDEOKUNST / VIDEOART

Adel Abidin – Jihad (FIN)

Ondrej Brody, Kristofer Pateau – Le Déjeuner sur l´herbe (CZ/FIN)

Ciprian Muresan – Choose (RO)

TV Sheriff & The Trailbuddies – RevUSA: World of Evil (USA) 

TV Sheriff & The Trailbuddies – Jerry vs. Jerry (USA) 

Jean Christian Bourcart – Videohole (F/USA)

Vincent Elka – The Requiem (F)

KURZFILM / SHORT FILM

Daniel Mulloy – Dad (UK)

Jean Christian Bourcart – Rapture (F/USA)

Lorenzo Fonda – 2in2 (IT)

Sixfingerfist – Misfortune Cookies (USA)

MUSIKVIDEO / MUSIC CLIP

Justice vs. Simian/Rozan + Schmeltz – We are your friends (F)

Deichkind/Alexandliane - Ich betäube mich (D)

In0ut – MeatMechanics Neubauten (A)

Clemens Kogler – Herr Bar (D)

Paul Walker - Who is it (CDN)

Paul Walker – Abou Bouken (CDN)

ANIMATION

Monkeymen – Rootsnine (D)

Rokas Grigaliunas, Mantas Skupskelis – Fountain Sexism (LT)

Nils Mühlenbruch – DrifterTV (NL)

Zeitguised – Amino Assets (D)

Sanch – *#07 (D)

Thorsten Fleisch – Energie (D)

INTERVIEW

Uriel Orlow – Decent (CH)

Franz Wanner – Interview (D)

Weggli-TV – Ohne Worte (CH)

Martin Sonneborn – Hinterbänkler Heute: Franz Obermeier (D)

DOKUMENTATION

Santiago Sierra – The Anarchists (MEX)

Roy Arad, Ari Libsker – I Vanunu (IL)

Lee Walton - Getting A Feel For The Place (USA)

Gilles Pate, Stephane Argillet – Le Fakir (F)

Lorenzo Fonda – Megunica (IT)

Raphaela Neihausen, Irina Vodar – Miss Gulag / Trailer (RUS/USA)

Mehr/About: OH!

Die große Tour der alten Meister

Bilder: megapiksel

The Grand Tour” ist eigentlich eine Werbekampagne. Aber sie gefällt uns richtig gut. Denn in ganz London wurden Dutzende alte Meister reproduziert und im urbanen Raum plaziert, komplett mit Goldrahmen und Audio-Informationen (für die mp3-Generation). Die Aktion soll Lust machen auf die Originale in der National Gallery. Mehr Bilder. Via: Aeiou

Adam Szrotek: Von toten Tieren

“Der Tod ist der Orgasmus des Lebens!” (Jon Nödtveidt) – Genau so. Makaber und morbid: Die Bilder des polnischen Fotografens Adam Szrotek. Via: Who killed Bambi?

documenta 12: Update

Ein schnelles documenta-Update: Die erste Mohnblüte auf dem Friedrichsplatz ist da, die ersten kritischen Stimmen mehren sich (mp3-Podcast: “Was hat Sie bei Ihrem ersten documenta 12-Besuch besonders enttäuscht?”), VernissageTV hat zwei schöne Videos (I, II) vom Eröffnungswochenende gedreht – und vor allem der chinesische Künstler Ai Weiwei (“Fairytale” – Das Märchen mit 1001 Chinesen) besticht durch dadaistische Statements: Nachdem ein Sturm in Kassel vor einigen Tagen sein Kunstwerk “Template” zerstörte, sagte er: “Das ist besser als vorher. Jetzt wird die Kraft der Natur sichtbar. Und Kunst wird durch solche Emotionen erst schön.” Und: “Der Preis dafür hat sich soeben verdoppelt!” (1