Und sonst so? : 31. 08. 10

August 31st, 2010


Barry Mcgee/Amaze in NY. Via/Via/Via

* Rund drei Jahre lang haben die Kollegen von Woostercollective an ihrem Street-Art-Buch für den Taschen-Verlag gearbeitet. Im September soll es jetzt erscheinen. Noch habe ich “Trespass: A History of Uncommissioned Urban Art” nicht gesehen - aber eines ist sicher: Das Ding wird dick – so wie alle Taschen-Bücher. Umfang soll 320 Seiten betragen, kosten wird es 39,99 Dollar, es soll außerdem ein Vorwort von Banksy geben und bisher unveröffentlichte Bilder von Keith Haring, Jean-Michel Basquiat und Martha Cooper. Mehr hier & hier.

* Improv Everywhere: “Black Tie Beach

* Camp für politische Schönheit vom 18. bis 25. september 2010 auf Schloss Bröllin – parallel zum “Weltarmutsgipfel” der UN: “In Anlehnung an die Idee der Klimacamps von Greenpeace, wird mit dem ersten Camp für politische Schönheit ein Labor für kreativen Strassenprotest zu den Themen Menschenrechte und Millenniumsziele entstehen.” Mehr Infos hier.

* Vierwändekunst: “Das Festival der Freien Düsseldorfer Kunsträume, 2007 erstmalig realisiert und nun 2010 erneut in Planung. Über 30 Kunsträume und Projekte über das ganze Stadtgebiet von Düsseldorf verteilt öffnen vom 14. bis 16. Oktober ihre Pforten für das interessierte Publikum. Im Begleitprogramm gibt es eine Ausstellung über die historischen Wurzeln der hiesigen Off-Kultur sowie ein Symposium in dem wir uns mit der frage nach den Grenzen und Potentialen künstlerischer Selbstorganisation beschäftigen.” Via: Mail, danke Florian!

* Bilder von der zweiten Pudel Art Basel gibt’s hier.

* “Papergirl Hamburg ist ein freies, partizipatives Kunstprojekt, bei dem Kunst im Stile amerikanischer Zeitungsjungen vom Fahrrad aus an zufällige Passanten auf der Straße verteilt wird. Die Idee stammt ursprünglich aus Berlin, inzwischen gibt es Papergirl-Projekte in aller Welt, und nun auch in Hamburg!” Via: Mail

* Fahrrad-Typo von Wouter Mijland: “Zukunft ist jetzt“. Via: Mail

* Schöner “Palettenpavillon” von Matthias Loebermann

* Neues Festival in Hamburg: “Stamp – Street Arts Melting Pot” (3-5. September). “Street-Performances, illuminierte Carnival-Kostümkunst, zwei Paraden bei Tag und in der Nacht, vielfältige Straßenmusik und urbane Kleinkunst, spektakulärer Street-Dance und aktuelle Streetart: Internationale und lokale Künstler schaffen ein in dieser Form einmaliges Ereignis in Deutschland und einen Treffpunkt für die internationale Straßenkunst-Szene – ein neues Festival für Hamburg.”


Pudel Art Basel II – am Sonntag, 29. August (ab 15 Uhr) findet wieder die “Kunstmesse gegen Gentrifizierung” statt: “Sorry Leute ich hab mir den teuren Wagen gekauft und kann mir jetzt keinen Haarschnitt mehr leisten” – so oder ähnlich klingt es uns entgegen aus dem Munde des die Hansestadt regierenden Adels,
wenn er nach seinen Ausgaben zur Förderung der Künste gefragt wird. Nur dass statt auf das neue Auto auf das wachsende Elbgebäude in der Hafencity gedeutet wird, dessen Preis sich seit der letzten Pudel Art Basel schon wieder knapp verdoppelt hat. Stichwort Preise, Stichwort Pudel Art Basel: Die findet wegen des großen Erfolges des letzten Jahres, und dem Ausbleiben eines gesellschaftlichen Umbruches (Zusammenbruchsthese), dieses Jahr wieder statt. Es wird wieder ein Auktion geben, aus der Aktionen bezahlt werden. Das haben wir auch letztes Jahr so gemacht – NoBNQ, Es regnet Kaviar, das Gängeviertel und Recht auf Stadt konnten die ärgsten Finanzlöcher stopfen. Das Gute: IHR KÖNNT DABEI NUR GEWINNEN. Denn entweder (1.) gewinnt die Revolution – dann wird die Kunst als entfremdete Tätigkeit darin aufgehoben. Oder (2.) alles bleibt wie es ist, dann bleibt die Kunst als Warenfetisch erhalten und wächst jeden Tag an Wert. Oder aber (3.) wir scheitern auf ganzer Linie, werden aus der Stadt herausgentrifiziert – haben dann aber wenigstens noch schöne Erinnerungsstücke an Lifestyle, Boheme und Collness Vergangenheit.”

Reclaim The Sparkasse

Juli 27th, 2010

Exquisite Berlin veranstaltet illegale Partys – u.a. in Sparkassen. Via

Shake Your Tree Edition

Juli 26th, 2010


Edition 1: Frank Höhne und Juliane Liebert “Des Kaisers neue Frise”


Edition 2: Tanja Kernweiss & Ulrike Almut Sandig “Zusammen sind wir wie ein Feuer”


Jörg Albrecht & Manuel Bürger “Tendency Towards Complexity”

Deutschlands durchgeknallteste Grafiker haben mal wieder neuen Scheiß produziert: M-Boy, Hasi, Florian & Anvar alias SHAKE YOUR TREE “laden ein zur Release-Party ihrer neuen Fanzine-Reihe Shake Your Tree Edition. Von den Künstlern und Herausgebern siebgedruckt und von Hand gefertigt, konzentriert sich jede der 10 limitierten Ausgaben auf ein aufstrebendes Künstlerpaar: je ein Autor und visueller Künstler präsentieren neue Arbeiten, die eigens für die Edition entstanden sind. Dabei geht jeder Ausgabe der Shake Your Tree Edition eine Begegnung der zwei Künstler voraus. Sie lernen sich kennen, unterhalten sich bei gemeinsamen Abendessen und erarbeiten zusammen ein Thema für das Magazin. Ihre Ergebnisse in Text und Bild werden in dieser Publikationsreihe veröffentlicht und finden über die Edition zu einem Dialog zwischen Literatur und visueller Gestaltung.” Kurzum: Geiler, verspielter, limitierter, teurer! Die Release-Party findet am 31. Juli im Berliner HBC statt. Via: Mail, danke M-Boy!

PARASITES #4: Bronco

Juli 20th, 2010

Save the date: Die vorerst letzte PARASITES-Ausstellung findet am 18. und 19. September in Hamburg statt – und es gibt mal wieder eine Weltpremiere! Der Berliner Künstler Bronco wird zum ersten Mal sein Musical “Street Art” aufführen. Das autobiographische Stück handelt von den Sorgen und Nöten junger Künstler, raffgierigen Verlagen und skrupellosen Sammlern. Es geht um obszöne Boulevardmedien, Kommerzialisierungsdruck und falsch verstandene Coolness. “Street Art: Das Musical” ist kritisches Analyse-Theater im Sinne von Bertolt Brecht und “unsichtbares Theater” frei nach Augusto Boal – und bietet vor allem einen authentischen Blick hinter die “Street Art”-Kulissen. Freut Euch drauf! Und wer in Hamburg wohnt und Lust hat mitzuspielen: Es werden noch Schauspieler/innen und/oder Musical-Darsteller/innen (mit oder ohne Erfahrung) gesucht. Bei Interesse meldet Euch unter: info (at) para-sites.de

Und sonst so? : 15. 07. 10

Juli 15th, 2010


Phreak 2.0: “Anarchie in Wien” inkl. Dalmatiner. Via

* Ja oder Nein: Graffiti-Heiratsantrag

* Kurz und knapp: Der Szpilman Award, der schönste Kunstpreis der Welt, sucht wieder temporäre Werke. Alle Informationen hier – Einsendeschluss ist der 30. September

* iWilly fürs iPad: “WILLY™, sowie iWilly bestehen jeweils aus zwei IKEA Billy-Regalen und sind rein formal das positiv des allseits bekannten Billy-Regals. Die herkömmlichen Regalfächer werden verblendet und so wird der einstige Fachboden zum Aufbewahrungsschlitz des digitalen Gerätes. Auf diese Weise finden beispielsweise 24 iPads von Apple in iWilly oder eben in Willy™, 52 e-book reader PRS 505 von SONY Platz. Das entspricht jeweils knapp einer halben Million Büchern. Damit wird die (virtuelle) Größe des Speichervolumen mit iWilly und Willy™ ad absurdum geführt.”

* Unten wird oben: “Am 16. Juli 2010 erscheint die sechste Ausgabe des Kunstmagazins Low. Mit: Feinkunst Krüger, Lucas Oertel, Stephan Britt, Guy Burwell, Brad Downey uvm. Die sechste Ausgabe ist mit ihren 100 Seiten das bisher umfangreichste Low-Heft. Die Ausgabe ist auf 500 nummerierte Exemplare limitiert und kostet 6,30 Euro.”

* Grün statt grau: “urbanoFILMS#14 (22. Juli, 19 Uhr, Berlin) zum Thema “Urbane Landwirtschaft und Gärtnern in der Stadt” – zwei Themen, die in diesem Jahr ganz besonders sprießen. Triste Flächen werden zu blühenden Gärten, kleine und große Pflanzaktionen, mal heimlich, mal ganz offiziell, verändern die Stadtlandschaft. Projekte der urbanen Landwirtschaft erweitern das Spektrum nachhaltigen Handelns.”

* Mähen mit Sinn: Rasenmäherzeichnung für den Kölner Grüngürtel von Ralf Witthaus.

* Wiesn und Wixn: “Ich hatte am letzten mittwoch meine aufnahmeprüfung für die medienkunst klasse an der akademie der bildenden künste in münchen”, schreibt Nuno Miguel Wong. “Das thema war “ohne titel 2010″. ein wenig fucked up, oder so. nun gut. ein wenig spaziert, bin ich an der theresienwiese gelandet, saufparade der bayern, camping-urlaubsziel der italiener. ein wenig weiter stehe ich vor der sankt-pauls kirche. gott, ich bin atheist aber goddamn it, ich war noch nie beichten, never… geographisch gesehen liegt die “wiesn”, also die theresienwiese recht nah am hauptbahnhof. es gibt da abartig viele wixkabinen und striplokale… das wars, ein diptychon, beichtstuhl, wixkabine. Zusammenhang? ich stehe vor beiden elementen und ich will das verdammt nochmal hinter mir bringen. es ist eine dreckige angelegenheit. hier das video dazu. was das feedback war? “wo war das miguel? aha sankt pauls kirche, ich geh zum wixen immer in die adamskirche. aber schöne politische arbeit, schön schroff, weiter so.” – ich habe bestanden.” Vielen Dank für die nette Geschichte, Nuno – und viel Erfolg beim weiteren Wixen Studieren!

* Raus statt rein: United Colours Festival Berlin (16. bis 30.07, Rosengarten/Weinbergspark Mitte, Berlin): “Ich möchte Dich diesmal für keine Vernissage begeistern, nicht für die X-te Streetart-Ausstellung, Urbane Intervention oder Graffiti-Jam im herkömmlichen Sinne, denn für die ATM Galerie geht der Weg diesen Sommer zurück auf die Straße – wir wagen uns dieses Jahr wieder raus – nicht in einschlägige Szenevierteln oder Industrieruinen am Stadtrand – unser Weg führt ins Grüne und das Mitten im Zentrum Berlins”, schreibt Marc Scherer. “In einem bisher einzigartigen Festival wollen wir zum ersten Mal einen produktiven Austausch zwischen den unterschiedlichen Lagern urbaner Kunstformen schaffen – für viele mag das kein Begriff sein – aber Gaffiti, Streetart und klassische Giebelmalerei sind in Berlin einander völlig fremd. Und wir wollen vor allem einer breiten Masse transparent machen WAS wir tun, WIE wir es tun und WARUM – für JEDERMANN und vor allem KOSTENLOS.”

* Mehr als Musik: “Showtime ist das neue Rock-Album des deutsch-iranischen Musikers und Entertainers AMOS”, schreibt Julia Meyn. “Und “Showtime” ist zugleich ein internationales Kunst-Projekt. Künstler wie The London Police, Mambo, Mirko Borsche, Nic Klein, Viagrafik oder Patrick Mohr gestalten die neuen Cover.”

* Mehr aus Müll: Torsten Mühlbach macht Bilder aus Müllsäcken

In Berlin steigt gerade das große Papergirl-Festival – das sind die wichtigsten Termine im Überblick:

“DAS CAMP: Gestern sind unsere Schwesterprojekte aus Bukarest, Manchester und Kapstadt in Berlin eingetroffen und das Camp beginnt. Sie werden an allen Programmpunkten der Woche teilnehmen und können sich währenddessen untereinander austauschen und kennenlernen.

WORKSHOP: Der Mutant Bike Workshop geht in seine 2. Runde. Vom 13. bis 15. wird Max Gassmann weiter zeigen, wie man Tallbikes und Chopper baut. Leider sind die Plätze schon belegt, aber wer unbedingt mitmachen will kann sicher mit jemandem zusammen anpacken und helfen. Einfach bei uns melden! Wenn die Mutant Bikes fertig sind werden sie für die Verteil-Aktion benutzt und können danach von den Workshopteilnehmern_innen mit nach Hause genommen werden.
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Das Creators Project möchte ein neuer Medienkanal, visionäres Studio und eine Kunststiftung werden. Klingt super und die ersten Filme (aus den Bereichen Kunst, Musik, Fashion etc.), die es auf dieser neuen Kreativplattform zu sehen gibt, überzeugen auch – deshalb verlost rebel:art gerne 1 x 2 Eintrittskarten für das Creators Project Event am 17. Juli in London (Victoria House, London). Läuft ganz unkompliziert: Wer zuerst ein Kommentar mit seinem Namen hinterlässt, den lasse ich auf die Gästeliste packen (aber bitte Fairplay: Ihr solltet zu dem Zeitpunkt auch wirklich in London sein).

Alle Infos im Überblick: “The Creators Project ist ein neues Netzwerk, das der Kreativität und der Kultur auf der ganzen Welt, über verschiedene Medien hinweg, gewidmet ist. Zu einem Zeitpunkt in der Geschichte der Kunst, in der digitale Technologien ihre Verbreitung revolutioniert, den Zugang dazu demokratisiert und die Reichweite und den Maßstab neu definiert haben, mit der ein Künstler eine Vision schaffen und sein Publikum erreichen kann, ist The Creators Project ein komplett neuer Kanal für Kunst und Kultur für eine komplett neue Welt. The Creators Project hat zwei Aufgaben: einerseits ist es ein moderner Medienkanal, den wir benutzen werden, ständig neue Arbeiten von visionären Künstlern zu entdecken und zu feiern, egal wo sie sich befinden. Und andererseits ist es ein Studio in dem neue Inhalte geschaffen werden, eine Art Kunststiftung, die die Produktion und Verbreitung neuer Arbeiten dieser Künstler und der Leute mit denen sie zusammenarbeiten, fördert. Die Inhalte werden über viele verschiedene andere Medien, zum Beispiel Magazine, Fernsehen und Handys und, ziemlich wichtig, über eine Reihe von Ausstellungen und Auftritten, die in verschiedenen Metropolen auf der ganzen Welt im Sommer 2010 und später stattfinden werden. Die Creators Events Reihe beginnt diesen Juni in New York City mit Kunst und Installationen, Filmvorführungen, einer Podiumsdiskussion und Dutzenden von Auftritten von internationalen Creators. Die Reihe wird danach in London, Sao Paulo und Seoul fortgesetzt und findet ihren Höhepunkt in Beijing mit einem dreitägigen Finale im September.” Und mehr auch hier bei Wired.


213 Magazin #2: Illu-Magazin aus Halle


der:die:das: #3: Monothematisches Kunst- und Kulturmagazin aus Zürich


Roomservice Magazine #1: Magazin über “Human Billboards”


Balkon & Garten #39: Das Gartenmagazin aus Berlin

Es gibt wieder viele, viele neue Magazine und Fanzines aus dem Bereich Kunst / Kultur / Design / Architektur / Urbanismus bei GuteSeiten. Neben den oben genannten auch: Die Einzelausstellung als Magazin Black Pages #11/#10 aus Wien, das Magazin für Stadtplaner Dérive #39 (Thema diesmal: Kunst & Stadt), das Porträt- und Reisemgazin Aortica #1 (Thema: Frankfurt) – und es gibt auch noch ein paar wenige Ausgaben von Klebstoff #2- dem ersten Magazin, dass komplett aus Stickern besteht.

Fantastisches Konzept: Die “Conflict Kitchen” (Konfliktküche) in Pittsburgh serviert nur Snacks aus Ländern, mit denen die USA Auseinandersetzungen haben. Los ging es jetzt mit einem iranischen Imbiss – neben dem Essen gibt es Musik, Performances und Vorträge aus dem jeweiligen Land. Ein Projekt der drei Künstler John Pena, Jon Rubin und Dawn Weleski: “Welcome to Conflict Kitchen’s first iteration, Kubideh Kitchen. Conflict Kitchen is a take-out restaurant that only serves cuisine from countries that the United States is in conflict with. The food is served out of a take-out style storefront, which will rotate identities every 4 months to highlight another country. Each Conflict Kitchen iteration will be augmented by events, performances, and discussion about the the culture, politics, and issues at stake with each county we focus on. Kubideh Kitchen is an Iranian take-out restaurant that serves kubideh in freshly baked barbari bread with onion, mint, and basil. Developed in collaboration with members of the Pittsburgh Iranian community, the sandwich is packaged in a custom-designed wrapper that includes interviews with Iranians both in Pittsburgh and Iran on subjects ranging from Iranian food and poetry to the current political turmoil.” Via