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Month Februar 2007

Fake oder Ich-Marketing?

In der Schweiz ticken die Uhren bekanntlich ein wenig langsamer. Deshalb werden Fakes auch nicht so schnell bemerkt. Und deshalb wird man in der Schweiz auch ganz schnell einmal zu einem Gucci-Model: Einfach sich selbst nackt fotografieren, mit Photoshop noch Parfüm und Logo auf das Bild montieren – und fertig ist die falsche Werbekampagne. Der Clou: Das Schmollmund-Nackedei buchte einfach bei der “SonntagsZeitung” eine doppelseitige Anzeige im Namen von Gucci - und ließ die Rechnung über mehrere zehntausend Franken einfach an die Firmenadresse der völlig ahnungslosen Gucci-Zentrale in Zürich schicken. Und diese Anzeige war auch nicht sein erster Coup… 

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Aufstand der Avatare: Second Life Liberation Army

Nachdem es in der virtuellen Online-Welt von Second Life bereits Prostituierte, Spielkasinos, Immobilienhaie, Kunst-AusstellungenProdukt-Präsentationen und die BILD-Zeitung (AvaStar) gibt - tritt nun die erste virtuelle Résistance in Erscheinung: die Second Life Liberation Army. Die aufständigen Avatare kämpfen mit virtuellen Bombenattentaten gegen die “Diktatur der Linden Labs” und für mehr Grundrechte… (weiterlesen…)

Fieberbläschen-Adbusting

Adbusting-Angriff auf die makellose Schönheit der Werbewelt: Geek Graffiti hat Fieberbläschen-Sticker entworfen. Aus seinem Mission-Statement: “Nowhere in advertising is the gap between natural beauty and manufactured perfection more apparent than on subway posters. As we wait for transportation, we are unwillingly assaulted by larger-than-life representations of supposedly beautiful salespeople. Printable cold sores allow us to take action! Bring these people back down to our level, and tell advertisers that you don’t agree with their message.” Super – und wo sind all die Akne-, Masern- und Herpes-Sticker? Via: Wooster

Spiel, Spaß und Spannung

Wenn die lieben Kleinen keinen Bock mehr auf Kasper und Krokodil haben. “Terrorism Finger Puppets“: Fingerpuppen von Osama bin Laden, Saddam Hussein, Kim Jong-Il, Mahmoud Ahmadinejad und George W. Bush für 55 Dollar.  

Open City: Tools For Public Action



“Object Orange”, 2006, Bilder von Detroit Free Press, Southen

Interessante Ausstellung im New Yorker Eyebeam “Open City: Tools For Public Action” vom 1. März bis 7.April 2007 – “Open City is an exhibition and series of public programs that focus on the ingenuity of graffiti writers, artists, protesters, pranksters and hackers reclaiming the public realm.” – mit vielen alten Bekannten wie Aram Bartholl (Berlin), Graffiti Research Lab (NYC), Improv Everywhere (NYC), Mark Jenkins (Washington D.C.), Institute for Applied Autonomy (USA) und neuen Freunden wie BORF (Washington D.C.), KATSU (NYC), KR (NYC), Leon Reid (NYC), Matthias Wermke (Berlin) und Krzysztof Wodiczko (PL/NYC).

Und ein mir bisher unbekanntes Highlight: Die Gruppe Object Orange (Detroit). “Object Orange (formerly Detroit. Demolition. Disneyland.) is an artistic project in Detroit, Michigan which seeks to draw attention to dilapidated buildings by painting them orange. The project is composed of local artists, who go by their first names only (Christian, Jacques, Greg, Mike and Andy) for fear of prosecution. James Canning, communications coordinator for the Mayor’s office of Detroit, views the artists’ actions as unlawful and vandalism, stating that any demolitions which took place following the project’s painting expeditions have been coincidental. The artists chose the color “Tiggerific Orange” from the Disney paint catalog for its similarity to traffic cones and the safety orange worn by hunters.” (Via: Wiki) Mehr Bilder und Infos zu Object Orange hier, hier und hier.

Urbanes Schlittenrennen

Ja, man kann in einer Stadt wie New York viel Spass haben. Hier wird z.B. regelmässig ein “Schlittenrennen” ohne Schlitten und ohne Hunde veranstaltet. Laut den Veranstaltern die urbane Form des Schlittenrennens: Einkaufswägen statt Schlitten, Menschen statt Hunde. Wie wäre es? Lust auf eine ähnliche Aktion in Berlin oder Hamburg?

Shopdropping Workshop

Das New Yorker Eyebeam ist Atelier, Workspace, Ausstellungsraum und bietet immer wieder sehr spannende Ausstellungen, Projekte und Workshops. Wie z.B. diesen “Shopdropping Workshop”: Im Gegensatz zum “Shoplifting” wird hier im Geschäft nichts weggenommen, sondern hinzugefügt. Anbei das Video, mehr Beispiele auch hier und hier.

L.A.S.E.R. Tagging



Das Graffiti Research Lab hat wieder zugeschlagen: Die neueste Aktion nannte sich L.A.S.E.R. Tag und fand gestern in Rotterdam statt. Beamer, Laptop, Laser und einige Writer – fertig war das “Weapon of Mass Defacement” und eine schöne Tagging-Show. Und hier die Anleitung zum Nachmachen!

Spaßguerilla attackieren BILD

“Die “Süddeutsche Zeitung” berichtete gestern über eine “rätselhafte Plakataktion” in München: So waren gestern an vielen “Bild”-Zeitungskästen in der Münchner Innenstadt die ursprünglichen Schlagzeilen mit der Überschrift “‘Leser’ wehrt euch! 23 Exkremisten dönern deutsche Buben zu Tode” überklebt worden. Wer hinter der Aktion steckt, ist nicht bekannt. Eine Internetseite, auf der die anonymen Initiatoren weitere Schlagzeilen-Vorlagen zum Bearbeiten und Ausdrucken zur Verfügung stellen wollten, ist nicht mehr online. Bei “Bild” zeigt man für diese angewandte Medienkritik wenig Verständnis und wertet sie laut “Süddeutsche” als “Aufruf zur Sachbeschädigung”. Der Homepage-Anbieter Freenet sagte auf Anfrage, die Internetseite zur Aktion sei auf Veranlassung der Axel Springer AG aus dem Angebot entfernt worden. Springer wolle eine Markenrechtsverletzung erkannt gehabt haben.” Via: Bildblog

Ein Rahmen!

 

 



Neue Bewegungen braucht das Land! Denn wollen wir nicht alle Teil einer Kunstbewegung sein? Zumindest kann jetzt jeder schon einmal Kurator werden. Dank der Initative der Urban Curators: “Indem ein Akzent auf Orte gesetzt wird, die von Passanten meist ignoriert werden, wollen wir die Menschen dazu bringen, ihre Konzepte von Schönheit und ihre Wertvorstellungen zu überdenken.”

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