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Month Mai 2007

Die Young @ Neurotitan, Berlin

Vom 8. Juni bis 30. Juni 2007 begrüßt die großartige Berliner Galerie Neurotitan, in der auch unsere THE ABC-Ausstellung stattfand, die drei Street Art-Künstler SAN, BTOY und SATONE. Der Grund: Das spanische Street Culture-Magazin Belio hat einen neuen Ableger gegründet: DIE YOUNG. Die ersten drei Bände sind den genannten Künstlern gewidmet. Was diese auszeichnet ist ihr herausragendes technisches Können, ihr hoher ästhetischer Anspruch und ihre Originalität. Und was sie verbindet ist eine gemeinsame Philosophie, die sich in ihrer Arbeit – wenn auch auf unterschiedlichste Weise – ausdrückt. In Berlin werden sie ihre jeweiligen Soloprojekte zeigen und an einer gemeinsamen Live-Painting-Show arbeiten.

Signjam, Mailand: Sticker, Sticker, Sticker

Wie bereits kurz erwähnt: Am Samstag, 19. Mai, war ich zusammen mit meinem Amigo Andreas von stickma/Stickeraward & seiner Family in Mailand. Das italienische Eventbüro Metaflow hatte uns zu ihrer Veranstalungsreihe “Signjam – Writing Culture” eingeladen. Wir haben uns die Pasta schmecken lassen, die Stadt entdeckt, Aufkleber verteilt und natürlich unseren Vortrag über Street Culture, Sticker und Post-Graffiti gehalten. Dabei ging´s um subversive Strategien, einen historischen Abriss zur Geschichte der Sticker, zahlreiche Tipps und Beispiele aus der Praxis, die aber alle regelmässigen Blog-Leser sowieso schon kennen… Deshalb Dia-Show ab:

 

Das waren nicht wir, leider. Das “Pinocchio-Skelett” ist eine Skulptur des vor neun Jahren gestorbenen italienischen Bildhauers Gino de Dominicis und liegt vor dem Mailänder Dom.

Difettoso = Defekt

Auch das war nicht unser Werk. Die Stadt ist zwar keine Schönheit, hat aber schon ihren Charme. Auch im Bereich Street Art passiert viel und Export-Sprayer wie AK47 bringen zusätzlichen Schwung in die Szene.

Andreas (stickma), Alain (rebel:art) in Aktion – zusammen mit unserer charmanten Übersetzerin (im weißen Hemd) und +PKZ- (ganz rechts). Sie belegte beim Stickeraward 2006, mit ihrem einarmigen Bankomat-Banditen, den zweiten Platz – und da sie z.Z. auch in Mailand studiert, wurde sie kurzfristig von uns eingeladen.

In der Vorwoche gab´s übrigens einen Vortrag von Christian Hundertmark mit ungefähr 50 Gästen, bei uns hatten sich 70 angemeldet, yes! Während unserem Vortrag präsentierten wir natürlich auch die Stickeraward-Gewinner der letzten Jahre: Carla Ly aus Venezuela (2005) und Happy Graphics aus Karlsruhe (2006).

SPIEGEL über Protestkultur, Postautonome und Kommunikationsguerilla

 

Philipp Oehmke entdeckt und lobt in seinem Artikel “Vermummung ist retro” (SPIEGEL, 21/5/07) die Kommunikationsguerilla, berichtet über die linke Subkultur und die neuen Widerstandsformen der “Postautonomen”. Erwähnt wird auch der Mopo-Fake des “Kommunikationsguerillakommandos Mövenpick-Protest goes G8″. Einige lesenswerte Ausschnitte:

“Seit den politischen Aufbrüchen der sechziger Jahre beschreibt sich jugendlicher Protest in der Differenz zum Staat. Die Inhalte mögen inzwischen verschwommen sein, geblieben sind die Zeichen und Symbole des Widerstands, sie gehören zu unserem kollektiven Bildergedächtnis: die nackt von hinten fotografierten Bewohner der Kommune 1 in den Sechzigern, der mit einem schwarzen Motorradhelm bewehrte Joschka Fischer im Frankfurter Häuserkampf in den Siebzigern, die martialisch vermummten Autonomen auf den Dächern der Hafenstraße in den Achtzigern. Bloß für die Neunziger findet sich zunächst kein Bild, bis es, ganz am Ende der Dekade, zu jenen Eruptionen in Seattle kam, die dem “Kampf gegen die Globalisierung” Gestalt gaben.

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James im Farbenwunderland

James Roper. Aus Manchester. Malt, zeichnet, illustriert, schreibt, filmt. “My predominant work to date has been the ‘Hypermass’ series which references the baroque sculpture of Catholic iconography and how it uses techniques of exaggeration of the folds in robes and cloud formations to express ‘spiritual energy’. This style ironically manifests as a lustful, extremely physical, materialistic aesthetic which is also apparent in Japanese animation (anime) where the images I use to construct each composition are appropriated.” (1)

Revolutionary Left Stencil Database

Nur noch wenige Tage. G8, ick hör dir trapsen. Es gibt zwar ein Demonstrationsverbot in Heiligendamm, aber bestimmt auch eine Menge “Authorised Graffiti Areas”. Outlines of a Revolution, die “Revolutionary Left Stencil Database” bietet da jetzt genau das Richtige: Hunderte Stencil-Vorlagen aus den Bereichen “Anarchie”, “Marxismus”, “Musik”, “Medien”, “Feminismus” oder “Kapitalismus”. Auf die Dosen, fertig, los! Via: Art Threat

Molotow Art

Oliver Kosta-Théfaine aka Stak, “Glitter” @ ALICE, Brüssel. Video: Hier (Interview zur Ausstellung), mehr Bilder hier. Via: Eko.

Flatland: Big Brother für Künstler

 

Kunst, Überwachung, Platzangst: Wie Amöben zwischen zwei gläsernen Objektträgern eingequetscht leben sechs US-Künstler für zwanzig Tage auf engstem Raum. Das Flatland Project ist auf der Suche nach einer neuen, künstlerischen Dimension…

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REBEL:ART in Bella Italia

Samstag, 19. Mai, sind wir in Mailand – kleiner Vortrag über Street Culture / Sticker / Graffiti – wer also in der Nähe ist, kommt vorbei: Signjam, Open Lecture. Wir werden den Vortrag und das Feedback in den nächsten Tagen posten… Scheint ne ganz spannende Reihe zu sein: Vor einer Woche war Christian Hundertmark dort und letztes Jahr gab´s bereits Workshops, Vorträge und Musik, u.a. mit Jazzstylecorner Berlin, Mambo, Kid Acne. Wir werden ein wenig über den Internationalen Stickeraward, die letzte Ausstellung (“Stickersafari“), kommerzielle und künstlerische Stickerproduktion (“stickma“) plaudern – und eine Menge Beispiele aus der Praxis präsentieren… More later…

More Ohr

Der australische Künstler Stelarc hat sich ein drittes Ohr in seinen Unterarm implantiert: “Earlier this year, Stelarc finally found a medical doctor willing to implant a cell-cultivated ear beneath the skin on the artist’s forearm. Stelarc is apparently planning to go through a few more surgeries to give it more definition. “He’s also going to implant a mic inside the ear that will connect to a bluetooth transmitter, so the ear can broadcast audio from the internet wirelessly,” explains former BB guestblogger and sometimes Stelarc collaborator Karen Marcelo.” (1) “Stelarc is an Australian-based performance artist whose work explores and extends the concept of the body and its relationship with technology through human-machine interfaces incorporating medical imaging, prosthetics, robotics, VR systems and the Internet.” (2) Mehr Bilder: hier. Via: Boing
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ZEVS: “Le Mur”, Paris, 2007

“Le MUR”, Paris, 2007

“Urban Shadows”, Paris, 2000

“Liquidated MC Donald”, 2006,

“Visual Kidnapping”, Berlin, 2002

ZEVS ist ein Längstwellensender der russischen Marine, eine Zigarettenmarke, eine Schrammelband – aber vor allem “un des plus grands de la rue”. Und “Le M.U.R” (dt. die Mauer, fr. “Modulable, Urbain, Réactif”) ist ein französischer Verein, gegründet von Jean Faucheur - genauer: “Le M.U.R” ist eine Werbefläche im Pariser Szeneviertel Oberkampf, die jeweils alle 15 Tage frisch bespielt wird.

“Künstler wie ZEVS (sprich: Zeus) markieren nicht mehr nur ihr Terrain, sie treten in Dialog mit der urbanen Zeichenwelt, verdrehen deren Bedeutungen mit Witz und Verve und machen so politische Kunst im besten Sinne. An einer Ecke der Canal Street in Manhattan fand ZEVS im Oktober 2000 einen schlafenden Obdachlosen, der sich – seine Habseligkeiten in einem Einkaufswagen – unter eine Straßenlaterne gelegt hatte. Der Pariser Sprayer zog die Schatten-Silhouette mit weißer Farbe nach. In drei Minuten hatte er dem Obdachlosen ein Denkmal gesetzt.” (1)

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