Die chilenische Gruppe Los Casagrande hat in Berlin (und Warschau, Gernika, Santiago) 100 000 Gedichte vom Helikopter über dem Berliner Lustgarten abgeworfen: “Taking part in one of Berlin’s most popular cultural events, A Long Night of Museums, the Chilean arts collective Los Casagrande dropped 100,000 poems from the sky onto the Lustgarten to celebrate poetry and condemn acts of war. The unusual “Poetry Rain” project was launched in 2001 by the group with the aim to make poetry more accessible to the public and to protest acts of war. Since its launch, Casagrande has “bombed” Santiago de Chile (2001), Dubrovnik (2002), Guernica (2004) and Warsaw (2009) — all cities that have suffered aerial strikes in the past. The Guardian writes: “Organisers say that just as wartime bombings were intended to ‘break the morale’ of the inhabitants of a city, so the poetry bombing ‘builds’ a new city by giving new meaning to events of her tragic past and therefore presenting the city in a whole new original way.” Interview hier, vgl. hier, via.


Update: Alsacherie

September 2nd, 2010

Neue Arbeiten von Alsacherie – und eine Ausstellung (7. September bis 2. Oktober) im Truc in Mulhouse. Via: Mail

Und sonst so? : 31. 08. 10

August 31st, 2010


Barry Mcgee/Amaze in NY. Via/Via/Via

* Rund drei Jahre lang haben die Kollegen von Woostercollective an ihrem Street-Art-Buch für den Taschen-Verlag gearbeitet. Im September soll es jetzt erscheinen. Noch habe ich “Trespass: A History of Uncommissioned Urban Art” nicht gesehen - aber eines ist sicher: Das Ding wird dick – so wie alle Taschen-Bücher. Umfang soll 320 Seiten betragen, kosten wird es 39,99 Dollar, es soll außerdem ein Vorwort von Banksy geben und bisher unveröffentlichte Bilder von Keith Haring, Jean-Michel Basquiat und Martha Cooper. Mehr hier & hier.

* Improv Everywhere: “Black Tie Beach

* Camp für politische Schönheit vom 18. bis 25. september 2010 auf Schloss Bröllin – parallel zum “Weltarmutsgipfel” der UN: “In Anlehnung an die Idee der Klimacamps von Greenpeace, wird mit dem ersten Camp für politische Schönheit ein Labor für kreativen Strassenprotest zu den Themen Menschenrechte und Millenniumsziele entstehen.” Mehr Infos hier.

* Vierwändekunst: “Das Festival der Freien Düsseldorfer Kunsträume, 2007 erstmalig realisiert und nun 2010 erneut in Planung. Über 30 Kunsträume und Projekte über das ganze Stadtgebiet von Düsseldorf verteilt öffnen vom 14. bis 16. Oktober ihre Pforten für das interessierte Publikum. Im Begleitprogramm gibt es eine Ausstellung über die historischen Wurzeln der hiesigen Off-Kultur sowie ein Symposium in dem wir uns mit der frage nach den Grenzen und Potentialen künstlerischer Selbstorganisation beschäftigen.” Via: Mail, danke Florian!

* Bilder von der zweiten Pudel Art Basel gibt’s hier.

* “Papergirl Hamburg ist ein freies, partizipatives Kunstprojekt, bei dem Kunst im Stile amerikanischer Zeitungsjungen vom Fahrrad aus an zufällige Passanten auf der Straße verteilt wird. Die Idee stammt ursprünglich aus Berlin, inzwischen gibt es Papergirl-Projekte in aller Welt, und nun auch in Hamburg!” Via: Mail

* Fahrrad-Typo von Wouter Mijland: “Zukunft ist jetzt“. Via: Mail

* Schöner “Palettenpavillon” von Matthias Loebermann

* Neues Festival in Hamburg: “Stamp – Street Arts Melting Pot” (3-5. September). “Street-Performances, illuminierte Carnival-Kostümkunst, zwei Paraden bei Tag und in der Nacht, vielfältige Straßenmusik und urbane Kleinkunst, spektakulärer Street-Dance und aktuelle Streetart: Internationale und lokale Künstler schaffen ein in dieser Form einmaliges Ereignis in Deutschland und einen Treffpunkt für die internationale Straßenkunst-Szene – ein neues Festival für Hamburg.”

“Pink Fountain” in Moskau

August 31st, 2010

Pink Fountain” von Charushin in Moskau: “I did this action in Moscow in August 2d when the day of Air Assault Forces takes place. It used to be very brutal and aggressive day when former and current members of AAF get totally drunk and destroy everything/beat whoever they want. They are allowed to do it by government (because for government it’s easier to allow such one-day-anarchy than pay them good salary and bring some changes into corrupted and demoralized army). Many people (especially colored) don’t leave their home this day because it’s quite dangerous. Others are afraid to pass these places where the AAF members are hanging over. One of their favorite entertainment is swimming in the fountains. I colored water in one of them in pink color. Color of love and tenderness. These guys always have not enough love and affection.” Via

Neue Chaos-Collage von Florian Kuhlmann: “Superblasterescalationpower“. “Frisch gerendert und ins Netz gestellt, wie immer natürlich zum freien Download für alle. Die Arbeit knüpft an die Collagen an, die Du schon mal freundlicherweise in deinen Blog hattest. Sie sind aber dichter, formal weiter entwickelt und thematisch natürlich noch herber und politischer als zu Anfang. Es ist alles drin, vom Polizeistaat, über die blinde Justizia, das eskalierende Spektakel und unser aktuell so aussichtslos wirkender Abwehrkampf um das letzte Stück des Gartens der Lüste.” Via: Mail

Hipster Hitler

August 31st, 2010

Eastside – Westside – Genocide: “Dass Hitler “der größte Popstar aller Zeiten” sei, diese These vertritt das Hitlerblog ja seit Gründung. Dass Hitler aber auch ein unglaublicher Hipster sein soll, ja geradezu ein Stylenazi – das ist eine neue, sehr einleuchtende These. Und genau diese vertritt bzw. illustriert das brandneue Blog “Hipster Hitler”, das Cartoons rund um diesen “Hipster Hitler” verspricht. Ist natürlich eher krude und verquer, aber das ist die Mischung Popkultur plus Hitler ja eigentlich immer.” In diesem Sinne: Heil Hipster!

Update: Banksy

August 31st, 2010


Banksy: “Royal Visit” @ Glastonbury


Banksy: “Pier Pressure” @ Brighton

Neue Aktionen von Banksy. Via

Die Reklamewand wird zur Leinwand: Durch verschiedene Sequenzen, die immer wieder überklebt werden, erzählt Eric Baudelaire in “Sugar Water” eine narrative Billboard-Tragödie. Den Film (72 Minuten) gibt’s hier: “The film takes place on the fictional Paris metro platform at the fictional Porte d’Erewhon, where a billposter descends into the station to cover a large advertising billboard painted bright blue. He continues to wheat-paste a sequence of images that depict a common car parked on an anonymous Parisian street. He continues by then covering that image with one of the same car busting into flames. The billposter continues until the car becomes swallowed up in smoke, and then remains only as a burnt-out skeleton of the former car. All the while, metro riders enter and exit the scene seemingly oblivious to the slow-motion narrative action taking place. Baudelaire hired a real billposter to lay down the imagery, but the commuters who move in and out of the station are all hired actors, enacting a sort of role reversal in which the person upon whom the single camera focuses is not an actor; the “extras” who fill the background, meanwhile, are.” Via

“It’s hard to believe we could fit so many great ideas into something so thin”: Graffiti Analysis 3.0 ist da! Via

Am Samstag, 18. September, wird die Sternschanze zum Broadway: Der Berliner Künstler BRONCO, bekannt für seine polemischen Textbotschaften (“Von Konsumkritik kann ich mir nichts kaufen”, “Ich war schon Punkrock, da war Punkrock noch kommerziell!”) hat das erste „Street Art“-Musical der Welt geschrieben und dies wird nun in den Straßen Hamburgs uraufgeführt.

Und es wird böse – denn BRONCO rechnet ab und niemand wird dabei verschont. Sein tragischkomisches Anti-Musical entlarvt das hoffnungsvollste Genre der zeitgenössischen Kunst und schildert eine Gesellschaft voller Profitgier und Sensationslust. Selbst der Künstler verkommt zur Parodie und verharrt in einem naiven Gestus der Rebellion.

Broncos Pflichtlektüre der Postgraffiti-Generation wird in Hamburg erstmals und dazu noch unangekündigt auf der Straße aufgeführt – das einmalige Experiment ist eine Mischung aus Flashmob, Guerilla-Musical und Unsichtbaren Theater. So wird auch der zufällige Voyeur zum Akteur – und eine überraschende Eigendynamik ist für alle Beteiligten garantiert.

Inszeniert und interpretiert wird das Stück von Bronco, Samuel Enslin und Anna Bartel (Reckless Factory), Sonja Hurani, Alisa Stolze und Valentino Karl (Hamburg School of Entertainment) und Marisa Krieg. Special Guests: JUST, 1010, 3SCNDTHRLL und Charly Traktor. Dokumentation: Moritz Herda (Art City Hamburg). Katalog: Matthias Hübner (Bordfunk.de). Ausstattung von: Montana Cans, Spreadshirt und Berliner Brandstifter. Flyer: Gebrauchsgrafikundso

PARASITES – illegal exhibitions präsentiert drei Mal im Jahr subversive Ausstellungsprojekte mit internationalen Künstlern in Hamburg. Der Fokus liegt dabei auf jungen, radikalen, provozierenden und politischen Positionen. Die Ausstellungen finden immer an neuen Orten im Hamburger Innen- und Außenraum statt, ohne Genehmigung. Der genaue Ort bzw. die genaue Uhrzeit wird erst 24 Stunden zuvor via Facebook, Twitter, Mail oder Handynummer verbreitet.