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“Occupy George”: So werden Geldscheine zu Manifesten

Das Projekt “Occupy George” bedruckt Geldscheine mit eindeutigen Botschaften: “Money talks, but not loud enough for the 99%. By circulating dollar bills stamped with fact-based infographics, Occupy George informs the public of America’s daunting economic disparity one bill at a time. Because money knowledge is power.” Via

OccupyFDP: “FDP unterwandern”

Am Wochenende startete die Aktion “OccupyFDP“: Neue Mitglieder sollen die Partei unterwandern. Mit 65.000 Neubeitritten – soviele Mitglieder hat die FDP aktuell – gelänge sogar die feindliche Übernahme: “Die FDP hat 65.000 Mitglieder und ständig werden es weniger. Das liegt daran, dass die FDP die Partei der ökologisch, sozial und wirtschaftlich verantwortungslosen Lobbypolitik ist. Dies hat jetzt ein Ende. Wir zeigen der FDP, was freie Märkte bedeuten. Wir übernehmen die Mehrheit der FDP und stellen sie auf ein neues Fundament. Oder wir lösen sie auf. Die FDP ist der ideale Übernahmekandidat: Sie hat Vermögen, sie hat Regierungsbeteiligung auf Bundesebene und sie findet kaum mehr Akzeptanz bei den Wählern. Sie ist die Partei der Lobbyisten. Sie ist angezählt und braucht dringend neue Mitglieder.” Mehr dazu auch hier, via: Mail, danke Dschoni!

Vortrag: “Politik hacken”

Kleine Einleitung zur Nutzung von Sicherheitslücken gesellschaftlicher und politischer Kommunikation – ein Vortrag von Alexander Müller und Montserrat Graupenschläger beim 28th Chaos Communication Congress. “Klassischer Protest, konventionelle Demos, Online-Petitionen und Bürgerinitiativen werden seit einiger Zeit durch neue Instrumente der politischen Partizipation ergänzt. Deren Stärke liegt in dezentraler Organisation, Kommunikationsguerilla-Aktionen, diskursiver Intervention und kollaborativer Spontaneität. Der Vortrag stellt anhand von Beispielen ein Toolset an Möglichkeiten des regelverletzenden und gewaltfreien Mitmischens und Einmischens in Politik vor.” Mehr dazu hier, Download hier, via: Just/Mail, thx!

Das Anarcho-Malbuch: “Police Brutality Coloring Book”

Endlich, das Malbuch für alle Anarchisten: “Forty-six artists, including Shepard Fairey, have contributed black-and-white artwork to the Police Brutality Coloring Book, a 48-page DIY publication inspired by incidents of violent police action against Occupy Wall Street activists.” Via: Mail, danke Rudi!

Update: Lush

Andere haben eine Posse, Lush hat ein Zine gemacht. Inhalt: Alles was Du schon immer über Street Art wissen wolltest. Via/Via

Zentrum für politische Schönheit: “Schuld”

Neuer Film von dem Zentrum für politische Schönheit: “Wir haben in der vergangenen Woche eine neue Aktion abgedreht. Entstanden ist eine Dokumentation, in der 40 Millionen Menschen in das Fleisch unserer Zivilisation blicken. So unglaublich es klingt, für das Kanzleramt braucht das Schicksal der hungernden Menschen in Ostafrika “einen Anlass, etwa eine Konferenz, auf der man sprechen kann”! Via: Mail, thx!

Voina: Leonid Nikolajew auf der Flucht, Philip Kostenko im Hungerstreik


Foto: Vladimir Telegin

Kaum als Co-Kurator der Berlin-Biennale ernannt, schon verhaftet und schon wieder auf der Flucht: “Einer der Co-Kuratoren der 7. Berlin Biennale, Leonid Nikolajew, ist am vergangenen Wochenende bei einer kremlkritischen Demonstration verhaftet worden. Nikolajew gehört dem russischen Künstlerkollektiv Voina an. Erst in der vergangenen Woche hatte die Biennale bekannt gegeben, die Gruppe um den russischen Künstler Artur Zmijewski 2012 als „assoziierte Kuratoren“ einsetzen zu wollen. Am Montagmorgen gelang Leonid Nikolajew die Flucht aus der Polizeiwache. Mittlerweile soll ein internationaler Haftbefehl gegen ihn vorliegen. (*). Und ein weiterer Voina-Aktivist, Philip Kostenko, sitzt noch in Haft und ist im Hungerstreik: “On December 6, 2011 Philip Kostenko, Voina Group artist, activist of the Russian human rights organization Memorial began a hunger strike. He was arrested near Gostiny Dvor at the peaceful rally in St. Petersburg against widespread violations in the State Duma elections. He was charged with failure to follow a police officer’s orders (Article 19.3). His case was heard by Judge Alexei Kuznetsov, whom many oppositionists claim is known for accepting false statements from police officers and handing down harsh punishments. Kostenko was sentenced to 15 days in custody. Another illegally arrested activist Victor Demyanenko joined Kostenko on the hunger strike. They demand “releasing all people who were detained at the peaceful rallies on December 4-6”. Kostenko is also wrongfully charged by Articles 214 (“vandalism”), 318 (“using violence against a public official”), 319 (“insulting a public official”).
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Und sonst so? : 09. 12. 2011


Endlich mal Spielzeugautos, mit denen meine Kinder spielen dürften. Foto: Jerome Demuth

* “Ich wollte dich auf den gerade frisch online gestellten Shop “urbanwalls.net” hinweisen. Hier werden Fotos auf Leinwand von Streetart in Berlin verkauft – ohne das die Künstler irgendeinen Benefit davon haben. Ich finde dieses Verhalten nicht akzeptabel”, schreibt mit ein “treuer Leser”. Danke für den Hinweis – und ja, das geht gar nicht! Also liebe Urbanwalls-Crew, wenn ihr so nen Käse (Streetart auf Leinwand, hä?) schon unbedingt machen müsst, dann beteiligt wenigstens die Künstler daran. Das ist das Mindeste…

* Die 7. Berlin Biennale stellt assoziierte KuratorInnen vor: Die Gruppe Voina aus Russland und Joanna Warsza: “Das KünstlerInnenkollektiv Voina (dt.: Krieg) aus Russland wurde 2005 von Oleg Vorotnikov und Natalya Sokol gegründet. Voina engagiert sich in aktionistischer Straßenkunst, die sich gegen die russischen Autoritäten richtet. Ihre Aktionen werden regelmäßig von einer Vielzahl von anonymen AktivistInnen unterstützt. Gegen die Gruppe und ihre AktivistInnen wurden bereits zahlreiche strafrechtliche Prozesse angestrengt. Zuletzt wurden Mitte Oktober 2011 Natalya Sokol und ihr Sohn Kasper für mehrere Stunden in Arrest genommen. Oleg Vorotnikov, Natalya Sokol, Leonid Nikolajew und Kasper Nienagliadny Sokol verweigern die Verwendung von Geld und leben ohne permanenten Wohnsitz in St. Petersburg. Ihr Credo lautet, wie Natalya Sokol erklärt: “Ein Künstler, der sich dem politischen Bewusstsein verschließt, ist nur ein Designer.” “Wir gehen nicht davon aus, dass die Gruppe Voina als herkömmliche KuratorInnen agieren werden. Vielleicht werden sie an die Türen von Ateliers klopfen, aber sicher nicht, um Kunstwerke auszuwählen, sondern um uns an das Ethos der KünstlerInnen zu erinnern. Sie gehören zu den letzten wenigen Gläubigen, die eine Kunst ausüben, die einen direkten politischen Auftrag hat. Sie verfolgen ihre eigene, grenzenlose, erratische und ernsthafte Praktik in Russland. Haben sie bereits ihr “bestes Kunstwerk“ geschaffen? Vielleicht der riesige Penis auf der Litiejnyj-Brücke in St. Petersburg? Das glauben wir nicht. Ihr bestes Kunstwerk ist die Erinnerung daran, dass wir uns als die Kunstwelt auf dem Weg befinden, zu einer neoliberalen Elite zu werden, die nur noch an finanziellem Gewinn und der Anhäufung symbolischen Kapitals arbeitet.“ (Artur Żmijewski und Joanna Warsza)

* “Gerade stark umstrittener Graffiti-Film aus Berlin: www.unlike-u.com. Bvg klagt, die Macher stellen zum Protest das Video für alle zum Streamen online…” Via: Jasmin, merci!

* “Hey hey, vielleicht eine Betrachtung wert: wir machen einen Aktionsadventskalender und dazu jeden Tag Aktionen mit der lokalen Occupy Bewegung zusammen: Im Rahmen der Ausstellung Dada New York 2 – Revolution to smash Global Capitalism zeigen wir ganz gemäß dem Prinzip neue Dringlichkeit die Plattform “One Action a Day keeps Capitalism away”. Gestartet haben wir den Aktionsadventskalender mit einer Performance und dem Revolutionsstarterkitverkauf bei der Vernissage im Cabaret Voltaire, weiter gings u.a. mit “verstörenden Chören” im Applestore und Co und einem Old-School-Radioballet am HB.” Via: Mail, thx nepo!

* “Hier ist der Max vom Minderheiten-Quartett. Von letzterem haben wir grade ein Erweiterungs-Pack fertig gestellt. Schau doch mal: http://minderheiten-quartett.de/erweiterung

* Der Mp3-Brutalizer: “Upload your shameful song to receive a download of the very same track but with a twist: the artist, song name, album, and cover art will have been disguised as an undeniably hardcore song.”

* “Zu den Feiertagen gibt es Vhils: Limited Collector’s Edition in einer streng limitierten Auflage von nur 30 Stück. Ein von ihm gestalteten Holzkiste beinhaltet seine Monografie, zwei Flipbooks sowie ein Kunstwerk – alles von Vhils persönlich nummeriert und unterschrieben. Via: Mail, danke, Helga!

* NoTube Contest von iocose.org: “The NoTube Contest comes back in its third edition on a renewed format. Sharing, tweeting, liking and +1ing now play, along with your vote, a significant role. It is now more “X-Factor meets Web2.0”, although this time the LESS voted videos will be shortlisted. *The NoTube Contest requires its participants to find the less valuable video on YouTube* When considering a video, the participant should make sure there is clearly 1) No reason to make it. 2) No reason to publish it. 3) No reason to watch it. The NoTube videos should have no value whatsoever!” Via: Mail

* Das neue Projekt von Paolo Cirio: “inVeritas is a project to democratize the power of the Italian media. Everyone should have the right to inform, thus breaking up the monopoly held by the mainstream media in Italy, renowned for their factiousness and systematic servility, and the censorship and manipulation of information. inVeritas gives everyone the chance to speak and disseminate news directly through news-stands across Italy. The inVeritas.net platform enables screamers to be generated for all the major Italian newspapers.”

“Du, sag mal, bist du auch schon so aufgeregt?”: Germany’s Next Topmodel als Reclam-Poesieband

Schöner kann Medienkritik nicht sein: “Dieses ca. 120 Seiten lange Buch ist eine Transkription (Abschrift) der Pro7-Fernsehshow Germany’s next Topmodel 2011 – Das Finale. Jeder Rotz, jeder menschen-verblödende Schund, jedes sexistische und von Maschen durchtränkte Blabla, das in diesem ohrenbetäubenden Massenspektakel geprädigt wurde, ist hier feinsäuberlich abgetippt und in Dramenvers gesetzt. Das Layout errinnert dabei bewusst an Reclam. Projektarbeit von Gregor Weichbrodt und Grischa Stanjek an der HTW Berlin im Fach Typografie unter der Betreuung von Christian Hanke.” Kann man sich hier bei Issuu komplett ansehen. Via/Via

Unsere Freunde & Helfer auf Zeugensuche

Die Polizei in Hamburg, sprich das Einsatzkommando “Farbschmierereien”, wird immer kreativer: “Auf der letzten Artillerie (eine Art illegaler Galerieraum) hat ein Fotograf Post von der Polizei bekommen und eine Vorladung – und soll jetzt aussagen über die Künstler die dort gearbeitet haben.” Hoffentlich weiß der Fotograf, dass er, falls er dort vor Ort einer journalistischen Tätigkeit (wenn er z.B. für Blogs publiziert) nachging, ein gesetzlich verbrieftes, berufliches “Zeugnisverweigerungsrecht” hat – d.h. er muss seine Quellen nicht offenlegen und muss auch keinem Polizisten seine Informationen preisgeben. Via: Mail, thx F, Bild via FB!