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Search term: brad downey

Gordon Matta-Clark: “The Wall”, 1976

Schönes Zeitdokument: Eine rare Filmaufnahme, die den US-Künstler Gordon Matta-Clark bei einer Aktion in Berlin zeigt. Matta-Clark kam 1976 als Teilnehmer der von der Akademie der Künste und den Berliner Festwochen organisierten Ausstellung Soho in Berlin nach Berlin mit der Intention, einen Teil der Berliner Mauer in die Luft zu sprengen; Freunde rieten ihm von dieser selbstmörderischen Aktion ab. Letztendlich realisierte er die aufgezeichnete Performance, bei der er Werbeplakate an die Mauer klebte. Vgl. Brad Downey in Lüneburg. Via: Mathieu, merci!

Igor Ponosov & Brad Downey: “The Tent”

So viel zur russisch-amerikanischen Freundschaft! Ein Projekt von Brad Downey & Igor Ponosov:
“This year, a speech delivered by Putin declared, with lips split by a smile, the purpose of Crimea’s annexation as, “protecting the interests of the Russian-speaking population in Crimea.” This absurd oversimplification undermines the reality of the actions that took place. The annexation resulted in disorder and chaos, and deep mistrust between countries. In yet one more simplification of this complex situation, governments in both the East and the West, have executed orders motivated by greed that resulted in tragic loss.

The artists, Brad Downey, an American, and Igor Ponosov, a Russian, developed an altruistic friendship, despite odds being against them. Physical distance and language barriers stood as challenges, but over the course of four years, the artists came to know one another as brothers. They realized projects together many times and travelled to meet each other in different countries. They hoped to do a project in Ukraine one day, since Igor had especially come to love spending time there. When they heard about the conflict in Ukraine, they decided that now would be the best time to finally realize the project they wanted to do there.

It would be a chance to symbolically subvert the greed displayed by government. They prepared for the trip to Ukraine by stealing advertisement banners, a representation of consumerism, hence purchases obtained by money and influenced by greed. Brad and Igor converted the appropriated advertisement banners into a mobile artist workspace. The tent could be deconstructed easily and stored in a small backpack. By the time Brad and Igor were ready to go to Ukraine the peninsula had been annexed. Instead, they went to the Russian territory of Crimea. They asked no one to help fund this trip, for they wanted to accomplish it without external influences, during a time and in a location where outside influence ruled. For three days, they hiked to reach the Crimea’s highest plateau. Throughout this period of living inside the creation, they cherished the beautiful countryside and mourned the actions, or lack of action, from both the East and the West.” Via: Mail

Brad Downey: “Nightstick”

Brad Downey hat zusammen mit dem belgischen Case Studyo ein wunderbares Schlagstock-Multiple hergestellt: “In this age, iconic police weapons overtake the people and media relentlessly. Brad Downey, now more than ever before, wishes to requite the power of the people. In this limited edition, the rubber sculpture symbolically takes the power away from the weapon, and those behind it. With humorous undertones, the police baton transforms into a flaccid version of itself.” Via: Mail

EL SCHREIBT ÜBER GRAFFITI #9: “Feuerlöscher”

In unregelmässigen Abständen schreibt el für rebel:art eine Kolumne zum Thema Graffiti (#1: “Stylewriting und die globale soziale Plastik”; #2: “Alleine“, #3: “Mythos Writing“, #4: “An die Wände“, #5: “Gesichter und Buchstaben, #6: “Graffiti als Soziales Medium”), #7: “Graffiti und Gentrifizierung“, #7: “Silberne Buchstaben in goldenem Licht“: und hier folgt #9: “Feuerlöscher”:

Über die großen mit Feuerlöschern geschriebenen Namen in der Stadt ließe sich wohl eine ähnliche Verherrlichung schreiben, wie im letzten Text über die ins Glas gekratzten Buchstaben in den Zügen. Ähnlich sind sie auf den ersten Blick etwas brutal aussehend. Ein Gewitter aus riesengroßer zitternder Schrift geht über der Stadt nieder. Doch dieses Mal soll es um ein paar Beispiele und Argumente gehen. Es lässt sich über den Kontrollverlust, der sich mit den auf Größe zielenden Feuerlöschertags verbindet, rege streiten, wie es beispielsweise Swit und Priez letztes Jahr taten, als das Graffiti Research Lab in Paris zu einer Podiumsdiskussion über Tags geladen hatte (Für diese und eine weitere Veranstaltung habe ich eine Zusammenfassung drüben im Just-Blog versucht).

Swit ist ein Sprüher, der jetzt Lightwriting macht, er inszeniert mit Langzeitbelichtung und Lampen abstrakte Formen und Buchstaben im Raum, rund um tanzende Menschen beispielsweise. Er meinte zu den aktuell auch in Paris auftauchenden großen Spritztags, dass sie für ihn aussähen wie großformatige Zerstörungslust und ihn an Urinmarkierungen erinnern würden. Irgendwer aus dem Publikum meinte dazu, dass in der Kunstwelt seit Duchamp selbst ein Pissoir ein Werk sein kann, warum dann den nicht auch eine Urinmarkierung. Das Problem ist jedoch, dass Swit gar kein Writer mehr sein will, er sagte er will Bilder machen. Ich komme auf die Argumente der Podiumsdiskussion zurück, doch zuerst zum Thema Vandalismus.

Der Vandalismusvorwurf ist nicht nur platt, sondern es wäre ihm einmal nachzugehen. So war einmal zu lesen, dass Cyprien Gaillard am Rande eines Interviews Banksy seine „Verfehlinterpretation von Vandalismus“ vorwarf, wie er das genau gemeint hat bleibt erstmal unklar, aber greifen wird das auf. Banksy hat vor circa zehn Jahren ein großes brutalistisches minimalistisches Betongebäude mit einem Feuerlöscher beschriftet. BORING hat er darauf geschrieben. Eine langweiligere Aktion ist eigentlich kaum vorstellbar. Der Künstler Banksy hat es sicher geschafft, eine ästhetische Geste auszuführen, einem banalen Kommentar eine ähnliche brutale Dimension zu geben wie das brutalistische Gebäude. Doch der Vandale Banksy verfälscht die Aktion dadurch, dass er ein Video davon mit getragener Musik unterlegt, um sich als den kleinen Mann ganz groß zu inszenieren, der mit roter Farbe die große graue Welt symbolisch besiegt. Er knüpft an das verbreitete Missverständnis gegenüber moderner Architektur an, dass sie menschenfeindlich sei, weil sie so ungestaltet sei (auch das Gegenteil ist wahr). Ein bisschen wie in einem Quetschenpaua-Song: „All die Städte sind so grau wie die Menschen die in ihnen wohnen / Und die Stadtdirektoren haben kein Interesse das zu betonen [...] Lass uns nie so werden denk ich und ich schreibe / Mit schwarzer Lackfarbe Scheiße an die Scheibe“. Es ist kein Vandalismus, es will populistische Kunst sein. Der Feuerlöscher eignet sich für derartige Symbolik sehr gut, so wie damals als Brad Downey abwaschbare grüne Farbe großflächig ans KaDeWe sprühte, als er eingeladen war, dort ein Schaufenster für Lacoste zu gestalten. Cyprien Gaillard hingegen hat auch mal ein Feuerlöscherkunstwerk gemacht, er zeigte wie aus Bäumen Nebelwolken abgefeuert wurden. Vielleicht ist das – im Feld der Kunst – näher am befreienden Moment des Vandalismus. Ein lustvolles Spiel mit sinnlosen vergänglichen Formen, Wolkenschubsen im Wald. Matias Faldbakken und Anders Nordby entluden auch einfach mal einen Feuerlöscher in einem Ausstellungsraum. Mehr im eigenen Bereich von Graffiti bleibend gab es lustvolle vandalistische Experimente, wie die Nackerten in Wien, die ihre eigenen Körper mittels Feuerlöscherfarbe auf Zügen abbildeten oder 0331C und Krink, die Bilder von Baumkronen und drippende Regenwolken aus Farbe in die Stadt spritzen.

Neuerdings hat auch Katharina Grosse nebenbei politische Kunst gesprüht, als sie die Graffiti, wuchernde Natur und heruntergekommene Gebäude an der Zuglinie zwischen New York und Philadelphia mit Farbe überziehen ließ. Denn nebenbei politisch ist dieses, sicher sehr beeindruckende, Farbspektakel, als Übertünchen von sozialen Konflikten, wie Sarah Kendzior kritisierte, die machtvoll groß angebrachte farbige Kulisse schiebt sich vor die Zustände am Rand und außerhalb der Metropolen.

Doch wie ging es in Paris auf der Podiumsdiskussion weiter? Zur Rettung der Feuerlöschertags kam dann auf dem Podium folgerichtig Julien Priez, ein professioneller Kalligraph, der auch aus der Graffitiszene kommt, aber eben einen anderen Weg eingeschlagen hat. Statt bunten leuchtenden Bildern übt er sich weiterhin im Formgeben von Buchstaben. Er verteidigte an den Tags gerade die Verformung der Buchstaben durch das grobe Schreibutensil des Feuerlöschers, meinte, dass in dieser Form des Writings noch mehr als bei der Sprühdose der Körper mit eingehen würde, da die Buchstaben so viel größer seien als die die sie schreiben.

Wenn wir dieser Idee folgen, ist es interessant sich anzusehen, wie unterschiedlich Namen im Graffiti mit den unterschiedlichen Werkzeugen geschrieben werden. Mit der Sprühdose wird eher die Buchstaben entlang getanzt, den der ganze Körper muss schreiben, die Hand hat eigentlich nur die Aufgabe den Druck zu regulieren, entlang der Hauptachsen der Buchstaben wird sich zusammengekauert und wieder gestreckt soweit der Körper kommen kann. Auf Dinge zu klettern oder einen Roller oder eine Dose an einen Stock zu binden, erschließt neue Bereiche der Wand. Wackelig wird es dann, wenn fünf Teleskopstangen mit Klebeband verbunden sind, um da oben was hinzuschreiben wo niemand hinklettern kann, und wohin auch nicht von der Dachkante aus zu kommen ist: der verführerische Punkt in der Mitte der Wand. Gerade in Berlin ist das besonders schwer, die vielen leeren Brandwände haben keinerlei Halt bietende Struktur für Pixação-mäßige Kletteraktionen. Die von Pixação beeinflussten Leute in Berlin seilten sich daher ab, um ihre wilden Buchstaben die Wand herab perlen zu lassen, dokumentiert in dem Film Berlin Kidz. Ihren präzisen und detailreichen Buchstabenstil konnten sie durchziehen, weil sie sich selbst an die Stelle transportiert haben. Der Feuerlöscher ist eine andere Lösung: auf Distanz zu schreiben, verdünnte Farbe mit hohem Druck durch eine modifizierte Düse an die Wand bringen. Es scheint nicht darum zu gehen, die großen grauen Gebäude zu markieren, wie bei dem BORING von Banksy, vielmehr bezieht es sich ganz selbst auf das Projekt Graffiti. Graffiti wuchert weiter, es wird größer, wie gesagt auch körperlich anders im Schreiben, und in seiner Schrift selbst körperlicher.

Pioniere waren hier wohl, wie bei Graffiti generell, Gangs und ihre Revierzeichen. In den 90er Jahren haben Gangs in Los Angeles vermehrt Feuerlöscher mit Farbe gefüllt um ihre Gebiete abzustecken, mehr dazu findet sich bei Susan Phillips: Wallbangin’: Graffiti and Gangs in L.A. Ähnlich wurde dann im Zuge von Occupy Oakland die Parole STRIKE sichtbarer geschrieben als mit einer Sprühdose. Der Unterschied im gegenwärtigen Graffiti ist wie erwähnt, dass es scheinbar mehr darum geht neue Gebiete und Formate auf der Wand selbst zu erschließen, vertikal und nicht horizontal wie beim Revier der Gang. Diese Logik, dass Graffiti sich von jeder Bodenverbundenheit löst und Formen findet, wurde kürzlich spektakulär inszeniert mit den Drohnen, an die Katsu eine Sprühdose angebracht hat. Etwas enttäuschend, denn er hatte das Schreiben gar nicht mehr unter Kontrolle, es waren nicht einfach verwackelte Buchstaben, sondern nur noch im Schlingerflug angebrachte Zufallsformen. Ich weiß von anderen Gruppen in Paris und Berlin, die schon viel weiter waren, aber nicht an die Öffentlichkeit gegangen sind, weil sie an einer kontrollierbaren Technik des ferngesteuerten Schreibens arbeiteten und dieses Ziel noch nicht erreicht hatten.

Die ejakulative Form des Schreibens mit Feuerlöschern ist neben den Berliner Pixadores ihr extremster technologischer Stand und der Drohnenangriff auf die Wände bleibt vorerst Utopie. Innerhalb der Spritzschrift gibt es noch interessante Innovationen, beispielsweise Hybrid Pieces aus Sprühbuchstaben und davon ausbrechenden gespritzten Linien. Der schon nicht mehr so symbolische körperliche Angriff durch Lush auf einen Buffer mit einer Farbladung aus dem Feuerlöscher, zeigt das Verführerische dieses auch brutalen Werkzeugs, demgegenüber geradezu von sanfter Verspieltheit gekennzeichnet sind die sich hochrankenden Hybrid Pieces von WON, das heckenförmige JUSTTHRILL neben dem Wendel in Berlin, und die vielfältigen Versuche mit der neuen Form der Farbwolke umzugehen, seien es abstrakte Zug Panels, die nackte Farborgie in Wien, drippende Regenwolken, künstlerische Nebelbänke, und die Riesenparolen. Einiges wird sich da vermutlich noch entwickeln, es ist nicht einfach nur ein krasseres Werkzeug, argumentiert etwa Ōyama Enrico Isamu Letter in seiner Untersuchung der Ästhetik von Feuerlöschergraffiti. Gegenüber Aktionen, die stark mit dem Kontext spielen, wie bei Banksy und Zevs, widmet er sich mehr Katsu und Kidult. Er beschreibt etwa, wie bei beiden die Technik und das Großformatige selbst zum Thema wird. Und wie beide auf eine Rekuperation von Graffiti in Galerien und Boutiquen reagierten, indem sie von außen ihre Namen an die Barrieren der Institutionen schwappen ließen. Gerade in diesen Konflikten und dem damit verbundenen Aufrüsten und Experimentieren beim Sprühen und Spritzen sind noch einige Überraschungen zu erwarten.

Und sonst so? : 27. 03. 14


Foto: Euromillions

* Nicht verpassen: 4. Month of Performance Art in Berlin. “MPA-B is a 31 day, city-wide and artist-run platform for independent performance art practices, running annually in May, that connects and brings together hundreds of artists, spaces, networks and initiatives who collectively contribute to a unique and radical month-long programme, featuring: indoor and outdoor performances, site-specific interventions, talks, workshops, screenings, public encounters and interactions, dinners, durational and days-long actions and other formats and projects which do not have, or reject, any definition.”

* Buchtipp: “Can Jokes Bring Down Governments? Memes, Design and Politics

* Tolles Graffiti-Fanzine: “ZUGRIFF! – Schriften zum visuellen Ungehorsam

* “Er näht sich den Mund zu oder nagelt seine Hoden an den Roten Platz: Pjotr Pawlenski provoziert mit seiner Performancekunst Putins Russland.”

* Hans Ulrich Obrist & Co: the art of curation. Via

* Brad Downey was here: Die Einzelausstellung “Sculpture, Leftovers and Documentation” im Haus am Lützowplatz’s Studio Galerie, Fördererkreis Kulturzentrum e.V. (HaL), Lützowplatz 9, 10785 Berlin, läuft noch bis zum 27. April.

* ilovegraffiti & ARTE Creative präsentieren in der Serie 5Min diesmal “Jenseits von Photoshop und Werbelügen: Unterwegs mit dem urbanen Guerrillero Vermibus

* Einchecken: “Das größte Hotel der Stadt: HOTEL HAMBURG. Eine Stadt besucht sich selbst. Im Sommer 2014 lädt das HOTEL HAMBURG zwei Wochen lang Hamburgerinnen und Hamburger ein, in ihrer eigenen Stadt zu reisen und in einer fremden Wohnung Urlaub zu machen. Die Teilnahme ist einfach und steht jedem offen. Ein Schlüssel für einen Schlüssel: Für die Bereitstellung eines Zimmers oder einer Wohnung kann ein fremdes temporäres “Hotelzimmer” kostenfrei gebucht werden. Von Blankenese bis Bergedorf, von Poppenbüttel bis Wilhelmsburg, ob WG, Penthouse, Loft oder Bungalow das HOTEL HAMBURG erstreckt sich über alle Stadtteile und hat Zimmer jeder Hamburger Art.”

* NetArt Girls Trading Cards. Via

* Wildsytle: Strange Public Art from Russia 1 & 2. Via: Igor, спасибо!

* “Tag Audio Loops“: Audio-Tags von Jean-Philippe Renoult. Via

* “Anti-Social Network” Provides An Incognito Mode For Real Life: Cloak

* Livr: Die Community für Betrunkene ist ein Fake

* The Art Place, noch eine neue Kunst-Community im Netz

* DE:BUG (sniff, ade) hat Diedrich Diederichsen im Interview

* Ausstellungstipp: “Smart New World” (5. April – 10. August 2014) in der Kunsthalle Düsseldorf mit Xavier Cha (US), Simon Denny (1982, NZ), Aleksandra Domanović (1981, SI), Omer Fast (1972, IL), Christoph Faulhaber (1972, D), Kenneth Goldsmith (1961, US), International Necronautical Society, Korpys/Löffler (1966/1963, DE), Trevor Paglen (1974, US), Laura Poitras (1964, US), Tabor Robak (1986, US), Santiago Sierra (1966, ES), Taryn Simon (1975, US): “In der digitalen Gesellschaft ist Information zum Rohstoff geworden und die Menschen zum konsumierenden Datenpaket. Dabei wird, wie wir mittlerweile wissen, jede unserer Spuren aufgezeichnet, ob wir wollen oder nicht. Die Ausstellung Smarte Neue Welt untersucht die Auswirkungen des „Datenkapitalismus“ auf unser tägliches Leben. Dazu gehören die permanente Überwachung jedes einzelnen ebenso wie die Verschiebung von Privatheit und Öffentlichkeit, die Berechenbarkeit und Kontrolle durch Datenerhebung, veränderte Strukturen von Identitätsbildung oder der Zwang zur permanenten Selbstoptimierung, aber auch Fragen nach Macht und Zensur im Internet und einer demokratischen Verteilung von Wissen. Die Schau versammelt Arbeiten von internationalen Künstlerinnen und Künstlern einer jüngeren Generation, welche die rasanten technologischen Entwicklungen der digitalen Welt nicht nur als Inspiration für ihre Bildwelt oder als formalen Referenzrahmen nutzen, sondern vor allem deren kulturelle, gesellschaftliche und politische Dimension reflektieren.”

* “Die Wirkungsmacht der Klobürste“. Via: Mail, thx Steffen!

* Andrew H. Shirley: “Wastedland” – four friends paint graffiti in a post-apocalyptic purgatory. While on the hunt for beer and weed they encounter a dead baby, and invite him along for the party… Via

Und sonst so? : 27. 01. 14


Oh, wie sehr ich doch Hamburg das Gefahrengebiet vermisse! Via

* Großartig: Die Kunstwelt in der Stockfotografie. Via

* Save the date: Das Street-Art-Festival No. 1 Backjumps wird 20! Die große Jubiläumssause findet vom 29. August bis 26. Oktober in Berlin statt. Das Motto: Die Stadt in ein Magazin verwandeln, dabei sind u.a. Brad Downey, The Wa, Akim, Matthias Wermke & Mischa Leinkauf, Pigenius Cave, Thomas Bratzke, Marcus Butkereit uvw.

* ART WARS, Graffiti in Ägypten – jetzt im Kino, bald bei ARTE

* “Sicherheit wird auch in diesem Jahr wieder ein zentrales Thema der Münchner Sicherheitskonferenz sein, die ab dem 31. Januar zum 50. Mal in München stattfinden wird. Unter dem Titel „50 YEARS OF HELL“ zeigt der Verein Positive-Propaganda anlässlich dieses „Jubiläums“ in einer Gruppenausstellung Arbeiten der renommierten sozialkritischen Künstler: Carlos Aires (Madrid), Mark Jenkins (Washington D.C.), Nikita Kadan (Kiew). Via: Mail

* Für alle Kafka-Fans: Bald gibt´s Kafka als Spiel. Via

* Fantastische UK-Serie: “Black Mirror“. Bitterböse Mediensatire – und ironischerweise von Endemol produziert.

* Buchtipp I: Endlich hab ich Dave Eggers’ Roman “The Circle” gelesen. Orwells “1984″ in die Neuzeit geholt, absolut lesenswert! “In “The Circle” geht es um ein Giga-Google, das die Geschäftsfelder von Twitter, Facebook und PayPal schluckt und die Totalkontrolle über das Leben und Denken der Menschheit erringt”, schrieb dazu die SZ.

* Buchtipp II: Art and the Internet

* Toller Besprechung der Postinternet-Ausstellung “Speculations on anonymous materials” im Fridericianum

* “Ein Funkloch zum Selbernähen” von Aram Bartholl

* Open Call: MS DOCKVILLE Kunstcamp 2014, Hamburg

Oops They Did It Again: Brakay in Grottaglie

So kann das Jahr zu Ende gehen: Mit einem letzten Gipfeltreffen im italienischen Grottaglie. Angelo von Studiocrombie/Fame Festival hat sich entschlossen in diesem Jahr kein Festival mehr zu machen, sondern nur noch Ausstellungen und Projekte mit Künstlern, die er gerne mag. Und so gibt es am 14. Dezember, ab 19 Uhr, noch einmal ein Projekt/Ausstellung/Performance/Aktion vom “Tag Team” der “Street”-”Art”: Brad Downey & Akay. Sicher eine Weihnachtsreise nach Italien wert!

5 MINUTES über die “Urban Hacking Academy” / CityLeaks Festival Cologne

5 Minutes/ILG über meine “Urban Hacking Academy” (mit Allan Gretzki, Katze & Krieg, The Wa & Brad Downey) im Rahmen des Kölner Festivals CityLeaks. Mehr auch hier, französische Version hier, CityLeaks-Beitrag hier & alles via: AC, thx!

Vladimír Turner & Mathieu Tremblin: “Public Jokes” /// C. Rockefeller Center, Dresden; Vernissage: 17. Oktober

Public Jokes

a duo show by
Vladimír Turner (CZ) &
Mathieu Tremblin (FR)
curated by Alain bieber (DE)

from 18 October to 1 November 2013
opening Thursday 17 October at 18:30

in C. Rockefeller
Center For The Contemporary Arts,
Dresden
(DE)

Nicht verpassen! Die erste gemeinsame Ausstellung von Mathieu Tremblin und Vladimir Turner in Dresden (C. Rockefeller Center), Vernissage & Eröffnungsperformance ist am 17. Oktober, ab 18.30 Uhr! Und danach geht es mit dem Duo nach Halle zum Werkleitz-Festival – am Freitag, 18. Oktober, 18 Uhr läuft mein Filmprogramm “Streetism!” mit Mathieu Tremblin & Vladimir Turner; und Filmen von Akay, Love & Security, Sebastian Haslauer, Nug & Pike, Ivan Argote, Brad Downey, Jaroslav Kysa, Vojtěch Fröhlich, Ondřej Mladý, Jan Šimánek, Messieurs Delmotte, Leopold Kessler, Francis Alÿs, The Cleaning Unit.

“It could have started like a childish joke “A Czech, a French and a German guy are in the same boat” but “Public Jokes” is more about the first duo show of Vladimír Turner (CZ) and Mathieu Tremblin (FR) curated by Alain Bieber (DE) since the three met in 2011 at the occasion of a workshop organised by Memefest (SI) in Nijmegen (NL). The title refers to the French expression “private jokes” – in-joke (for inside-joke) in English. And the show is mainly a focus on how artists urban intervention art is using humor to deal with cultural mistakes and similarities regarding globalization, politics and urbanism.

Exploring the relationship between spontaneous and autonomous actions and their restitution, Bieber, Tremblin and Turner are gathering various commentaries picked up from the streets to the Internet in order to tell the “story” behind each gesture trying not to losing its original energy and openness to interpretation. The show is interrogating the way of bringing individual desire (private) to common audience (public) until, as a kind of popular success, the action itself is brought into informal language, becoming a kind of rumor like a good story you tell to your friends or a urban legend. Because at the end, everyday life is the place where the art effects of urban intervention can be fully felt and assume greater significance.

As an example, the Pistachio video documentation is a sort of zero level illustration of how this humorous mechanic proceeds. The two artists are framing themselves in a private and boring situation sharing beer and pistachios until they do in the last few seconds some unexpected sophomoric DIY twist which bring sense to the situation and a lot of self-derision about the urban hacking culture people are usually relating them too.”

Urban Hacking School #3: Köln


So sehen glückliche Diplomanden aus: Die Absolventen der Urban Hacking Academy in Köln. Foto: Rodrigo Mirando


Aus dem Workshop-Modul: “Spontaneous Sculptures” mit Brad Downey


Aus dem Workshop-Modul mit The Wa: Eat the City: Discovering, Containering, Cooking & Eating


Aus dem Workshop-Modul mit Katze & Krieg: “How to become a superheroganster

Eine kleine Auswahl der Diplomarbeiten:

Vom 4. bis 6. September fand im Rahmen des Kölner Cityleaks Festivals mein Workshop “Urban Hacking Academy” statt. Es waren zwei intensive und wunderbare Tage – mit extrem motivierten Teilnehmern, tollen Gastdozenten und großartigen Arbeiten, die in dieser Zeit realisiert wurden. Wie eine Teilnehmerin danach sagte: “Es hat mein Leben verändert!” Mehr kann man sich als Organisator nicht wünschen! Ein großes Danke an Allan Gretzki, Katze & Krieg, The Wa & Brad Downey für die wunderbare Unterstützung, Cityleaks für die Einladung und natürlich an alle Teilnehmer: Ihr seid einfach nur WOW gewesen! Und da es nach diesem Workshop auch nicht mehr besser werden kann, werde ich dieses Format, nach Strasbourg, Düsseldorf und Köln, auch nicht mehr fortsetzen. Ein “Hattrick” ist genug – es werden neue Ideen und Formate folgen!