REBEL:ART
   

 

INTERVIEWER

Alain Bieber


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The film "RED"

The film "living units"

OTHER DNA

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Hans Bernhard
Minerva Cuevas

Jota Castro
Santiago Sierra

The Yes Men

 

Florin Tudor & Mona Vatamanu

The Media Art Avantgarde from Romania

 
 

Ihr geltet als wichtigste Vertreter der jungen media art Künstler in Rumänien und Ihr habt auch das Coop Media Festival of Bucharest gegründet – Wie und wann habt ihr mit Eurer Arbeit angefangen?

Yeah, das Coop Media Festival war ein schönes Projekt, eigentlich fing alles mit einem Meeting an, dass wir mit zwei DJs hatten, DJ mihai aka Dj mike und DJ marika. Sie waren so begeistert, ein Festival in Bucharest zu organisieren und Sound mit Visuals zu kombinieren und ein grosses Event zu veranstalten.. Mehr Informationen und Bilder über coop_01 und _02 auf findet ihr hier. Wir haben im Jahr 2000 angefangen an Videoprojekten zu arbeiten, das erste ist „Breakfast“, eine aufgezeichnete Performance, bei der wir ohne Publikum spielen (nur unser Freund Andrei Manescu, der uns half zu filmen), wir aßen ein Frühstück angemalt in Tiermustern, wir versuchten die Rollen der Tiere und Menschen zu wechseln und einen hybride Situation zu kreieren … ein stiller Protest an der konstanten Agression der Menschheit an anderen lebenden Kreaturen.

Könnt Ihr uns ein wenig über New Media Art in Rumänien erzählen – ist sie unterschiedlich?

New Media Art in Rumänien ist einem permanenten Wandel unterzogen und immer mehr Menschen beteiligen sich daran, vielleicht weil die Technologien einem immer grösseren Publikum zugänglich wird... natürlich möchten wir betonen, dass die Mehrheit der PC User Raubkopien benutzen, wie viele andere in der Welt auch... Selbst, wenn das durchschnittliche Einkommen hier, verglichen mit westlichen Standards sehr gering ist, sind die Menschen sehr an modernen Technologien interessiert, wie z.B. die Kommunikation via Internet. Es gibt z.B. sehr viele und auch billige Internet Cafés. In den 70er Jahren begannen Künstler wie Ion Grigorescu damit, mit 8 mm Kameras zu arbeiten. Es war eine schwere Zeit, um ein Media/Visual Artist zu sein, in einem Land wie Rumänien, regiert durch ein sozialistisches Regime. Heute hat sich viel verändert, aber es ist schwieriger die Probleme zu erkennen. Manche Dinge sind in einer Freien Marktwirtschaft schwerer zu erkennen - sie fördert soviele verrückte Dinge, wie z.B. die enorme Anzahl von Werbespots im Fernsehen. Die nettime.ro Liste wurde vor drei Jahren durch Alexandru Patatics gestartet und ist eine sehr gute Quelle um die New Media Art Szene in Rumänien zu verfolgen…

Eure Arbeit RED ist eine Neuinterpretation des Filmes "Red Desert" von Michelangelo Antonioni. Sein Film ist ein dichtes visuelles, metaphorisches und emotional entsagendes Portrait einer geistigen Trostlosigkeit. Er thematisiert die technologische Abgeschiedenheit und ein umfeldbedingtes Unwohlsein. Aus weclhen Gründen habt ihr euer persönliches Remake gedreht?

Wir haben RED in Pellestrina gedreht. Wir haben den Ort Palestina genannt, einer der Gründe war die Form der Insel. Wir entdeckten diesen Ort vor 4 Jahren und wir kommen jedes Jahr wieder, um ein Video zu drehen und mehrere Bilder und Dias zu machen. Man ist dort an einem abgeschiedenen Ort, aber trotzdem dem städischen Bereich sehr nahe (die Lagune Venedigs) und man kann einfach da sein und nichts von dem sozialen Druck der Nachrichten bzw. der globalen Politik bemerken - man könnte einfach dort bleiben ohne zu bemerken, dass Krieg ist. Wir mögen diese "survival" Landschaft, die wir dort entdeckten, eingegraben im Strand findet man Plastikrückstande der der nahe gelegenen Verbrauchergesellschaft, eine zerbrechliche Ökologie konsumiert die Rückstände langsam. Mona ist in einer Stadt nahe dem Schwarzen Meer geboren worden ("Constanza") und als wir die Traumszene in Antonioni's Film sahen, wollten wir diese Szene mit unserem Projekt verbinden. Auch lag der Zeitpunkt des Drehs nahe am September 2001 und diesen bizarren Ereignissen. An einem Ort zu sein, an dem politische Neuigkeiten einen nur über das Meer erreichen und mit grosser Verspätung, war deshalb auch wie eine kleine Flucht.

... und der Ansatz von "living units"?

living units bezieht sich auf das Leben im postsozialistischen Bukarest und Budapest - um zu präzisieren: Es geht um das Leben in postraumatischen Orten, in denen Wohnblöcke die Ideologie ihrer Erbauer verloren haben. Wir haben eine Videoinstallation errichtet, bei der wir auch zwei Häuser - Nachbauten die Muster dieser Serienarchitektur projezierten. Die Idee war, reale Architektur zu nutzen und diese auf virtuelle Architektur zu projezieren - die minimalen Umrisse der Häuser. Wir haben auch eine Fotoserie von der Wohnung, in der wir lebten, gemacht. Die Wohnung und die Möbel wurden in den 70/80er Jahren hergestellt - aber mit Beschädigungen. Es war, als würden wir nach 20 Jahren Utopia wieder besuchen, wir fühlten uns ein wenig wie bei einem archäologischen Forschungsprojekt. Und wir haben in verschiedenen Locations in Budapest und Dunajvaros gefilmt, einer Stadt, die für Stalin gebaut wurde, nahe dem Fluss Danube - ein weiteres utopisches Projekt.

Was sind eure künftigen Projekte? Und woher nehmt ihr eure Inspiration?

Im Moment arbeiten wir an einem Projekt in Bukarest: Persepolis, Wir befassen uns mit den verschiedenen Zeitschichten der hiesigen Architektur: die 20er/30er Jahre, die 70er/80er Jahre und die zeitgenössische Architektur. Unser Konzept besagt, dass es hier nie eine ernsthafte Stadtplanung gegeben hat, im Inneren Bukarests sozusagen verschiedene Schichten der Utopie verborgen liegen und jede Zeitperiode aggressiv auf die alten Ebenen wirkte. Wir studieren diese verschiedenen Ebenen der Architektur und können vielleicht später darauf Einfluss nehmen. Auch vorherige Projekte wie z.B. "hyperhouse" oder "islands" haben wir mit unserem Freund und Architekten Radu Negulescu, der heute in Barcelona lebt, durchgeführt. Bei dem Projekt "Persepolis" arbeiten wir mit dem Architekten Dan Dinoiu zusammen.

Worin liegt die ästhetische und soziopolitische Eigenheit der digitalen Kunst?

Software kann helfen Projekte unabhängig von anderen Medien zu entwickeln. Wenn man etwas zu sagen hat, ist jedoch das Medium nicht entscheidend.

Media Art im Jahr 2050 - was wird sich ändern?
Eine Menge wird sich ändern - wir hoffen, dass sich digitale Kultur mehr mit sozialen Fragen beschäftigen wird...

Vielen Dank für das Interview.

 
 
 
 

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