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Vortrag: “Politik hacken”

Kleine Einleitung zur Nutzung von Sicherheitslücken gesellschaftlicher und politischer Kommunikation – ein Vortrag von Alexander Müller und Montserrat Graupenschläger beim 28th Chaos Communication Congress. “Klassischer Protest, konventionelle Demos, Online-Petitionen und Bürgerinitiativen werden seit einiger Zeit durch neue Instrumente der politischen Partizipation ergänzt. Deren Stärke liegt in dezentraler Organisation, Kommunikationsguerilla-Aktionen, diskursiver Intervention und kollaborativer Spontaneität. Der Vortrag stellt anhand von Beispielen ein Toolset an Möglichkeiten des regelverletzenden und gewaltfreien Mitmischens und Einmischens in Politik vor.” Mehr dazu hier, Download hier, via: Just/Mail, thx!

Und sonst so? : 09. 12. 2011


Endlich mal Spielzeugautos, mit denen meine Kinder spielen dürften. Foto: Jerome Demuth

* “Ich wollte dich auf den gerade frisch online gestellten Shop “urbanwalls.net” hinweisen. Hier werden Fotos auf Leinwand von Streetart in Berlin verkauft – ohne das die Künstler irgendeinen Benefit davon haben. Ich finde dieses Verhalten nicht akzeptabel”, schreibt mit ein “treuer Leser”. Danke für den Hinweis – und ja, das geht gar nicht! Also liebe Urbanwalls-Crew, wenn ihr so nen Käse (Streetart auf Leinwand, hä?) schon unbedingt machen müsst, dann beteiligt wenigstens die Künstler daran. Das ist das Mindeste…

* Die 7. Berlin Biennale stellt assoziierte KuratorInnen vor: Die Gruppe Voina aus Russland und Joanna Warsza: “Das KünstlerInnenkollektiv Voina (dt.: Krieg) aus Russland wurde 2005 von Oleg Vorotnikov und Natalya Sokol gegründet. Voina engagiert sich in aktionistischer Straßenkunst, die sich gegen die russischen Autoritäten richtet. Ihre Aktionen werden regelmäßig von einer Vielzahl von anonymen AktivistInnen unterstützt. Gegen die Gruppe und ihre AktivistInnen wurden bereits zahlreiche strafrechtliche Prozesse angestrengt. Zuletzt wurden Mitte Oktober 2011 Natalya Sokol und ihr Sohn Kasper für mehrere Stunden in Arrest genommen. Oleg Vorotnikov, Natalya Sokol, Leonid Nikolajew und Kasper Nienagliadny Sokol verweigern die Verwendung von Geld und leben ohne permanenten Wohnsitz in St. Petersburg. Ihr Credo lautet, wie Natalya Sokol erklärt: “Ein Künstler, der sich dem politischen Bewusstsein verschließt, ist nur ein Designer.” “Wir gehen nicht davon aus, dass die Gruppe Voina als herkömmliche KuratorInnen agieren werden. Vielleicht werden sie an die Türen von Ateliers klopfen, aber sicher nicht, um Kunstwerke auszuwählen, sondern um uns an das Ethos der KünstlerInnen zu erinnern. Sie gehören zu den letzten wenigen Gläubigen, die eine Kunst ausüben, die einen direkten politischen Auftrag hat. Sie verfolgen ihre eigene, grenzenlose, erratische und ernsthafte Praktik in Russland. Haben sie bereits ihr “bestes Kunstwerk“ geschaffen? Vielleicht der riesige Penis auf der Litiejnyj-Brücke in St. Petersburg? Das glauben wir nicht. Ihr bestes Kunstwerk ist die Erinnerung daran, dass wir uns als die Kunstwelt auf dem Weg befinden, zu einer neoliberalen Elite zu werden, die nur noch an finanziellem Gewinn und der Anhäufung symbolischen Kapitals arbeitet.“ (Artur Żmijewski und Joanna Warsza)

* “Gerade stark umstrittener Graffiti-Film aus Berlin: www.unlike-u.com. Bvg klagt, die Macher stellen zum Protest das Video für alle zum Streamen online…” Via: Jasmin, merci!

* “Hey hey, vielleicht eine Betrachtung wert: wir machen einen Aktionsadventskalender und dazu jeden Tag Aktionen mit der lokalen Occupy Bewegung zusammen: Im Rahmen der Ausstellung Dada New York 2 – Revolution to smash Global Capitalism zeigen wir ganz gemäß dem Prinzip neue Dringlichkeit die Plattform “One Action a Day keeps Capitalism away”. Gestartet haben wir den Aktionsadventskalender mit einer Performance und dem Revolutionsstarterkitverkauf bei der Vernissage im Cabaret Voltaire, weiter gings u.a. mit “verstörenden Chören” im Applestore und Co und einem Old-School-Radioballet am HB.” Via: Mail, thx nepo!

* “Hier ist der Max vom Minderheiten-Quartett. Von letzterem haben wir grade ein Erweiterungs-Pack fertig gestellt. Schau doch mal: http://minderheiten-quartett.de/erweiterung

* Der Mp3-Brutalizer: “Upload your shameful song to receive a download of the very same track but with a twist: the artist, song name, album, and cover art will have been disguised as an undeniably hardcore song.”

* “Zu den Feiertagen gibt es Vhils: Limited Collector’s Edition in einer streng limitierten Auflage von nur 30 Stück. Ein von ihm gestalteten Holzkiste beinhaltet seine Monografie, zwei Flipbooks sowie ein Kunstwerk – alles von Vhils persönlich nummeriert und unterschrieben. Via: Mail, danke, Helga!

* NoTube Contest von iocose.org: “The NoTube Contest comes back in its third edition on a renewed format. Sharing, tweeting, liking and +1ing now play, along with your vote, a significant role. It is now more “X-Factor meets Web2.0”, although this time the LESS voted videos will be shortlisted. *The NoTube Contest requires its participants to find the less valuable video on YouTube* When considering a video, the participant should make sure there is clearly 1) No reason to make it. 2) No reason to publish it. 3) No reason to watch it. The NoTube videos should have no value whatsoever!” Via: Mail

* Das neue Projekt von Paolo Cirio: “inVeritas is a project to democratize the power of the Italian media. Everyone should have the right to inform, thus breaking up the monopoly held by the mainstream media in Italy, renowned for their factiousness and systematic servility, and the censorship and manipulation of information. inVeritas gives everyone the chance to speak and disseminate news directly through news-stands across Italy. The inVeritas.net platform enables screamers to be generated for all the major Italian newspapers.”

Buchtipp: “Aram Bartholl – The Speed Book”

Schon mal vormerken: Die erste Monografie zum Werk von Aram Bartholl erscheint ab Januar 2012 im Gestalten Verlag – u.a. herausgegeben von Domenicio Quaranta, gestaltet von Manuel Bürger und mit Texten von Josephine Bosma, Jonah Brucker-Cohen, Jon Cates, Lindsay Howard, Alessandro Ludovico, Evan Roth, Bruce Sterling, Brad Troemel. “Aram Bartholl’s work explores the power structures, the social systems, the cultural innovations, the inner dynamics, the languages, and the products that are shaping our age. This first comprehensive monograph offers entry to an oeuvre in which space and cyberspace mingle and mangle each other, a realm that uses as little technology as possible while still speaking a digital language. Aram Bartholl: The Speed Book features savvy experiments with transitions from the virtual to the physical: USB sticks embedded into walls, buildings, and curbs; giant real-life versions of Google’s red map markers positioned in public spaces; portraits generated from search results. An introduction by editor Domenico Quaranta as well as essays by science fiction writer Bruce Sterling, art critics, and fellow artists guide readers through a wonderfully skewed version of reality under the influence of the internet, something Sterling refers to as Bartholl’s “self-created twilight zone.”

ARTE Creative: Interview mit Sweza

Interview mit Sweza über seine QR-Codes bei ARTE Creative – ein weiteres Video aus der Serie “On the Run” von Just gibt´s hier.

Akay: “Rainbow Warrior” aus der Serie “Instrument of mass destruction”

Nach dem “Robo Rainbow” hat Akay jetzt den “Rainbow Warrior” entwickelt – das neue “Instrument of mass destruction (complicated technical solution to aide in simple acts of vandalism)”. Mehr zu Akay auch hier. Via

Update: Sweza

Das neue Projekt von Sweza: “Selbstbetrachtung”, Berlin 2011. “Selbstbetrachtung is an urban video hacking project by Berlin based artist Sweza using existing public infrastructure to create a Video. I try to give the surveillance camera a whole new view on the world, open new perspectives by giving it a vice versa view. It is the surveillance of the surveillance.” Via: Mail

Und sonst so? : 14. 09. 2011


Foto: Bronco

* RIP: DJ Mehdi

* Ausstellung I: Steirischer Herbst 2011: “Zweite Welten: in denen die Vergangenheit andere Folgen hatte und die Zukunft nicht von der Gegenwart abhängt. Parallelwelten, mögliche Welten, unmögliche Welten, Wunschwelten. Welten, voneinander getrennt, Welten, miteinander verbunden. Beschworen werden die nicht verwirklichten Möglichkeiten, die in unserer Gegenwart herumgeistern, ebenso wie die realistischen Gefahren, die alle denkbare Zukunft auslöschen könnten.” Mit: Jumana Emil Abboud (PS), Yael Bartana (IL), Nemanja Cvijanović (HR/I), Marcelo Expósito & Verónica Iglesia (E/ARG), Decolonizing Architecture Art Residency / DAAR (PS), Ruben Grigoryan (ARM), Bouchra Khalili (F/MA), Daniel Knorr (D/RO), Tom Nicholson (AUS), Maha Maamoun (EG), Mona Marzouk (EG), Chan-Kyong Park (ROK), Lala Raščić (HR/USA), Marko Tadić (HR). Kuratiert von What, How & for Whom / WHW (HR)

* Ausstellung II: Momentum Episodes: “The 6th Momentum Biennial is based on questions regarding the active moment in the art experience, when and where it takes place and what role our imagination plays in it. Fifty artists show their works in the three locations in Moss Norway that make up the exhibition Imagine Being Here Now.”

* Magazin I: “Slanted #15 – Experimental beschäftigt sich mit gestalterischen Strategien des Experiments. In dieser Ausgabe sind Arbeiten zu sehen, die den Zufall einbeziehen, die auf Fehlern und Ungenauigkeiten basieren, die konzeptuell oder systematisch abgeleitet sind – durchgängig Arbeiten, die andere, unkonventionelle Wege in der Gestaltung gehen.”

* Magazin II: “Die nächste Ausgabe des Matt Magazine ist jetzt gedruckt „On the Academy’s Ruins – An Interview Issue“. Sie untersucht das Potential von Akademien.”

* Magazin III: Die erste deutsche Wired ist draußen – dazu nur ein weiteres Kommentar: So wie man im Kunstkontext forderte “The Next Documenta Should be Curated by an Artist” – lasst doch bitte gleich die Netznerdsgeekswhatever so eine Zeitschrift machen (bzw. stellt sie als Grafiker, Autoren, Blogger ein), dann klappt´s auch mit der Zeitschrift. Seufz, denn so: Laaaaaaangweilig!

* Mobstr. – jetzt auch mit eigener Webseite!

* Art-Storing-Data-Project von Kim Asendorf: “ExtraFile is conceptional software art but with a practical usage. Its main intention is to wiggle the static system of image file formats. All started with the idea of inventing a new image file format, a format as a piece of art. Far away from the mainstream and commercial standards. Just to express the feeling of using and saving data in a new, fictitious or artificial way. Getting the filename extension into the scope of the artwork itself. In simple terms: Creating an exclusivity.” Via

Classics: Digital Graffiti

Mathieu Tremblin hat Vintage-Digital-Graffiti in alten Videospielen (wieder)-entdeckt: “Working on our lecture last month for “Graffiti as Psychogeographical Map” seminary where we invited by Javier Abarca, I discovered a selection of screen shots made in 2004 called Digital Graffiti. Digital Graffiti ain’t any new technological hacking project, but rather the fleeting appearance of graffiti in vintage video games like beat all of the early 90s – and specifically those on arcade. (…) In their form, tags and graffiti pieces, according to the date and performance of the machine on which the game is designed, are reduced to their simplest aspects, gimmicks, fill-up, stroke, lines and drips, while names or slogans range from the lexical field of destruction (DESTROY, DEAD END) to the basis of the genre (KILROY – to KILROY WAS HERE, PUNKS RULE, PUNX NOT DEAD, HIP HOP HIP for). Designers doesn’t appear to demonstrate a detailed knowledge of this young subculture even if they entered its archetypes (acronyms – SK; onomatopoeia from the comic books – FLASH; surnames – SHEILA; appropriation of words from the consumer society – SHARP; mix of short letters without specific meaning – GEO; starification of graffiti persona – HEZ ONE, ONE DEZ).”

Barto: “Gameboy Kamera Street Stopmotion”

News von Barto: “Vor mehr als einem Jahr habe ich mit diesem kleinen Projekt begonnen, gestern habe ich endlich einen Abschluß dafür gefunden! Die Rede ist von diesem kleinen Stopmotionfilm, den ich bewaffnet mit der GAMEBOY Kamera, einem Laserdrucker und meinen Händen erstellt habe. Die mit der grobauflösenden Kamera erstellten Fotos habe ich über den Rechner vergrößert, ausgedruckt und dann an verschiedenen Orten Deutschlands auf der Straße geklebt. Anschließend wurde das Ganze sortiert, die Bildausschnitte korrigert und im nun fertigen Film arrangiert.” Via: Mail

Pixel-App: Taponymous

Versus Gesichtsbuch: “In Zeiten von Datenschutz und Zensur ist es nicht unbedingt leicht, ein Bild zu veröffentlichen. Taponymous hilft dir dabei, kritische Stellen in einem Bild direkt von Unterwegs zu verpixeln und das Bild anschließend auf deinem Gerät zu speichern oder auf Facebook zu teilen.” Via