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Category classics

Watchlist: p.t.t.red – paint the town red


“Ursa in Orbit”: “Am 15./16. Juli 1993 wanderte p.t.t.red in zwei Bärenkostümen durch den Nationalpark Berchtesgaden in Richtung alte Bärengründe am Funtensee westlich vom Watzmann. Die Begegnung im Wimbachgriestal mit Wanderern war unvermeidlich und stieß bekanntlich auf große Aufregung (s. z. B. AZeitu. München Juli 1993). Am 20.5.2006 wurde die Fiktion zur traurigen Realität, als der Bär Bruno das erste Mal Bayern betrat und am 26.6.2006 im Rotwandgebirge abgeschossen wurde.”


“Der Berg und die Maschine”: “Die aktion begann im oktober ’89 mit einer expedition zur zugspitze, dem höchsten berg deutschlands. dort wurde der berggipfel bearbeitet und abgetragen. die derzeitige zugspitze von 2963 m verschwand. das Gipfelgestein wurde nach berlin zur maschine gebracht und darin in einem sechs- wöchigen prozess zerkleinert und zermalmt.”


“wall street – moneyfield new york”: “Im September 1995 klebte p.t.t.red an verschiedenen Stellen der Wall Street, vor den Banken und dem Börsenplatz mit Sekundenkleber einhundert Quarter Dollarmünzen auf der Straße fest. Mittels einer Polaroidkamera wurde dokumentiert, wie Banker, Broker und andere Passanten versuchten, sich dieses Geld buchstäblich “unter den Nagel zu reißen”. Erst nach drei Tagen gelang es einem homeless person, das Geld mit Hammer und Meißel von der Wall Street zu schlagen. Nach einigen Tagen wurden Fotos mit den vergeblichen Versuchen der Geldnahme am Tatort ausgehängt.”


“”Die Einsiedlerbibliothek” befand sich in einer Hütte am Steinjoch auf 2100m und war vom Brennerpass aus über eine steil ansteigende Wanderung (800 Höhenmeter) zu erreichen. Sie war mit dem Nötigsten für eine Person ausgestattet: Liege, Ofen, Stuhl, Tisch, Kerzen und einer hundertbändigen Buchauswahl von 22 Schriftstellern, Philosophen und Wissenschaftlern. Die Hütte war von 1997 bis 1999 vom 10. Juli bis Ende September zugänglich. Der Schlüssel mit der Wegbeschreibung konnte in der Bahnhofsbar auf dem Gleis 6 des Bahnhofs Brenner-Ort abgeholt werden. Die Benutzung und Übernachtung war frei.”


“projekt statue of liberty”: “In der Nacht zum 25.6.96 erstrahlte die Freiheitsstatue vor den Toren New Yorks durch die Aktion von p.t.t.red im roten Licht. Sechsundfünfzig Richtscheinwerfer wurden durch die gleiche Anzahl roter Filterplatten in rotes Licht umgefiltert, die auf die vorhandenen Lichtschächte rings um die Freiheitsstatue aufgelegt wurden. Dies blieb vor dem Sicherheits- und Wachpersonal der Insel, die den Status eines Nationalparks hat, bis zum frühen Morgen unbemerkt. Nach 14 tägiger Beobachtung des Sicherheitssystems der Freiheitsstatue bot sich p.t.t.red eine Zeitspanne von nur 15 Min, um die Filterplatten an den vormarkierten Orten zu platzieren. Um vor Touristen nicht verdächtig zu erscheinen oder unliebsamen Fragen ausgesetzt zu sein, verkleidete sich p.t.t.red als offizielles Sicherheitspersonal. Nach der Aktion drängte das Wachpersonal die Besucher zur letzten Fähre nach Manhattan, ohne die Veränderung auf der Insel zu bemerken. Erst in den späten Dämmerungsstunden verwirklichte sich die Verwandlung: Die Freiheitsstatue war in rotes Licht getaucht.”


“stadtraumaktion teilimaginäres system berlin”: “1988 wurden Schienenfragmente der Straßenbahn, die vor dem Zusammenbruch und Teilung Berlins ein dichtes Schienennetz bildeten, zu einem “teilimaginären system” herausgearbeitet und wieder in Erscheinung gesetzt. An der Adalbert- und Waldemar Straße wo die Schienenfragmente unter der Berliner Mauer verschwanden und an der Dresdenerstraße wo noch Schienenteile im Westteil der Stadt vorhanden waren, wurde jeweils eins von den vier parallel verlaufenen Fragmenten in seiner ganzen Länge vom Rost befreit und auf Hochglanz poliert. Als p.t.t.red im Ostteil der Stadt den Schienenverlauf jenseits der Mauer dokumentieren wollte, wurden die beiden Künstler von Sicherheitsposten kurzfristig festgehalten, um das mitgeführte Filmmaterial zu vernichten.”


“stadtrauminstallation goldener schnitt durch berlin”: “1988 wurde über das geteilte Berlin eine ästhetische Teilung über den Stadtraum gezogen. An fünf Profanbauten wurden jeweils Stahlbauelemente, auf einer exakten Linie auf dem Goldenen Schnitt, vergoldet.”


“berlin – ernst reuter platz eissurfing”, 1989

p.t.t.red (paint the town red) war ein deutsches Künstlerduo, bestehend aus Stefan Micheel („st.eel“) und Hans Hs Winkler. Das Aktions- und Installationskünstlerpaar war von 1988 bis 2001 in Berlin und anderen Orten aktiv. Mehr bei Wiki, danke für die Info, Gould!

Métro Paris: “Ich darf nicht…”

Noch ein französischer Klassiker: “Ich darf nicht auf die Métro schreiben.”

Betty Tompkins: “Fuck Paintings”

Betty Tompkins: “The large scale photorealistic paintings of heterosexual intercourse which Betty Tompkins made between 1969 and 1974 were practically unknown when they were exhibited together for the first time in New York in 2002. Knowledge of Tompkins’ paintings immediately broadened the repertoire of first generation feminist-identified imagery.” Mehr hier, ein Buch zu ihren “Fuck Paintings” ist hier erschienen. Via: Mail

Classics: Digital Graffiti

Mathieu Tremblin hat Vintage-Digital-Graffiti in alten Videospielen (wieder)-entdeckt: “Working on our lecture last month for “Graffiti as Psychogeographical Map” seminary where we invited by Javier Abarca, I discovered a selection of screen shots made in 2004 called Digital Graffiti. Digital Graffiti ain’t any new technological hacking project, but rather the fleeting appearance of graffiti in vintage video games like beat all of the early 90s – and specifically those on arcade. (…) In their form, tags and graffiti pieces, according to the date and performance of the machine on which the game is designed, are reduced to their simplest aspects, gimmicks, fill-up, stroke, lines and drips, while names or slogans range from the lexical field of destruction (DESTROY, DEAD END) to the basis of the genre (KILROY – to KILROY WAS HERE, PUNKS RULE, PUNX NOT DEAD, HIP HOP HIP for). Designers doesn’t appear to demonstrate a detailed knowledge of this young subculture even if they entered its archetypes (acronyms – SK; onomatopoeia from the comic books – FLASH; surnames – SHEILA; appropriation of words from the consumer society – SHARP; mix of short letters without specific meaning – GEO; starification of graffiti persona – HEZ ONE, ONE DEZ).”

Und sonst so? : 11. 08. 11


Foto: Via

* Theorie: “The London Riots as a political act.

* “Festival of Dangerous Ideas” mit Assange & Žižek, 1-2. Oktober in Sydney. Via

* “Londoner Krawallbilder mit Hilfe von Photoshop umgestaltet. Justin Bieber taucht auch mehrfach auf”. Via: Linktipp, danke Patricia!

* “Street Tag turns your iPhone into a can of spray paint. You can graffiti the street in real time without fear of being arrested. Adorn everything and anything, even those buildings you never thought possible to tag.” Via

* “Banksy: The Antics Roadshow“: “An hour-long special produced by Banksy charting the history of behaving badly in public, from anarchists and activists to attention seeking eccentrics.” Via

* Schönes Retropixel-Game “One Chance“. Via

* Kampnagel: Internationales Sommerfestival 2011 startet am 28. August in Hamburg. Via

* Die nächste Speed Show steht an: “Becoming, Not Being“, 27. August, Berlin, kuratiert von Sterling Crispin, u.a. mit Rafael Rozendaal, Ernst Markus Stein, Sally McKay etc. Via: Mail

* “Second Lives: Jeux masqués et autres Je“: “The exhibition open throughout the Summer at the Casino de Luxembourg – Forum d’art contemporain, presents critical as well as humorous works on contemporary strategies of construction and deconstruction of identity.” Via

* “Pyongyang Too“: A North Korean tribute to French-Canadian cartoonist Guy Delisle. Via: Mail, thx Andy!

* Klassiker: Marina Abramovićs “Art must be beautiful – Artists must be beautiful”, 1975. Via

* Klassiker II: Salvador Dalí im Playboy.

Watchlist: Zhang Dali

Kleiner historischer Exkurs: Zhang Dali ist so etwas wie Chinas erster Graffitikünstler. “In the summer of 1992, I began to implement the plan for my work, which was intended to take art out of the studio and let it communicate directly with the outside world. I chose graffiti, which has two advantages: it’s fast and it blends seamlessly with the environment. My photography recorded and exhibited the concept behind this work: I believe that human beings are the products of their environment. I am concerned about the changes in our living environment that have been imposed by money and power, and about human rights in the midst of such a process of imposition. Under normal circumstances, the relationship between humans and the environment would be naturally balanced. However, the current reality is one of force and passive acceptance. I don’t think that I can solve the problems. But through art, I can demonstrate–to those subjected to control and numbed by habit–the truth of the afflictions that we suffer. Bulldozers alter the appearance of streets overnight, which makes people accept modernization, while depriving many people of their possessions and their spiritual resources. I document the demolished homes and the new life established among the ruins.”

Don Leicht: “The Original Space Invader”


John Fekner & Don Leicht: “Your Space has been invaded”, 1982


Space Invader in Harlem. Fotos: © Jeewon Shin


Foto: © Peter Bellamy 1982

Don Leicht, “The Original Space Invader” – and the French Invader. Via

Kiki, Bubu & monochrom: Killing Capitalism with Christmas!

Der monochrom-Weihnachtssong: Kiki und Bubu mögen Weihnachten. Aber sie hassen das System. Da hilft nur Musik!

Ztohoven: “On Media Reality”

Hier schon mal etwas für die langen & langweiligen Winterabende: Die komplette Dokumentation “On Media Reality” (45 Minuten, englische Untertitel) über den legendären Atombomben-TV-Hack der tchechischen Gruppe Ztohoven: “On the 17.06.2007 art group Ztohoven secretly altered Czech TV broadcast. They inserted footage into the Panorama program of ČT2 channel showing illusionary nuke explosion in picturesque setting of Krkonoše Mountains. Their aim was to contribute to discussion about media manipulation, hence the entire action was called “The Media Reality”. However in the end, it touched upon many other topics. Regardless of the action’s point, the artists were labeled dangerous hackers and digital pirates. The debate about media (in)dependence swiftly turned into a hoax accusation. Whole hell broke loose as they accidentally tapped system’s weak points, many more than they had originally expected. These days seven members of up to the point anonymous group are dragged from court to court. Fined by the council for public TV and radio broadcast on one side, awarded by National Gallery’s prize NG 333 on the other, Ztohoven members gave birth to an action which, over the period of one year, has grown into unforeseen dimensions.”

“Gum Wall” in Seattle


Foto: JB Scott


Foto: Charitie


Foto: Matt Kowal

WTF: In Seattle gibt es eine “Gum Wall” – gehört inzwischen zu den beliebtesten Touri-Attraktionen dort. Mehr Kaugummi-Kunst auch hier und hier. Via/Via